{{suggest}}


Coronavirus: Was tun bei Symptomen?

Viele Menschen plagen zurzeit Husten, Fieber und Abgeschlagenheit. Doch wann könnte eine Coronavirus-Infektion dahinterstecken? Wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie bei sich selbst Verdacht schöpfen

von Marlen Schernbeck, aktualisiert am 13.05.2020

Viele Menschen sind verunsichert: Steckt hinter dem Hustenreiz oder der erhöhten Körpertemperatur ein grippaler Infekt oder könnte es doch eine Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 sein? Die Symptome ähneln einander und sind schwer zu unterscheiden.

In vielen Fällen ist eine Infektion mit dem Virus jedoch unwahrscheinlich. Nicht jeder Mensch mit Symptomen wie Husten und Abgeschlagenheit wird daher auf das Virus getestet. Nur dann, wenn der Arzt dies als "medizinisch notwendig einschätzt", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Dr. Andreas Gassen.

Ein Test auf das neuartige Coronavirus ist laut Robert Koch-Institut insbesondere dann angezeigt, wenn man

  • Symptome wie Husten oder den Verlust von Geruchs- und Geschmacksempfinden, entwickelt, unabhängig davon, ob eine Vorerkrankung besteht, man zu einer Risikogruppe gehört oder nicht.
  • in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Person hatte und Symptome zeigt
  • an einer Lungenentzündung erkrankt und sich in einer Umgebung wie einem Krankenhaus oder einem Altenheim befindet, in dem gehäuft Lungenentzündungen auftreten

Mehrzahl sind milde Verläufe

Bestätigt sich eine Infektion, ist dies in der Regel kein Grund zur Panik: Die meisten Infizierten zeigen nur milde Krankheitsverläufe. Allerdings sollten vor allem Risikopatienten wie zum Beispiel Menschen mit einer chronischen Krankheit, die das Immunsystem schwächt, verstärkt auf bestimmte Vorsichtsregeln achten.

 

Nicht gleich zum Arzt – erst telefonieren

Wer aufgrund von Erkältungssymptomen befürchtet, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte zunächst zum Telefon greifen – und zum Beispiel seine Hausarztpraxis anrufen, um die Beschwerden zu schildern. Zudem ist der Patientenservice des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter der Nummer 116117 rund um die Uhr zu erreichen.

Menschen, die persönlichen Kontakt zu jemandem hatten, bei dem das Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unabhängig von Symptomen unverzüglich per Telefon an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden. Dieses können Sie über eine Datenbank des Robert Koch-Instituts ermitteln.

Wichtig: Keinesfalls sollten Sie jedoch direkt und ohne telefonische Rücksprache das Wartezimmer einer Arztpraxis aufsuchen und damit unter Umständen riskieren, andere Menschen anzustecken.

Symptome und Aufenthaltsorte abklären

Am Telefon erfragt das Praxispersonal zum Beispiel, welche Symptome bei dem Patienten vorliegen, ob die Erkrankung eher leicht oder schwer ist und ob er zu einer Risikogruppe gehört.

Anhand dieser Informationen schätzen die Ärzte bereits grob ein, ob es sich bei dem Betroffenen um eine Coronavirus-Infektion handeln könnte oder eher eine Erkältung hinter den Beschwerden steckt.

Danach besprechen Hausarzt und Patient das weitere Vorgehen, vereinbaren bei Bedarf zum Beispiel einen gesonderten Termin außerhalb der Praxis-Sprechzeiten oder verabreden einen Hausbesuch, um keine anderen Patienten zu gefährden. "So lässt es sich sehr gut verhindern, dass plötzlich jemand unangemeldet am Tresen der Praxis steht und dann vielleicht auch noch in den Raum hustet", erklärt Christian Schmuck.

Coronavirus: Typische Beschwerden

Laut Weltgesundheitsorganisation sind typische Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Fieber, trockener Husten, Verlust der Geruchs- und Geschmackssinns, Kopf- und Gliederschmerzen, Halskratzen oder Atemnot.

Corona Grafik Symptome Covid-19

Liegt eine Infektion mit dem Coronavirus vor, verläuft diese in den meisten Fällen mild. Es gibt aber auch schwere Verläufe, die zu ernsten Lungenproblemen führen und tödlich enden können. Davon betroffen sind nach derzeitigem Stand vor allem ältere Menschen ab 80 Jahren oder Personen mit schweren Vorerkrankungen.

Test bei begründetem Verdacht

Besteht aufgrund der geschilderten Symptome und Aufenthaltsorte des Patienten ein begründeter Verdacht auf eine Infektion, können die Ärzte einen Test anordnen. Die Krankenkassen übernehmen dann die Kosten dafür. Der Test erfolgt in Form eines Rachenabstrichs – entweder zu Hause bei den Patienten oder in einem isolierten Bereich in der Arztpraxis.

Achtung: Auf dem Weg zur Praxis sollten Patienten keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, um keine weiteren Menschen anzustecken. Falls jemand kein Auto zur Verfügung hat, bespricht er am besten mit der Arztpraxis, ob zum Beispiel ein Hausbesuch möglich ist.

Gesundheitsamt informieren

Bei einem begründeten Verdacht kontaktiert der Haus- oder Bereitschaftsarzt das zuständige Gesundheitsamt. Dieses koordiniert die weiteren Maßnahmen, die genaue Handhabung ist jedoch regional unterschiedlich. In den meisten Fällen findet eine Isolation des Patienten zu Hause statt bis das Testergebnis da ist.

Wenn eine Krankenhaus-Einweisung sinnvoll erscheint, kann der Arzt diese – wenn möglich in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt – veranlassen, sodass der Betroffene unter Schutzvorkehrungen transportiert und in der Klinik isoliert werden kann.

Positives Testergebnis: Quarantäne

Den Abstrich schicken die Ärzte an ein Labor. Das Ergebnis liegt meist bereits einen Tag später vor. Ist es positiv, also die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, wird es dem Gesundheitsamt gemeldet. Dieses leitet sofortige Schritte ein und koordiniert die nötige Quarantäne, also die isolierte Unterbringung und Behandlung des infizierten Patienten.

Menschen, die zum Beispiel mit der positiv getesteten Person in einem Haushalt leben, zählen zu den sogenannten Kontaktpersonen der Kategorie I. Für sie gilt ebenfalls, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen und Abstandsregeln innerhalb der Wohnung einzuhalten. Treten bei ihnen Symptome auf, sollte ebenfalls ein Test nach telefonischer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt erfolgen.

Ruhe bewahren, aber wachsam sein

Um sich und andere vor dem Virus zu schützen, kann jeder Einzelne etwas tun. "Das allerwichtigste ist eine erhöhte Wachsamkeit", sagt Pressesprecher Christian Schmuck vom Hausärzteverband.

Dazu zähle etwa

  • zu Hause zu bleiben und direkte Kontakte zu meiden
  • mehrfach am Tag gründlich die Hände zu waschen
  • in ein Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen oder zu husten
  • einen Abstand von mehr als 1,5 Meter zur nächsten Person zu halten
  • einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen

Ändern Sie Ihr Verhalten aufgrund der stark gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen?
Zum Ergebnis