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Haustiere im Urlaub gut versorgen

Haustierbesitzer möchten ihre Gefährten gerne mit in die Ferien nehmen oder daheim gut versorgt wissen. Mit diesen Tipps wird es für beide erholsam

von Konstanze Fassbinder, 12.11.2018
Hundepension

Tierpensionen bieten an, sich in der Urlaubszeit um das vierbeinige Familienmitglied zu kümmern


Ein Langstreckenflug München-­Honolulu, den der Hund 24 Stunden und länger in Frachträumen zwischen Koffern und Sperrgepäck verbringt? Das würde wohl kaum ein Haustierbesitzer seinem vierbeinigen Gefährten für eine Urlaubsreise antun. Kleinere Fahrten können Sie als Halter jedoch guten Gewissens unternehmen, wenn Sie sie tierfreundlich gestalten. Soll der Vierbeiner daheim bleiben, finden Sie hier Tipps für eine gute Versorgung.

Betreuung daheim

Neben Bekannten kann ein professioneller Tiersitter Kleintiere wie Kaninchen oder Katzen versorgen. Letztere sind anders als Hunde ortstreu und reisen nicht gern, sagt Julia Blüher. Als Tierpsychologin ­berät sie Halter in Verhaltensfragen.

Eine Alternative sind Tierpensionen. "Prüfen Sie, wie die Tiere gehalten werden, und buchen Sie unbedingt frühzeitig", sagt Blüher. Gute Pensionen seien schnell ausgebucht. Tierärzte oder der Deutsche Tierschutzbund beraten bei der Wahl vertrauenswürdiger Personen und Einrichtungen und zum Inhalt des Betreuungsvertrags.

Hundestrand

Bei der Aktion "Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier" ­bekommen Halter vom örtlichen Tierschutzbund ­einen Partner in der Nähe vermittelt, mit dem sie eine gegenseitige Urlaubs­betreuung vereinbaren können.

Hund am Strand

"An zahlreichen Abschnitten der niedersächsischen Nordseeküste ­treffen Sie auf Verbotsschilder, bevor Sie überhaupt das Wasser sehen", sagt ­Natalie Leneweit, Reisebüro-Inhaberin in Brokstedt.

Für Halter wasserliebender Hunde sei daher eine Reise an die schleswig-holsteinische Nordsee oder an die Ostsee deutlich empfehlens­werter. Leneweit ist auf die Vermittlung hundefreundlicher Ferienobjekte ­spezialisiert. Der Tierschutzbund rät, bei Hundestränden auf Hygiene zu ­achten und Trinkwasser mitzunehmen. Sehr heiße Mittagsstunden verbringt der Vierbeiner besser im Haus.

Tiertransport

Wichtig auch: Die Unterkunft sollte hundegerecht sein. "Auch wenn die Einzäunung telefonisch als ‚vollständig und sicher‘ bestätigt wird: Lassen Sie sich das noch einmal schriftlich geben", rät Leneweit. Wie es um die Leinenpflicht steht, erfahren Urlauber bei der örtlichen Touristeninformation.

Ausrüstung für die Autofahrt

Autofahrer sollten möglichst kurze Fahrten planen, genug Pausen für Bewegung einlegen und bei Hitze abends oder nachts fahren. Reichlich Trink­­wasser, Futter und eine Transportsicherung mit Trenngitter, Hundeanschnallgurt oder Transportbox verstehen sich von selbst.

Wichtig zu wissen: Auch Hunden kann beim Autofahren schlecht werden – und durch Zugluft können sie sich am offenen Fenster eine Bindehautentzündung zuziehen.

Reisen mit der Bahn

Bei Bahn und Bus gelten je nach ­Anbieter unterschiedliche Transport­­bedingungen für Katzen, Hunde und andere Kleintiere. Informieren Sie sich vorab, welche Tiere wie mitgeführt ­werden dürfen – und überlegen Sie sich, ob Sie diese Bedingungen Ihrem Liebling zumuten wollen.

In einigen Ländern ist ein Maulkorb für Hunde Pflicht. "Er sollte auf keinen Fall zum zusätzlichen Stressfaktor werden", sagt Blüher. Sie rät deshalb, den Hund so früh wie möglich daran zu gewöhnen und ein Modell zu wählen, mit dem er noch trinken und hecheln kann.

Tiere im Flieger

Einige Vierbeiner dürfen auch mit ins Flugzeug, bei manchen Fluggesellschaften zum Beispiel Kaninchen, Hunde und Katzen. Wiegt das Tier inklusive Transportbox bis zu acht Kilo, darf es – wie Therapie- oder Blindenhunde – mit in die Kabine.

Alle anderen tierischen Fluggäste müssen, ebenfalls in einer Box, mit dem Frachtraum vorliebnehmen. "Dort ist es noch kühler als im Passagier­bereich und viel lauter. Ist Ihr Tier sehr ängstlich, sollten Sie sich überlegen, ob Sie ihm das antun wollen", sagt ­Blüher. Generell sollten Halter Mit­nahme und Tickets für ihren Vierbeiner frühzeitig organisieren und buchen.

Papiere fürs Ausland

Für den Urlaub im Ausland sollten Tierhalter sich bei der jeweiligen Botschaft nach den Einreisebedingungen erkundigen. Vorsicht: Ohne den vor­­geschriebenen Impfschutz droht eine Quarantäne. Der Tierschutzbund rät, sich beim Tierarzt neben einem ­Mikrochip für Hunde und Katzen den Euro­päischen Heimtierausweis aus­stellen zu lassen und auch eine spezielle ­­Reiseapotheke zu besorgen.

Wer einen Urlaub in Dänemark plant, sollte sich mit dem dortigen Hundegesetz beschäftigen. Ein Tier einer verbotenen Rasse kann dem Halter bei illegaler Einreise entzogen werden.

Hund im Boot

Tierfreundlicher Urlaub

Gerade mit Hund bieten sich Urlaube an, bei denen der Gefährte sich viel draußen bewegen kann. Schon allein deshalb sollte man zu heiße Regionen meiden – besonders mit Rassen wie Huskys.

Da passt es gut, dass Deutschland und Österreich laut Leneweit
sehr hundefreundliche Reiseländer sind. "Inzwischen gibt es auch immer mehr ausgewiesene Hunde-Wander­wege und sogar -Langlaufloipen." Eine weite Reise kann man seinem Vierbeiner also getrost ersparen.