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Gratis-Schnelltests verzögern sich

Gratis-Schnelltests können helfen, Corona unter Kontrolle zu halten. Doch ab 1. März, wie ursprünglich geplant, wird es sie nun doch nicht geben. Gesundheitsminister Spahn gerät zunehmend in die Kritik

von dpa / Aglaja Adam, aktualisiert am 01.03.2021

Gratis-Schnelltests sollen helfen, das Virus einzudämmen - und so mittelfristig mehr Lockerungen zu ermöglichen. Die Forderungen danach werden immer lauter. Ursprünglich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sie für 1. März angekündigt. Nun soll aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März darüber gesprochen werden. Spahns Plan sah vor,  dass ab 1. März alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können, etwa in Testzentren, Arztpraxen oder Apotheken.

Vorteil der Schnelltests: Die Proben brauchen nicht extra ins Labor zum Auswerten geschickt zu werden, sondern funktionieren ähnlich wie Schwangerschaftstests, wie das Ministerium erklärt: Die Probe kommt auf einen Teststreifen, der mit einer Verfärbung reagiert. Dazu muss man sich aber von geschultem Personal einen Nasen- oder Rachenabstrich abnehmen lassen, was unangenehm ist. Diese Antigen-Tests gelten auch nicht als so genau wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut (RKI) muss ein positives Ergebnis daher per PCR-Test bestätigt werden.

Laien-Schnelltests versprechen mehr Sicherheit im Alltag

Näher rückt auch ein breiter Einsatz von Selbsttests für Laien. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat die ersten drei Sonderzulassungen für Corona-Tests für zu Hause erteilt. Bei den Tests werden die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte dazu am Mittwochmorgen im ZDF: "Ich gehe davon aus, dass wir schon nächste Woche weitere genehmigen können, Sonderzulassungen aussprechen können."

Impfreihenfolge geändert: Lehrkräfte und Erzieherinnen haben Vorrang

Auch Impfungen gelten als wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie. Seit dem heutigen Mittwoch können sich Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an Kitas gegen Corona impfen lassen. Mit der Änderung der Impfreihenfolge soll die teilweise Öffnung von Kitas und Schulen besser abgesichert werden. Für diese Impfungen kommen voraussichtlich zunächst Hunderttausende Impfdosen des Herstellers AstraZeneca in Frage, die bisher ungenutzt lagern.

Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert - nach Angaben des Robert Koch-Instituts aber nur 212000 Dosen gespritzt. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass sich Pflegekräfte wegen der etwas geringeren Wirksamkeit damit nicht spritzen lassen wollen.

Weiterer Corona-Impfstoff kurz vor der Zulassung

Außerdem könnte es bald noch einen weiteren Impfstoff in der EU geben. Bislang sind hier die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Modern und AstraZeneca zugelassen und auf dem Markt. In den USA wurde Ende Februar nun ein weiteres Präparat zugelassen: das vom US-Hersteller Johnson & Johnson. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte eine Notfallzulassung für das Vakzin. Es ist das erste Präparat, das nur einmal gespritzt werden muss. Außerdem muss es nicht tiefgefroren gelagert werden, was die Verteilung erleichtert. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft den Johnson & Johnson-Impfstoff derzeit in einem beschleunigten Verfahren. Eine Entscheidung könnte bis Mitte März fallen. Von Johnson & Johnson hat die EU-Kommission Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt und sich eine Option auf weitere 200 Millionen gesichert. Von der bestellten Menge würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten.