Grippe - kurz zusammengefasst

An Grippe erkrankte Personen sind ab den ersten Symptomen circa eine Woche lang ansteckend. Bereits einen Tag nach der Infektion können Krankheitszeichen auftreten. Ohne Komplikationen dauert eine Grippe üblicherweise einige Tage bis eine Woche. Es gibt Medikamente, die helfen, die Vermehrung der Viren im Körper einzudämmen. Zum Einsatz kommen sie vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen. Sie sollten innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten erster Symptome angewandt werden. Für Menschen ab 60 und andere Risikopersonen wird in Deutschland eine jährliche Impfung gegen Grippe empfohlen.

Was ist Influenza?

Als "Influenza" oder "echte Grippe" bezeichnet man eine Erkrankung  durch das Influenza-Virus. Es gibt verschiedene Typen von  Influenza-Viren (A, B, C). Am häufigsten   und am gefährlichsten ist das  Influenza-Virus Typ A. Es ist auf der   ganzen Welt verbreitet und  verändert sich ständig, was es schwierig   macht, einer Infektion  vorzubeugen.

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Wichtig ist es, die echte Grippe vom grippalen Infekt zu unterscheiden. Bei einem "grippalen Infekt" handelt es sich normalerweise  nicht um eine Infektion mit dem Influenza-Virus, sondern um eine Erkältung.  Die Magen-Darm-Grippe hat ebenfalls nichts mit der Influenza zu tun.  Dieser Begriff wird für Magen-Darm-Infektionen durch unterschiedliche  Erreger verwendet, die zum Beispiel zu Durchfall und Erbrechen führen.

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Wie infiziert man sich mit Influenza und wie lange ist man ansteckend?

Die Grippeviren sind nur wenige Tausendstel Millimeter groß. Sie befallen Schleimhautzellen, zum Beispiel in der Nase, und vermehren sich dort. Menschen stecken sich mit Grippe meist durch Tröpfcheninfektion an. Das kann beispielsweise geschehen, wenn eine erkrankte Person niest und andere die Tröpfchen einatmen.

Influenza-Viren können bis zu mehrere Stunden außerhalb des Körpers überleben, bei niedrigen Temperaturen sogar noch länger. Kommen die Hände in Kontakt mit Gegenständen, auf denen sich virushaltige Sekrete befinden (zum Beispiel Türklinken) und fasst man sich anschließend damit an die Nase oder andere Schleimhäute, ist eine Infektion ebenfalls möglich.

Erkrankte sind ab dem Auftreten der ersten Symptome für ungefähr fünf bis sieben Tage ansteckend. Manchmal sind Betroffene sogar schon vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen oder länger als eine Woche infektös.

Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Erkrankung an Grippe und vor allem Komplikationen begünstigen. So zum Beispiel:

  • Schwangerschaft
  • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Tumorerkrankungen
  • Alter von über 65 Jahren, hier reagiert das Immunsystem nicht mehr so gut auf neue Erreger
  • Alter von weniger als einem Jahr, hier ist das Immunsystem noch unreif und reagiert nicht so effektiv
  • Chronische Lungenerkrankungen wie Asthma, Lungenemphysem, chronische BronchitisMukoviszidose
  • Chronische Herzkrankheiten
  • HIV-Infektion
  • Unterdrückung des Immunsystems im Zuge einer medizinischen Behandlung
  • Unterernährung oder starkes Übergewicht


Welche Symptome treten bei Grippe auf?

Oft realisiert man gar nicht, dass man eine Grippe hat: In 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion mit Influenza unbemerkt oder nur wie eine leichte Erkältung. Jährlich sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung betroffen, aber die Mehrheit davon bekommt das nicht mit.

Bei den übrigen 20 Prozent der Infizierten kommt es zu einem schwereren Verlauf. Die Symptome treten hier meist plötzlich und schon ein bis zwei Tage nach der Ansteckung auf. Der Infekt beginnt mit Frösteln und starkem Krankheitsgefühl. Dazu kann kommen:

Treten keine Komplikationen auf, ist die Infektion üblicherweise nach einer Dauer von wenigen Tagen bis einer Woche überstanden.

Aber die Grippe macht uns auch anfälliger gegenüber Bakterien. Ist das Immunsystem durch den Virus-Infekt geschwächt, haben andere Krankheitserreger ein leichtes Spiel. Die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza gehen nicht auf das Virus selbst zurück, sondern auf bakterielle Infektionen, die sich zu einer Grippeerkrankung hinzugesellt haben (sogenannte Sekundärinfektionen).

Bei diesen bakteriellen Erkrankungen kann es sich unter anderem um Lungen-, Ohren- oder Herzmuskelentzündungen handeln. Sie können jeweils unterschiedliche Symptome hervorrufen und sollten umgehend behandelt werden.

Kann man an Grippe sterben?

Influenza kann lebensgefährlich sein, etwa im Rahmen einer Seuche durch einen neuartigen Virustyp, der besonders aggressiv ist. Das kommt aber nur sehr selten vor.

Für einen gesunden Organismus mit einem intakten Immunsystem stellt eine Grippe normalerweise kein lebensbedrohliches Problem dar. Nach ein paar Tagen hat der Körper die Krankheit meist im Griff. Nur das Gefühl der Abgeschlagenheit kann manchmal über längere Zeit anhalten. Am ehesten sind Kinder, ältere Menschen mit Vorerkrankungen und Patienten mit einer Abwehrschwäche durch Influenza gefährdet. Ist eine Person aus diesem Kreis vermutlich von einer Grippe betroffen, sollte immer ein Arzt konsultiert werden, um zu entscheiden, ob eine spezifische Behandlung sinnvoll oder notwendig ist.

Treten zusätzlich zu dem Virusinfekt bakterielle Erkrankungen auf, ist eine rasch einsetzende und effiziente Behandlung wichtig, da es dadurch auch bei sonst gesunden Menschen zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann. Eine schwere Komplikationen der Grippe ist  zum Beispiel eine Lungenentzündung, bei vorliegenden Gefäßschäden erhöht die Grippe aber auch das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

Diagnose

Harmlose Erkältungskrankheiten, oft als "grippaler Infekt" bezeichnet, können ähnliche Symptome wie eine Grippe verursachen: Husten, eine erhöhte Körpertemperatur oder Kopfschmerzen können zum Beispiel auch hier auftreten. Diese von anderen Viren ausgelösten Infektionen unterscheiden sich von Influenza durch die Schwere des Verlaufs: Sie gehen nur selten mit Fieber einher und führen in der Regel nur zu einer kurzzeitigen Abgeschlagenheit, die lediglich etwas Schonung bedarf.
 
Meist genügt dem Arzt das klinische Erscheinungsbild, also die Summe der Krankheitszeichen, um eine Influenza-Infektion zu erkennen. Er wird selbstverständlich auch besonderes dann an eine mögliche Grippe denken, wenn er weiß, dass in der Region aktuell eine Influenza-Epidemie vorliegt.

Bei Verdacht und entsprechenden Symptomen macht der behandelnde Arzt üblicherweise einen Nasen- oder Rachenabstrich, das heißt, er gewinnt mit einem Wattestäbchen etwas Sekret aus der Nase oder dem Nasenrachenraum. Mit einem sogenannten Influenza A/B-Schnelltest lässt sich eine "echte Grippe" innerhalb von 15 Minuten nachweisen. Allerdings sind Schnelltests bei Erwachsenen nicht besonders genau. Exakter ist der Nachweis mittels eines PCR-Tests, der das Erbgut des Virus im Blut identifiziert. Bis ein Ergebnis vorliegt, dauert es hier aber zumindest einige Stunden.

Behandlung: Was kann man gegen Grippe tun?

Körperliche Schonung und Bettruhe sind wichtig, damit die Grippe schnell ausheilt.

Die übrigen Maßnahmen richten sich nach den vorherrschenden Symptomen: Inhalieren kann zum Beispiel bei Husten und einer laufenden Nase sinnvoll sein. Glieder- und Kopfschmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln lindern. Bei Kindern unter 12 Jahren sollten diese Medikamente jedoch auf keinen Fall Acetylsalicylsäure enthalten. Bei einem bestehenden Infekt drohen den Kleinen sonst gefährliche Leber- und Gehirnschäden (sogenanntes Reye-Syndrom). Wer fiebert und schwitzt sollte außerdem darauf achten, die verlorene Flüssigkeitsmenge durch ausreichendes Trinken wieder aufzunehmen. Mit diesen allgemeinen Maßnahmen ist eine Infektion bei unkompliziertem Verlauf nach wenigen Tagen überstanden.

So wirken Neuraminidasehemmer

So wirken Neuraminidasehemmer

Medikamente gegen Grippe

Zur gezielten Behandlung der Grippe stehen antivirale – also gegen  Viren wirkende – Stoffe zur Verfügung: Oseltamivir und Zanamivir hemmen  die Neuraminidase, eines der Oberflächenmoleküle des Virus. Die  Neuraminidase spielt unter anderem eine wichtige Rolle bei der  Freisetzung der Viren von einer infizierten Zelle.

Alle  antiviralen Medikamente sollten bereits innerhalb von 48 Stunden nach  Krankheitsbeginn eingenommen beziehungsweise angewandt werden. Denn sie  verhindern nur die Vermehrung der Viren und wirken daher am besten, wenn  deren Ausbreitung im Körper noch nicht weit fortgeschritten ist.  Rechtzeitig verabreicht können sie die Dauer der Krankheit verkürzen,  die Schwere vermindern und die Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen  Folgeinfektion verringern. Antivirale Medikamente sollten bei Patienten  mit chronischen Erkrankungen, Immunschwäche und bei  Grippe-Komplikationen wie einer Lungenentzündung erwogen werden. Bei Personen ohne Vorerkrankungen sind sie in der Regel nicht notwendig.

Vorbeugen: Impfung und Händewaschen

Es existieren wirksame Impfstoffe gegen die Grippe. Der Inhalt wird regelmäßig angepasst, damit er möglichst gut gegen die häufigsten aktuellen Virustypen der Saison schützt. Deshalb und weil die Wirksamkeit der Impfung nicht lange anhält, ist jährlich eine neue Impfung notwendig.

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Influenza allen Menschen ab 60 Jahren sowie bestimmten Risikogruppen. Dazu zählen unter anderem Menschen mit Abwehrschwäche, Diabetes oder chronischen Leber-, Nieren-, Herz- oder Atemwegskrankheiten wie Asthma oder COPD. Auch wenn die Impfung nicht immer die Infektion mit dem Virus verhindert, so schützt sie zum Beispiel bei Patienten mit Gefäßschäden, die an einer Grippe erkranken, ähnlich gut vor Herzinfarkten wie eine Senkung des Cholesterins im Blut.

Menschen, die überdurchschnittlich häufig Umgang mit Influenza-Erkrankten haben, beispielsweise Krankenhauspersonal, sollten ebenfalls geimpft sein, um zu vermeiden, dass sie die Krankheit weitergeben.

Auch Frauen, die während der Grippe-Saison schwanger sind, sollten sich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhtem Risiko aufgrund von chronischen Erkrankungen sogar bereits im ersten Drittel impfen lassen. Wenn Sie wissen möchten, ob eine Impfung gegen Influenza auch für Sie sinnvoll ist, beraten Sie sich mit Ihrem Hausarzt.

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Wegen des sich ständig verändernden Virus kann jedoch keine Impfung  hundertprozentig schützen. Um Infektionen vorzubeugen ist es daher  außerdem empfehlenswert, auf eine gute Händehygiene zu achten. Bei  Erkältungs- und Grippeepidemien kann es sinnvoll sein, auf  die Begrüßung per Handschlag zu verzichten, um einer möglichen  Ansteckung vorzubeugen.

Die Hände richtig waschen – unser Video zeigt, wie das geht:

Unser Experte: Professor Dr. Bernd Salzberger

Unser Experte: Professor Dr. Bernd Salzberger

Beratender Experte

Professor Dr. med. Bernd Salzberger ist Internist und Infektiologe. Seit  2001 ist er als Professor für Klinische Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg tätig. Schwerpunkte seiner  Forschungsarbeit sind HIV-Infektion, CMV-Infektion und Viruserkrankungen  bei immunsupprimierten Patienten.

Quellen:

Robert Koch Institut: Influenza (Teil 1): Erkrankung durch saisonale Influenzaviren. RKI-Ratgeber für Ärzte. Online: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html#doc2382022bodyText26

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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