Seit dem ersten April dürfen nur noch rund ein Drittel der Patient:innen pro Quartal ausschließlich per Videosprechstunde behandelt werden. Bei den übrigen Patient:innen kann sie flexibel eingesetzt werden, wenn mindestens ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal erfolgt ist.

Diese Regelungen gelten seit dem ersten April

Damit sind die pandemiebedingten Sonderregelungen nicht mehr gültig. Diese sahen vor, dass Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen die ausschließliche virtuelle Behandlung einer unbegrenzten Anzahl von Patient:innen anbieten können. Auch die unbegrenzte Abrechnung von Leistungen im Rahmen einer Videosprechstunde ist nun nicht mehr möglich, hier liegt die Obergrenze jetzt ebenfalls bei 30 Prozent.

Mehr Spielraum für Psychotherapeut:innen

Videosprechstunde in der Psychotherapie können aber ab dem 1. Juli 2022 wieder flexibler eingesetzt werden. Demnach könnte in einer Praxis eine bestimmte Leistung nach Bedarf öfter per Video erfolgen, wenn die anderen videofähigen Leistungen dann vor allem persönlich durchgeführt werden.

Wichtig ist, dass die Praxis insgesamt die Obergrenze von 30 Prozent pro Quartal nicht überschreitet. Ausgenommen von dieser Regelung ist die psychotherapeutische Akutbehandlung. Für sie bleibt die 30-Prozent-Grenze bestehen. Auch für die Psychotherapeutische Sprechstunde sowie probatorische Sitzungen gilt diese Regelung nicht, denn diese sind seit dem 1. April 2022 generell nicht mehr in der Videosprechstunde möglich.

Mehr Videosprechstunden durch die Pandemie

Die Zahl der Videosprechstunden ist durch die Corona-Pandemie enorm gestiegen. Im Juni 2021 wurde daher mit dem Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege festgelegt, die Rahmenbedingungen für Videosprechstunden nach dem Auslaufen der Sonderregelungen am 31. März 2022 zu verbessern und die ursprünglich geltenden Obergrenzen für Fallzahlen und Leistungsmenge von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen. Ob das den Bedarf decken kann, ist allerdings unklar.

Einige Sonderregelungen gehören immerhin bereits zur Regelversorgung. Psychotherapeutische Akutbehandlungen sowie Gruppentherapien etwa können seit Herbst 2021 regulär per Video erfolgen. Auch Krankschreibungen bleiben im Rahmen einer Online-Sprechstunde weiterhin möglich.