"Ava" – die künstliche Intelligenz schreibt mit

Eine einfache Spracherkennung ist in den meisten Smartphones bereits  vorinstalliert. Man legt das Handy bei einem Gespräch einfach auf den  Tisch und es übersetzt Worte in Schrift. Die Ava-App geht noch einen  Schritt weiter: Sie ist vor allem für Gespräche mit mehreren Personen  hilfreich. Alle benutzen dabei das eigene Handy quasi als Mikrofon.  Die App ordnet das Gesagte den jeweilig Sprechenden zu. Das Gespräch  erscheint dann als Chatverlauf im Display. Voraussetzung ist allerdings,  dass Alle die App installiert haben. Wegen des hohen  Datenverbrauchs funktioniert die App am besten mit WLAN.

  • Beriebssystem Android / iOS, Download hier
  • Kosten: fünf Stunden Live-Untertitel pro Monat gratis

"Pedius" – Telefonieren für Gehörlose

Diese App funktioniert ähnlich wie Ava, allerdings nicht im  persönlichen  Gespräch, sondern zum Telefonieren. Mithilfe der App kann  man sowohl  Festnetz- als auch Handynummern anrufen. Während eines Telefonats  schreibt  man eine Nachricht, die von einer Computerstimme an den  hörenden Part weitergegeben wird. Man kann aber auch selbst  sprechen.  Die Antworten der hörenden Gesprächsbeteiligten wiederum können  Hörbehinderte als Nachricht in Echtzeit lesen.

  • Beriebssystem Android / iOS, Download hier
  • Kosten: 20 Minuten pro Monat sind gratis. Für weitere Minuten bietet Pedius verschiedene Pakete an, die man kaufen kann.

"Cardzilla" – der digitale Notizblock

Viele Hörbehinderte kommunizieren gerne schriftlich, zum Beispiel  beim Bestellen im Restaurant. Das funktioniert auch über das Smartphone.  Damit das Gegenüber das Geschriebene auf dem kleinen Handy-Display auch  lesen kann, vergrößert Cardzilla die Schrift automatisch. Bestimmte  Sätze, die man oft verwendet, lassen sich auch speichern. So muss man  sie nicht jedes Mal neu eingeben.

"Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache"

Mithilfe dieser App kann man wie in einem Wörterbuch ein Wort  eingeben und erhält dann ein entsprechendes Gebärdenvideo als  Übersetzung. Super zum Lernen der Gebärdensprache, auch für hörende  Angehörige von hörbehinderten Menschen.

  • Betriebssystem Android / iOS; Download hier
  • Kosten: Basisversion (enthält mehr als 80 Videos mit Situationen aus  dem Alltag) gratis, spezielle Themenbereiche (Medizin, Beruf etc.)  können gegen Entgelt dazu gebucht werden.

"Greta" – barrierefreies Kino

Greta ist nicht nur für blinde, sondern auch für hörbehinderte  Menschen geeignet. Vor dem Kinobesuch kann man damit die Untertitel für  den jeweiligen Film herunterladen. Diese werden dann per Audioerkennung  mit dem laufenden Film synchronisiert und der Nutzer kann die Untertitel  auf dem Handy mitlesen.

"Live Transcribe & Sound Notifications" – erkennt Alltagsgeräusche

Diese App übersetzt nicht nur Gesprochenes in Schrift, sie erkennt  auch über 30 Alltagsgeräusche wie zum Beispiel das Weinen eines Babys,  das Miauen einer Katze oder die Türklingel. Nutzende werden durch  Einblendung, Blitze und/oder Vibration über das entsprechende Geräusch  informiert. Die erkannten Geräusche bleiben einige Stunden lang in einer  Zeitreihe gespeichert. So kann man zum Beispiel sehen, ob der Paketbote verpasst wurde. Die Alarme lassen sich auch an die  Smartwatch weiterleiten. Wer kein Android-Handy hat, kann von einer  ähnlichen Geräuscherkennung profitieren. Ab iOS 14 ist diese bereits in  den Bedienungshilfen integriert.

Mit Apps sprachliche Einschränkungen überwinden

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, mit anderen zu kommunizieren  und sich verständlich zu machen. Auch hier können Apps helfen.

"Grace" – für Autismus

Menschen mit Sprachdefiziten können sich durch diese App mit Bildern  ausdrücken und so ihre Bedürfnisse und Gefühle mitteilen (z.B.  Hungergefühl, Traurigkeit etc.). Zusätzlich zu dem Bild erscheint das  geschriebene Wort. Damit können Nutzende die Aussprache üben, um die  sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Entwickelt wurde die App durch  das Engagement einer Mutter, die ein Kind mit Autismus hat.

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Wer nach speziellen Apps sucht, kann bei den entsprechenden Verbänden nachfragen. Beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband gibt es zum Beispiel eine Koordinationsstelle Hilfsmittelberater, an die man sich wenden kann.

Auch das Portal "REHADAT-Hilfsmittel" gibt  Auskunft. Hier kann man gezielt nach einer App für individuelle  Bedürfnisse suchen. Das Portal ist Teil des  REHADAT-Informationsangebots. REHADAT ist ein Projekt des Instituts der  deutschen Wirtschaft Köln e. V., gefördert vom Bundesministerium für  Arbeit und Soziales (BMAS) aus dem Ausgleichsfonds.