Depressionen: Behandlung mit Psychotherapie

Eine Behandlung mit psychotherapeutischen Verfahren kann bei Depressionen helfen. Meist erfolgt sie in Form von regelmäßigen Gesprächen

aktualisiert am 07.04.2017

Psychotherapeutische Verfahren sind eine wichtige Säule der Therapie


Wie wirksam ist eine Psychotherapie? Bei leichten Depressionen kann diese Form der Behandlung bereits ausreichen, um wieder auf die Beine zu kommen. Und bei mittleren und schweren Depressionen ist sie für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie die Therapie mit Antidepressiva. Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Formen der Psychotherapie, die auf verschiedenen Grundannahmen basieren: Zum einen den verhaltenstherapeutischen, zum anderen den tiefenpsychologischen Ansatz.

Verhaltenstherapie

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie werden schädliche Verhaltensweisen und negative Denkmuster benannt – und zum Positiven verändert. Der Patient lernt, sich selbst und seine Umwelt nicht mehr "schwarz-weiß" wahrzunehmen. Die Fähigkeit, sich schöne (positiv erlebte und wahrgenommene) Erlebnisse zu verschaffen, wird nach und nach wieder aufgebaut. Die kognitive Verhaltenstherapie wirkt bei Depressionen nachgewiesenermaßen gut.

Tiefenpsychologie

Tiefenpsychologische Behandlungsverfahren wie die Psychodynamische Psychotherapie, aus der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie stammend, und die interpersonelle Psychotherapie (IPT), die speziell für Depressionskranke entwickelt wurde, gehen davon aus, dass die Depressionserkrankung auf einen unbewussten inneren Konflikt zurückgeht, der durch negative Erfahrungen in der frühen Kindheit und Jugend entstanden ist. Durch die Bewusstmachung dieses Konflikts, so die Annahme, gelingt es, ihn aufzulösen.

  • Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. Psychoanalyse konzentriert sich stark auf die Aufarbeitung vergangener Konflikte. Sie dauert häufig mehrere Jahre. Heute gibt es aber auch psychodynamische Kurzzeittherapien. Ziel ist eine bessere Bewältigung von Gegenwart und Zukunft.
  • Die interpersonelle Psychotherapie dauert zwischen 12 und 20 Sitzungen. Sie konzentriert sich auf die krankmachende Auswirkung von belastenden Beziehungserfahrungen vor allem in der Gegenwart, die sie verhaltenstherapeutisch verändert möchte.

Welche Psychotherapie hilft am besten? Nicht jede psychotherapeutische Methode ist für jeden gleich gut geeignet. Auch hier trifft zu: Bis das richtige Verfahren gemeinsam mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten gefunden ist, vergeht manchmal Zeit. Aber man sollte sich als Patient nicht scheuen, verschiedene Verfahren auszuprobieren. Denn der Erfolg der psychotherapeutischen Behandlung hängt maßgeblich davon ab, ob man sich mit dem gewählten Verfahren und – ebenfalls sehr wichtig – mit dem behandelnden Therapeuten wohl fühlt.