Kurz zusammengefasst: Das Wichtigste zu Pantoprazol

  • Pantoprazol hemmt die Bildung von Magensäure.
  • Es gehört zur Arzneistoffgruppe der Protonenpumpenhemmer.
  • Bei Langzeittherapie kann es unter anderem zu einem Mangel an Vitamin B12 und Mineralstoffen kommen.
  • Bis zu einer Dosierung von 20 mg ist Pantoprazol in kleiner Packungseinheit (maximal 14 Stück) rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Wofür wird Pantoprazol angewendet?

Pantoprazol verringert die Bildung von Magensäure. Der Wirkstoff wird unter anderem angewendet bei Entzündungen in der Speiseröhre, wenn diese durch den Rückfluss von Magensäure bedingt sind. Auch bei Geschwüren im Magen oder Zwölffingerdarm kommt Pantoprazol zum Einsatz.

Ärzte und Ärztinnen verschreiben den Wirkstoff auch, wenn Sie längerfristig bestimmte Schmerzmittel einnehmen müssen, zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen. Diese Mittel können Magenbeschwerden bis hin zum Magengeschwür begünstigen. Pantoprazol verringert dieses Risiko und wird deshalb auch als „Magenschutz“ bezeichnet.

Außerdem setzen Ärztinnen und Ärzte Pantoprazol in Kombination mit zwei verschiedenen Antibiotika gegen die Infektion mit dem Keim Helicobacter pylori ein. Dieser kann eine Magenschleimhautentzündung auslösen.

Wie wirkt Pantoprazol?

Pantoprazol ist ein sogenannter Protonenpumpenhemmer oder Protonenpumpeninhibitor, kurz: PPI. Die Protonenpumpe ist ein Eiweiß, das in bestimmten Zellen der Magenschleimhaut vorkommt und benötigt wird, um Magensäure zu bilden. Pantoprazol hemmt diese Pumpe und unterdrückt damit die Produktion der Säure. Damit wirkt sich der Arzneistoff schützend auf die Schleimhaut in Magen und Speiseröhre aus, wenn diese durch die Magensäure angegriffen sind.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Die Tabletten sollten Sie unzerkaut und unzerbrochen etwa eine Stunde vor der Mahlzeit mit einem Glas Wasser einnehmen. Beides ist wichtig, damit Pantoprazol überhaupt wirken kann.

Welche Nebenwirkungen kann Pantoprazol hervorrufen?

Pharmazeutische Hersteller müssen im Beipackzettel eines Medikaments alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen auflisten. Deshalb ist dieser Abschnitt oft sehr lang und wenig vertrauenserweckend.

"Sehr häufig" bedeutet zum Beispiel: Bei mehr als zehn Prozent der Anwender (oder mehr als 1 von 10 Behandelten) können sich Nebenwirkungen einstellen. "Häufig" heißt: Bei bis zu zehn Prozent der Menschen (oder bis zu 1 von 10), kann es zu Nebenwirkungen kommen. Mit "gelegentlich" ist gemeint: Bei bis zu einem Prozent der Anwender (oder bis zu 1 von 100) können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten.

Dieser Text führt vor allem die "sehr häufigen", "häufigen" und "gelegentlichen" unerwünschten Wirkungen auf und weist auf besonders gefährliche hin. Der Text ersetzt nicht den Beipackzettel und gibt diesen nicht vollständig wieder.

Pantoprazol ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber zu unterschiedlichen kurzfristigen wie langfristigen Nebenwirkungen führen.

Beispiele für eher kurzfristige Nebenwirkungen:

Nach dem Absetzen von Pantoprazol verschwinden die meisten Beschwerden wieder.

Magen-Darm-Beschwerden, wie etwa:

Schleimhaut und Haut:

  • Trockener Mund
  • Juckreiz auf der Haut
  • Hautausschläge - bitte dann unbedingt zügig Rücksprache zum behandelnden Arzt aufnehmen!

Außerdem kann Pantoprazol unter anderem Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel auslösen.

Beispiele für eher langfristige Nebenwirkungen:

Folgende weitere unerwünschte Effekte treten eher bei einer längerfristigen Einnahme auf:

Leber:

Pantoprazol wird im Körper über die Leber abgebaut. Insbesondere wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben, sollten Sie daher regelmäßig Ihre Leberwerte kontrollieren lassen, wenn Sie Pantoprazol länger einnehmen. Zusätzlich sollten Sie besonders auf Warnzeichen wie eine Gelbfärbung von Haut und Augäpfeln achten.

Vitamin B12-Mangel:

Eine längere Einnahme von Pantoprazol kann zu einer schlechteren Aufnahme von Vitamin B12 führen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Kontrolle des B12-Spiegels durch den Arzt oder die Ärztin in diesem Fall sinnvoll.

Anzeichen für einen Mangel an B12 können beispielsweise sein:

  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Missempfindungen
  • Zungenbrennen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Antriebslosigkeit
  • Depressive Verstimmung
Seelachs enthält Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B12 ist unter anderem an der Blutbildung beteiligt. Es kommt in tierischen Lebensmitteln vor

Magnesiummangel:

Auf Dauer kann Pantoprazol zu einem Magnesiummangel führen. Dies kann sich schleichend entwickeln. Informieren Sie bei folgenden Beschwerden daher umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt:

  • Erschöpfungszustände
  • Krämpfe oder unwillkührliche Muskelzuckungen
  • Schwindelgefühl
  • beschleunigter Herzschlag
  • Verwirrtheit


Kalzium- und Kaliummangel:

Pantoprazol kann auch einen Kalziummangel auslösen. Das kann das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose erhöhen. Ebenfalls kann die Pantoprazol-Einnahme zu niedrigen Kaliumwerten führen und damit Symptome wie Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwäche auslösen.


Agranulozytose:

Eine sogenannte Agranulozytose kommt sehr selten vor, kann aber lebensgefährlich werden. Dabei nimmt die Menge an bestimmten Blutzellen stark ab. Sie äußert sich beispielsweise in Erkältungssymptomen wie Fieber und Schüttelfrost.

Wichtig:

Häufig wird der Wirkstoff über einen längeren Zeitraum eingenommen. Setzt man Pantoprazol ab, ist es daher sinnvoll, das nicht abrupt zu tun. Denn das kann kurzfristig dazu führen, dass mehr Magensäure gebildet wird und die Beschwerden wieder zunehmen. Besprechen Sie das Absetzen daher mit der Ärztin oder dem Arzt.

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Wechselwirkungen: Verträgt sich Pantoprazol mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Bei der Anwendung von Pantoprazol können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln auftreten. Beachten Sie daher genau die Einnahmehinweise beziehungsweise sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Einige Beispiele:

  • Pantoprazol und HIV-Mittel wie Atazanavir: Die Wirkung von Atazanavir nimmt bei gleichzeitiger Anwendung ab.
  • Pantoprazol beeinflusst auch die Wirksamkeit von Anti-Pilz-Medikamenten wie Ketoconazol, Itraconazol und Posaconazol.
  • Gerinnungshemmer wie Warfarin oder Phenprocumon: Der sogenannte INR-Wert kann sich verändern. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutgerinnungswertes INR ist daher sinnvoll.
  • Metothrexat (MTX) und Pantoprazol: Die Konzentration von MTX im Blut kann sich erhöhen. Das kann sehr gefährlich werden. Gehen Sie sofort zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie Halsschmerzen, Fieber, Mundgeschwüre, Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge, Blutungen haben oder ungewöhnlich schwach sind. Dies können Anzeichen einer Überdosierung mit MTX sein.

Wer darf Pantoprazol nicht anwenden?

Sind Sie überempfindlich auf den Wirkstoff, dürfen Sie ihn nicht einnehmen.

Laut dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie an der Charité Berlin (Embryotox) dürfen Schwangere und Stillende Pantoprazol einnehmen. Allerdings sollten sie Pantoprazol nur dann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin einnehmen, wenn es wirklich notwendig ist.

Hinweis: Dieser Text enthält nur allgemeine Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lesen Sie sich unbedingt die Packungsbeilage Ihres Medikaments genau durch und lassen sich von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.

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Quellen

Fachinfo Pantoprazol. Online: https://www.fachinfo.de/suche/fi/020163 (Abgerufen 01/2022)

Embryotox: https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/pantoprazol/ (Abgerufen 01/2022)

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