Schnupfen: Therapie und Selbsthilfe

Die Nase mag feuchte und saubere Luft. Und Wärme. Tipps, wie Sie Schnupfenbeschwerden lindern und einer Rhinitis vorbeugen

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 23.05.2017

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Schnupfentherapie: Auf Form und Ursache kommt es an

Die Behandlung von Schnupfen richtet sich immer nach der Schnupfenart und der Ursache. Der Hausarzt, HNO-Arzt, Allergologe oder Internist werden entsprechend auf ihre Patienten eingehen und passende Therapiemaßnahmen ansetzen.

Wenn Sie sich einen akuten Erkältungsschnupfen eingefangen haben, geht es in erster Linie darum, die Beschwerden zu lindern. Das unterstützen Wärme, etwa in Form von Rotlicht, und Inhalieren von Dampf, eventuell mit Kräuterzusätzen wie Kamille (Vorsicht: nicht geeignet für kleine Kinder, bei Allergien gegen Korbblütler und Asthma) oder Eukalyptus (nicht für Kinder und Asthmatiker). Auch Bromelain (zum Einnehmen) kann helfen, gereizte Atemwegsschleimhäute abzuschwellen. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall vor Anwendung von Mitteln zur Selbstbehandlung, auch pflanzlicher Art, von Ihrem Arzt beraten. Wohltuend wirken oft auch Kräutertees (siehe Heilpflanzenlexikon). Antibiotika kommen nur zum Einsatz, wenn eine (zusätzliche) bakterielle Infektion vorliegt. Mehr dazu erfahren Sie in den Krankheitsratgebern "Erkältung" und "Grippe".

Hals-Nasen-Ohrenärzte empfehlen häufig auch Nasenspülungen mit einer speziellen Kochsalzlösung, vor allem um die Schleimhäute gut zu befeuchten und Schnupfen vorzubeugen. Ebenso können Nasenduschen die Therapie von chronischem Schnupfen unterstützen.

Zur Behandlung der akuten Rhinosinusitis bestätigen europäische Empfehlungen aus dem Jahr 2012 das gesamte Spektrum der Möglichkeiten, in erster Linie abschwellende Mittel (örtlich oder innerlich), Schmerzmittel sowie bestimmte pflanzliche Arzneimittel zum Einnehmen, unter anderem mit Extrakten aus Holunder, Schlüsselblume und anderem mehr. Zur innerlichen Anwendung werden außerdem Kombinationspräparate, etwa mit einem Schmerzmittel und einem abschwellenden Arzneistoff, genannt. Als Schmerzmittel dienen Paracetamol oder ein entzündungshemmender Arzneistoff wie Ibuprofen. Substanzen zum Abschwellen innerlich sind Pseudoephedrin, Phenylephrin und Ephedrin. Örtlich abschwellende Mittel in Nasensprays oder -Tropfen enthalten Wirkstoffe wie Tramazolin, Oxymetazolin oder Xylometazolin.

Wie bei der Anwendung pflanzlicher Mittel gilt auch hier: Setzen Sie ein "Erkältungsmedikament" nur kurze Zeit ein und lassen Sie sich in jedem Fall vorher von Ihrem Arzt und Apotheker beraten. Das gilt unter anderem dann, wenn Sie eine Krankheit des Herzens, der Nieren, der Leber, einen Grünen Star (Glaukom) oder eine Allergie haben. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sind zum Beispiel abschwellende Mittel hier kontaindiziert.

Ergänzend empfiehlt die europäische Stellungnahme Nasenspülungen oder Nasenduschen.

Läuft die Nase ständig (Rhinorrhö), ohne dass eine krankhafte Ursache vorliegt, kommen ebenfalls Heilpflanzenanwendungen wie oben beschrieben in Betracht. Teilweise kann auch örtlich wirkendes Kortisonspray oder ein sekrethemmender, anticholinerg wirkender Arzneistoff zum Inhalieren helfen. Zu den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören hier Mundtrockenheit, Sehstörungen, Beschwerden beim Wasserlassen, Schwindel. Häufig sind ältere Menschen von der wässrigen Rhinorrhö geplagt, aber öfter eben auch von den genannten Beschwerden. Daher wird der Arzt eine anticholinerge Therapie bei ihnen sehr aufmerksam kontrollieren.

Wer unter allergischem Schnupfen leidet, sollte natürlich möglichst den Auslöser meiden. Das ist allerdings nicht immer machbar. Eine spezielle Immuntherapie und eine Reihe von Medikamenten setzen Allergologen gezielt je nach Allergieform ein. Dazu informiert ausführlich der Ratgeber Heuschnupfen – allergischer Schnupfen.

Schnupfen vorbeugen – die Nase gesund halten

  • Vermeiden Sie Reizstoffe, die Ihre Nasenschleimhäute angreifen, wie Tabakrauch, belastende Arbeitsstoffe, verschmutzte Luft.
  • Ausreichende Luftfeuchtigkeit schützt die Schleimhaut davor, auszutrocknen.
  • Trinken Sie viel, um die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Abschwellende Nasensprays nur wenn unbedingt notwendig und nicht länger als sieben Tage hintereinander anwenden.
  • Klimaanlagen im Auto oder in Flugzeugen trocknen nicht nur die Nase aus, sie verbreiten unter Umständen auch feinste Partikel und Keime. Befeuchtendes Nasenspray wirkt gegen die Trockenheit und erleichtert der Nase so die Abwehrarbeit.

Unterstützen Sie Ihr Immunsystem. Viel Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit Obst und Gemüse und regelmäßige Entspannung sind die beste Basis. Kneipp-Anwendungen, Aufenthalte am Meer und gezielter Stressabbau verschaffen Ihnen Extra-Energien, um gut durch die Schnupfenzeit zu kommen und die Abwehrkraft Ihrer Nase fit zu halten.


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