Senioren Ratgeber

Manche Menschen kennen das. Kaum setzen sie sich an den gedeckten Tisch, auf dem das Essen verheißungsvoll duftet, beginnt die Nase zu tröpfeln. Nicht gerade der ideale Moment. Zum Schnupfen gehört, dass er eigentlich immer ungelegen kommt.

Nur: Was steckt dahinter? Ist es eine allergische Reaktion auf Frühlingspollen? Vorbote einer Erkältung? Gerade bei Senioren spielt häufig die gewandelte Situation in der Nase eine Rolle. „Mit zunehmendem Alter verändern sich Schleimhaut und Schleimdrüsen“, erläutert Professor Ludger Klimek vom Wiesbadener Zentrum für Rhinologie und Allergologie. „Das kann zur sogenannten Alterstriefnase führen.“

Bei Heuschnupfen tropft ebenfalls die Nase. Doch die Ursachen liegen woanders. „Viele ältere Menschen denken nicht an einen Heuschnupfen oder eine Hausstauballergie“, so Klimek. „Doch in den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die jenseits der 65 eine Allergie entwickeln, mehr als verdreifacht.“

Auch Erkältungsviren, die sich in dem Riechorgan festsetzen, können auf die Schleimdrüsen drücken. „Die Viren infizieren die Schleimhäute“, sagt Margit Schlenk, Apothekerin in Nürnberg. Resultat auch hier: Die Nase schnupft.

Allergischer Schnupfen

Ursache: Eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe (Allergene).
Auslöser: Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel, Tierhaare, Staub.
Symptome: ständiger Schnupfen, häufig begleitet von Niesen, Juckreiz, geröteten oder geschwollenen Augen. Mitunter Kopfweh; der wässrige Schleim wird mit der Zeit dickflüssiger.
Dauer: Je nach Vorhandensein und Intensität der Allergene wenige Wochen bis zu mehreren Monaten. Wer ganzjährig verschnupft ist, hat möglicherweise eine Hausstauballergie.
Mittel und Maßnahmen: Einen Allergieverdacht sollte der Arzt mit Tests klären. Auch bei trockenem Husten oder Atempro­ble­men den Arzt fragen. Die Entzündung in der Nase bremsen Allergiesprays. Mittel mit Cromoglicinsäure wirken vorbeugend. Bei starken Beschwerden können Antihistaminika-Tabletten und Kortisonsprays helfen. Wer auch Asthma hat, dem rät Klimek zur Hyposensibilisierung.

Frau mit Heuschnupfen

Heuschnupfen – allergischer Schnupfen

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Laufnase

Ursache: In einer gesunden Nase produzieren unterschiedliche Drüsen zwei Arten von Schleimschichten: eine eher wässrige sowie eine darüberliegende, gelartige Schicht. Mit den Jahren können die Drüsen an Kraft verlieren. „Vor allem das gelartige, zähe Sekret kann weniger werden“, erläutert HNO-Arzt Ludger Klimek. Dadurch hat das wässrige Sekret freieren Lauf, die Nase tropft.

Auslöser: Stress oder Duftreize wie frisches Essen, Duftaromen, Zigarettenrauch, aber auch sehr kalte oder sehr warme Luft.

Symptome: Eine ständig tropfende Nase mit wässrigem Schleim.

Dauer: Chronisch.

Mittel und Maßnahmen: Eine altersbedingte Triefnase ist lästig, aber harmlos. Forscher aus den USA, Schweden, Belgien und Deutschland tüfteln derzeit an einem Spray, das die Produktion des zäheren Nasenschleims anregen soll, um so die wässrige Tröpfelei zu bremsen. Befeuchtende Sprays pflegen die Naseninnenwände. Wenn die Haut gereizt ist, weil man sich häufig schnäuzen muss, können wundheilende Salben helfen.

Das tut der Nase gut

  1. Vermeiden Sie Reizstoffe, die die Nasenschleimhäute angreifen, etwa aggressive Putzmittel, Abgase, Zigarettenrauch.
  2. Meiden Sie Klimaanlagen. Die kalte Luft trocknet nicht nur die Nase aus, sie können auch feinste Partikel und Keime verteilen.
  3. Verwenden Sie befeuchtendes Meerwassernasenspray. Es erleichtert der Nase die Abwehrarbeit.
  4. Trinken Sie viel, um die Schleimhäute feucht zu halten.
  5. Nutzen Sie abschwellende Nasensprays nur, wenn es unbedingt nötig ist – und nicht länger als sieben Tage hintereinander.

Erkältungsschnupfen

Ursache und Auslöser: Ein Rhinovirus, das sich über Mund oder Nase einschleicht, löst eine Entzündung aus. Mehr als 100 Rhinoviren sind bekannt.

Symptome: Eine verstopfte, verschleimte Nase, starker Schnäuz- und oft auch Niesdrang. Häufig begleitet von Kopfschmerzen in Stirn- und Kiefernhöhle, Halskratzen, Abgeschlagenheit. Der Schleim ist anfangs oft wässrig und kann sich später verfärben.

Dauer: Drei bis zehn Tage.

Mittel und Maßnahmen: Neben Inhalationen empfiehlt Apothekerin Schlenk die Einnahme von ätherischen Ölen aus Eukalyptus oder Thymian in Form von Kapseln (Dosierung beachten). Auch Tee oder eine Hühnersuppe lindern. Nachts verhindern abschwellende Sprays, dass man wegen dichter Nase nur durch den Mund atmet – was die Schleimhäute austrocknet und anfälliger für die Viren macht. Spray höchstens sieben Tage anwenden.

Tipp: Auch eine Corona-Infektion kann mit einer laufenden Nase einhergehen. Kostenlose Telefonberatung rund um die Uhr bietet der Patientenservice der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter 116 117.

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