Lipoprotein (a): Ein Fett-Transportprotein

Lipoprotein (a) ist ein Fett-Transportprotein, das den Transport von Fetten im Blut ermöglicht. Als genetisch vererbtes Protein ist seine Konzentration im Blutserum wenig beeinflussbar. Erhöhte Werte tragen zu einem erhöhten Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) bei

von Dr. med. Dunja Voos, aktualisiert am 28.04.2014

Ein hoher Lipoprotein (a)-Spiegel ist ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen


Kurz gesagt:

Lipoprotein (a) ist eines von vielen Eiweißen, die den Transport von Fetten durch das Blut ermöglichen. Es gehört zu den Low Density Lipoproteinen (LDL). Seine besondere Struktur erhält es durch eine Apolipoprotein-A-Kette. Hohe Lipoprotein-(a)-Werte können zusammen mit erhöhten LDL-Werten das Risiko für Gefäßkrankheiten von Herz und Gehirn erhöhen.

Was ist ist Lipoprotein (a)?

Fette aus der Nahrung können nicht einfach frei im Blut schwimmen. Sie werden als kleine Kügelchen von sogenannten Lipoproteinen transportiert ("Lipo-" heißt "Fett", "Proteine" sind Eiweiße). Lipoproteine sind also "Fett-Transporter". Es gibt verschiedene Lipoproteine, die nach Größe, Dichte und Zusammensetzung unterschieden werden. Lipoproteine mit einer hohen Dichte werden "High Density Lipoproteine" (HDL), oder auch "gutes Cholesterin" genannt. Lipoproteine mit einer niedrigen Dichte werden als "Low Density Lipoproteine" (LDL) bezeichnet und sind bekannt als "schlechtes Cholesterin".

Das Lipoprotein (a) ist ein Low Density Lipoprotein (LDL), das die Eiweißketten "Apolipoprotein B" und "Apolipoprotein A" enthält. Insbesondere von der Länge dieser Kette hängt es ab, ob der Lipoprotein-(a)-Wert im Blut hoch oder niedrig ist. Dieser Zusammenhang lässt sich nicht oder kaum durch die Ernährung, Sport oder Medikamente beeinflussen. Man hat festgestellt, dass Menschen mit hohen Lipoprotein-(a)-Werten ein erhöhtes Risiko für eine Herzgefäßerkrankung oder einen Schlaganfall haben können.

Welcher Wert ist normal?

Der Normalwert (= Referenzwert) von Lipoprotein (a) im Blutserum liegt bei bis zu 30 mg/dl.

Wann steigt der Wert?

Verschiedene Erkrankungen können sekundär zu einem erhöhten Lipoprotein-(a)-Wert führen. Dazu gehören: Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom), die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Sind die Lipoprotein-(a)- und LDL-Werte gleichzeitig erhöht, wird der Arzt eine Therapie mit LDL-senkenden Medikamenten erwägen, da unter diesen Bedingungen ein deutlich erhöhtes Arteriosklerose-Risiko besteht. Es ist immer wichtig, erhöhte Laborwerte im Zusammenhang zu bewerten. Das gilt gerade auch für veränderte Werte des Fettstoffwechsels.

Wann ist der Wert zu niedrig

Einige Faktoren können die Lipoprotein-(a)-Konzentration in geringem Maße senken; dazu gehören die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sowie die Behandlung mit Östrogenen, Niacin (Vitamin B3) oder Neomycin (ein Antibiotikum).

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München