Haarausfall: Was Männer und Frauen wissen sollten

Haarverlust kann viele Ursachen haben und zur Haarlosigkeit (Alopezie) führen. Was stoppt Haarausfall? Wo verlaufen die Grenzen zwischen normal und krankhaft? Ein Überblick

aktualisiert am 17.04.2018

Haarausfall? Sie oder Er? Es gibt Unterschiede und Gemeinsamkeiten


Was ist Haarausfall?

  • Ein einzelnes Haar auf dem Kopfkissen, drei weitere im Waschbecken und fünf in der Haarbürste – das ist noch kein Haarausfall, sondern völlig normal. Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebensdauer, hört auf zu wachsen, fällt aus und ein neues wächst nach. Und: Mit zunehmendem Lebensalter wird das Haar bei den meisten Menschen ein wenig lichter.
  • Gehen täglich mehr als etwa 100 Haare verloren – bei Kindern: mehr als 50 bis 80 – , und das über einige Wochen, oder entstehen einzelne haarlose Stellen, dann kann man von Haarausfall sprechen. Nur allzu verständlich, dass er die Betroffenen, besonders in jungen Jahren, stark belastet.
  • Haarausfall kann zur Haarlosigkeit führen. Der Fachbegriff dafür lautet Alopezie oder Alopecia. Der Haarverlust selbst (Fachbegriff: Effluvium) kann vorübergehend sein, dann wachsen die Haare von allein wieder nach. Wenn allerdings die Haarwurzeln unwiderruflich geschädigt wurden, zum Beispiel durch Verbrennungen oder Krankheiten mit vernarbendem Haarausfall, dann bilden sich an der betroffenen Stelle keine neuen Haare mehr.

Überblick Haarausfall: Die wichtigsten Formen und Ursachen

Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Der ganz gewöhnliche Haarausfall bei Männern und Frauen

Anlagebedingter Haarausfall betrifft – mit jeweils typischem Erscheinungsbild – etwa zwei Drittel der Männer und fast jede zweite Frau. Mit einer Präsenz von 95 Prozent bei beiden Geschlechtern ist er die häufigste Form von Haarausfall überhaupt.

Auch wenn der Leidensdruck – bei beiden Geschlechtern – häufig sehr hoch ist: Krankhaft ist anlagebedingter Haarausfall nicht. Die Krankenkassen übernehmen daher auch keine Kosten für die Behandlung.

Anlagebedingter Haarausfall: Männer

  • Symptome: Geheimratsecken an den Schläfen und / oder dünnes Haar im Bereich des Oberkopfes. Dies kann sich mit der Zeit zu einer Glatze an Stirn und Hinterkopf ausweiten, bis nur noch ein Haarkranz übrig ist (männliches Haarausfallmuster). Erste Anzeichen treten gewöhnlich schon bei Jugendlichen auf. Mit dem Älterwerden nehmen die Haarlichtungen zu. Je früher der Beginn – das ist genetisch festgelegt – desto ausgeprägter ist der Verlauf.
  • Ursachen: Fortschreitendes Schrumpfen von Kopfhaarwurzeln, die überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT, ein Androgen) reagieren und keine kräftigen Haare mehr bilden. Die Bluthormonwerte sind dabei normal.
  • Diagnose: Siehe Abschnitt "Haarausfall: Diagnose" weiter unten.
  • ! Hinweis: Falls eine Therapie erwünscht ist, vorher beim Arzt oder Apotheker genau nachfragen, mit welchen Wirkungen und Nebenwirkungen zu rechnen ist.
    Infrage kommt Minoxidil-Lösung 2% oder 5% beziehungsweise Minoxidil-Schaum 5%, jeweils 2-x pro Tag, oder Finasterid 1 mg (Tabletten zum Einnehmen), gegebenenfalls auch eine Haartransplantation. Mehr zur Haarverpflanzung im Extra-Kapitel "Anlagebedingter Haarausfall" in diesem Beitrag.

Anlagebedingter Haarausfall: Frauen

  • Symptome: Schütteres Haar, besonders im Scheitelbereich. Es kann sich hier allmählich auch stärker nach hinten und seitwärts lichten. Eine Glatze entsteht normalerweise aber nicht. Auch wenn einige Betroffene bereits im Teenageralter eine Tendenz zu feinerem Haar am Oberkopf feststellen, macht sich der androgenetische Haarausfall meist erst nach den Wechseljahren stärker bemerkbar.
  • Ursache: Inwiefern auch bei Frauen eine anlagebedingt gesteigerte Androgen-Empfindlichkeit der Haarwurzeln eine Rolle spielt, ist im Einzelnen noch unklar.
  • Diagnose: Siehe Abschnitt "Haarausfall: Diagnose" weiter unten.
  • Therapie (siehe auch Hinweis zur Therapie bei Männern weiter oben): Minoxidil-Lösung 2% oder 5% oder Minoxidil-Schaum 5%, je nach Präparat 1- oder 2-x täglich zum Auftragen; Haartransplantation nur nach sorgfältiger Prüfung individuell zu erwägen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kahle Stellen, wie ausgestanzt

Wenn sich am Kopf, seltener auch im Gesicht – Augenbrauen, Wimpern, Bart – in kurzer Zeit wie ausgestanzt wirkende kahle Stellen entwickeln, handelt es sich meist um eine Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall).

In Deutschland, so die Schätzungen, leiden weit über eine Million Menschen daran. Es erkranken hauptsächlich Kinder und junge Menschen, seltener tritt diese Alopezie jenseits des 30. Lebensjahres auf.

Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Dabei wird körpereigenes Gewebe angegriffen, hier Haarwurzeln an der Kopfhaut, manchmal auch an anderen behaarten Körperstellen.

  • Entwicklung der Symptome: Einerseits kann es zu lange anhaltendem, völligem Haarverlust kommen. Andererseits schließen sich bei über 80 Prozent der Betroffenen die kahlen Stellen irgendwann wieder. Dazwischen gibt es alle möglichen Varianten. Das Krankheitsbild verläuft also unberechenbar. Auch die Nägel können betroffen sein. Selten können bei einem akuten "Schub" Lymphknoten hinter den Ohren anschwellen.
  • Diagnose: Siehe Abschnitt "Haarausfall: Diagnose" weiter unten.

! Achtung:  Frauen haben in jedem Alter häufiger mit kreisrundem Haarausfall zu tun als Männer. Tritt bei einem Kind plötzlich ein Haarverlust auf, was keineswegs "normal" ist, muss es gründlich untersucht werden, um die zugrundeliegende Ursache, beispielsweise Alopecia areata (es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten, siehe Kapitel "Diffuser Haarausfall" und "Haarausfall: Spezielle Formen und Ursachen"), herauszufinden und zu behandeln.

Diffuser Haarausfall: Durchweg dünner

Wenn mehr Haare als gewöhnlich über den ganzen Schopf verteilt ausgehen, spricht das für einen diffusen Haarausfall. Nach einer Schwangerschaft kommt das zum Beispiel häufiger vor.

Auch unter Hormonbehandlungen, etwa mit bestimmten Anti-Baby-Pillen oder bei einer Hormontherapie in den Wechseljahren, kann die Haardichte insgesamt spürbar nachlassen – je nach Präparat eher zu Beginn der Einnahme oder nach dem Absetzen.

  • Zu den wichtigen Ursachen eines diffusen Haarausfalls gehören außerdem Funktionsstörungen der Schilddrüse und Eisenmangel. Einige Medikamente können das Haar ebenfalls dünner werden lassen. Ein Einfluss von Stress auf das Haarwachstum wird diskutiert.
  • Entwicklung der Symptome: Zwischen auslösendem Ereignis und Haarausfall können Wochen liegen. Nicht immer gehen die Haare sofort verloren. Oft stellen sie zunächst einmal ihr Wachstum ein und wechseln vorzeitig in den Ruhezustand. Am Ende dieser Ruhephase fallen Haare vermehrt gleichzeitig aus (telogenes Effluvium, mehr dazu ebenfalls im Kapitel "Diffuser Haarausfall: Ursachen, Therapie").
  • Die Therapie richtet sich nach dem Auslöser. Falls möglich, wird man eine bekannte Ursache natürlich beheben. Hat der Arzt zum Beispiel ein mutmaßlich verantwortliches Medikament dingfest gemacht und abgesetzt (ohne Absprache mit ihm sollte man das nicht tun!), muss mindestens über drei Monate beobachtet werden, ob das Haar sich verbessert. Auch in anderen Fällen besteht die Therapie häufig darin, einige Monate abzuwarten und die Entwicklung zu beobachten. Eine Haartransplantation ist bei diffusem Haarausfall nicht angezeigt.

! Info: Diffuser Haarausfall (als sogenanntes telogenes Effluvium) betrifft Frauen in größerem Umfang als Männer. Je nach Ursache können auch Kinder erkranken.

Haarausfall – Spezielle Formen, ohne und mit Vernarbung

  • Herdförmiger Haarausfall führt zu einzelnen kahlen Stellen, sogenannten Peladen. Ein Beispiel wurde weiter oben schon beschrieben: die Alopecia areata, der kreisrunde Haarausfall. Er ist im Prinzip reversibel, es entstehen keine Narben.
  • Aber es gibt noch weitere Beispiele, etwa Haarausfall infolge von entzündlichen Erkrankungen der Haut oder der Kopfhaut. So lassen zum Beispiel Pilzinfektionen wie der Katzenpilz die Haare mitunter an einzelnen Stellen ausfallen. Frühzeitige Therapie ist hier ausschlaggebend, um tiefergehende Schäden mit Vernarbung und permanentem Haarverlust zu vermeiden.
  • Durch ständigen Druck oder Zug – frisurhalber oder infolge krankhaften Herausreißens (Trichotillomanie) – kann sich das Haupthaar büschelweise lichten.
  • An der Pseudopelade Broq, einem seltenen, vernarbenden Haarverlust unbekannter Ursache, erkranken hauptsächlich Frauen, meist im Alter von 30 bis 55 Jahren. Die Kopfhaut sieht an den anfangs kleinen, allmählich sich ausweitenden haarlosen Stellen gerötet aus und glänzt.

Mehr dazu jeweils im Kapitel "Haarausfall: Spezielle Formen und Ursachen".

Haarausfall: Diagnose

Um die Ursache eines Haarverlustes dingfest zu machen, muss man wissen, dass zwischen auslösendem Ereignis und Haarausfall Wochen liegen können. Nicht immer gehen die Haare sofort verloren.

Oft stellen sie zunächst einmal ihr Wachstum ein und wechseln in den Ruhezustand (siehe dazu Kapitel "Diffuser Haarausfall: Ursachen, Therapie"). Am Ende dieser Ruhephase fallen dann auf einmal sehr viele Haare gleichzeitig aus. In seltenen Fällen ist Haarlosigkeit bereits angeboren oder tritt in den ersten Lebensjahren auf, zum Beispiel als Folge von Stoffwechseldefekten.

Zentraler Ansprechpartner ist der Hautarzt (Dermatologe)

Die Beratung erfolgt sinnvollerweise in Abstimmung mit dem Hausarzt, Frauenarzt oder Kinderarzt. Im Gespräch mit dem Patienten fragt der Hautarzt zunächst nach der Dauer und Stärke des Haarausfalls, nach weiteren Symptomen, etwa Juckreiz oder Nagelveränderungen, nach Krankheiten, Medikamenten – auch eine schon mehrere Wochen zurückliegende Anwendung kann hier bedeutsam sein – und Lebensumständen, die das Haarwachstum beeinflussen könnten.

Ob ein naher Verwandter an Haarausfall leidet, ist ebenfalls von Interesse. Frauen mit Verdacht auf eine androgenetische oder tatsächlich hormonell bedingte (androgene) Alopezie wird der Arzt nach Veränderungen des Zyklus, Anwendung hormoneller Verhütungsmittel, nach Schwangerschaften und Geburten, je nach Alter auch zum Eintritt der Wechseljahre, befragen.

Warum fallen die Haare verstärkt aus?

Verschiedene Untersuchungen können helfen, diese Frage zu beantworten.

Blickdiagnose des Hautarztes: Häufig verweisen das Muster des Haarausfalls und das Aussehen der kahlen Haut bereits auf die Diagnose. Eventuell setzt der Arzt dabei auch eine Lupenleuchte (Dermatoskop) ein. Das Gerät erlaubt eine mehrfach vergrösserte Ansicht der Haut.

Manchmal sind zusätzliche Untersuchungen nötig, zum Beispiel eine Blut- oder Haaranalyse, seltener eine Kopfhautbiopsie (siehe unten).

Dann wird sich der Mediziner die Haare und ihr Verteilungsmuster, die Nägel und die Kopfhaut sorgfältig anschauen und beurteilen, ob eine Hautkrankheit vorliegt, ob die Nägel mitbetroffen und ob die Haare nur an bestimmten Stellen oder diffus über den ganzen Kopf verteilt gelichtet sind.

Auch das übrige Körperbehaarungsmuster wird der Arzt überprüfen. Bei einer orientierenden körperliche Untersuchung lassen sich eventuell weitere Krankheitszeichen finden, etwa angeschwollene Lymphknoten am Hals, wie sie zum Beispiel bei Kopfpilz auftreten können.

Zupftest: Eventuell testet der Hautarzt, wie viele Haare sich bereits durch leichtes, schmerzloses Zupfen lösen (Zupf-, Pull-, Epilations- oder Extraktionstest). Wenn der Arzt beim Testen eines Patienten mit frisch gewaschenen Haaren von etwa 60 erfassten mehr als zehn lose Haare in der Hand behält, deutet das auf einen aktiven Haarausfall hin.

Er untersucht außerdem, ob auf der haarlosen Kopfhaut noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) erkennbar sind. Der Haarverlust verläuft dann nicht vernarbend. Das deutet darauf hin, dass die Haare im Prinzip wieder nachwachsen könnten.

Für die Details und zur Dokumentation: Mikroskop, Fotos & Computer

Mikroskop: Gegebenenfalls betrachtet der Hautarzt einzelne Haare unter dem Mikroskop und beurteilt ihre Struktur, etwa ob er Anagen- oder Telogenhaare (siehe Bildergalerie im Kapitel "Diffuser Haarausfall") oder abgebrochene Haare vor sich hat.

Die mikroskpische Haarwurzelanalyse heißt auch Trichogramm. Sie zeigt zum einen, welcher Anteil der Haare sich gerade im Wachstum befindet, ob zum Beispiel ungewöhnlich viele Haare ihr Wachstum eingestellt haben. Normalerweise wachsen 80-90 Prozent der Haare aktiv und weniger 10 bis 20 Prozent ruhen. Zum anderen kann der Arzt Haarwurzeln und Haarschäfte genauer beurteilen.

Anhand des Trichogramms lässt sich der Anteil an Haarverlust und die Haarwachstumskapazität prognostisch einschätzen. Für die Untersuchung werden etwa 50 bis 100 Haare in unterschiedlichen Bereichen der Kopfhaut (vergleichshalber) ausgezupft. Das ist etwas unangenehm, diese Haare wachsen aber wieder nach.

Damit die Untersuchung eine gute Aussagekraft hat, sollte sich der Patient in diesem Fall vier bis fünf Tage vorher das letzte Mal die Haare gewaschen haben.

Phototrichogramm: Hierfür wird keine Haarprobe benötigt, sondern die Haare werden an ein oder zwei, möglichst unauffälligen Stellen abgeschnitten. Diese Areale werden dann tätowiert und mit einer Kamera fotografiert. Drei Tage später werden dieselben Stellen wieder fotografiert und die Bilder werden verglichen. Die Untersuchung erlaubt eine genaue Bestimmung von wachsenden und ruhenden beziehungsweise ausfallenden Haaren und wird häufiger in Studien eingesetzt. Die Haarwurzeln lassen sich damit nicht beurteilen.

Trichoscan: Weiterentwicklung des Phototrichogramms. Das Areal mit den abgeschnittenen Haaren wird drei Tage später angefärbt und mit einer Digitalkamera in mikroskopischer Vergrößerung (Auflichtmikroskopie) fotografiert. Ein Computer analysiert die Aufnahmen und gibt Auskunft über die Zahl und den Prozentsatz der Haare in den verschiedenen Wachstumsphasen. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Untersuchung im Alllgemeinen nicht.

Spezielle Untersuchungen bei Haarausfall
Erregerkultur: In unklaren Fällen kann eine Erregerkultur aus Abstrichen von Haaren oder Haarstümpfen aus einem erkrankten Bereich weiterhilfen. Sie dient zum Beispiel zum Nachweis einer Pilzerkrankung der Kopfhaut. Bis das Ergebnis vorliegt, dauert es allerdings einige Wochen.

Gewebeprobe aus der Kopfhaut: Um zu einer Diagnose zu kommen, ist mitunter die Untersuchung einer Gewebeprobe der Kopfhaut, eine Kopfhautbiopsie, eventuell auch in einem spezialisierten Zentrum, notwendig. Die Entnahme erfolgt mit örtlicher Betäubung unter sterilen Bedingungen. Sie wird vor allem bei narbigen Alopezien oder bei unklaren nicht narbigen Alopezien angestrebt.

Spurensuche im Blut: Vermutet der Mediziner Krankheiten oder Mangelerscheinungen als Ursache, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein. So lassen sich mit einer Blutuntersuchung zum Beispiel Eisen-, Schilddrüsen- oder Entzündungswerte und krankhafte Immunphänomene erkennen und die Ergebnisse möglicherweise eine Erkrankung aufdecken.

Eine Untersuchung der Geschlechtshormonspiegel bei Frauen ist nur bei Verdacht auf eine androgene Alopezie, zum Beispiel wegen sichtbar verstärkter Vermännlichungszeichen wie männliches Haarverteilungsmuster, sinnvoll.

Therapie von Haarausfall: Jede Alopezie wird gesondert behandelt

Haarausfall kann viele Ursachen haben. Manchmal steckt eine Krankheit, zum Beispiel eine Hormonstörung oder Blutarmut bei Eisenmangel dahinter – Ursachen also, die gezielt zu behandeln sind. Auch kann eine Form des Haarausfalls eine andere überlagern. Deshalb ist ein Arztbesuch immer ratsam. Oftmals gilt auch: Zeit ist Haar. Je früher also die richtige Diagnose gestellt und eine Therapie begonnen wird, desto größer ist die Chance, möglichst viele Haare zu "retten" und zu erhalten. Etliche Kliniken und niedergelassene Ärzte bieten heute spezielle Haarsprechstunden an.

Prinzipiell sollte die Devise lauten: Erst die Diagnose, dann (gegebenenfalls) die Behandlung. Auch gibt es nicht eine Therapie für jeden Haarausfall, und nicht jeder Haarausfall muss therapiert werden. Teilweise wachsen die Haare zudem von selbst wieder nach.

Manchmal können auch kosmetische Maßnahmen wie Haarstyling, Haarersatzteile und Permanent Make-up die Akzeptanz des Haarproblems erleichtern.

Auch bei anlagebedingtem Haarausfall: Nicht ohne den Arzt behandeln

Die androgenetische Alopezie bei Männern ist enorm weit verbreitet (siehe oben) und nicht automatisch Anlass für umfangreiche medizinische Untersuchungen. Dennoch kann auch hier fachkundiger Rat hilfreich sein, wenn eine Therapie gewünscht wird.

Auf dem Markt sind zahlreiche Mittel erhältlich, die das Haarwachstum anregen oder den Haarausfall stoppen sollen. Nur die wenigsten sind jedoch in guten klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit hin getestet worden. Wenn man eine (optionale) Therapie wünscht, sollte man sich vorher beim Arzt oder Apotheker genau informieren, welche Wirkungen und welche möglichen Nebenwirkungen man zu erwarten hat.

Mehr zu den Behandlungsmöglichkeiten der androgenetischen Alopezie einschließlich Eigenhaartransplantation erfahren Sie im Kapitel "Anlagebedingter Haarausfall".

Tipps für die Richtige Haarpflege

Mit der passenden Pflege sehen die Haare gleich besser aus. Hier acht grundlegende Tipps:

  • Shampoo sind zur Reinigung von Haaren und Kopfhaut da, nicht zu viel verwenden, nur einmal pro Wäsche shampoonieren, und die Haare anschließend gut ausspülen
  • Die Haarpflegeprodukte sollten auf Haar und Kopfhaut abgestimmt sein
  • Ab und zu freuen sich die Haare über Spülungen und Kuren, dadurch wird das Haar besser kämmbar
  • Haare nach dem Waschen nicht trockenrubbeln sondern behutsam "trocken drücken" und gerne einige Minuten im Handtuch belassen
  • Nur lauwarm föhnen, den Föhn nicht zu dicht ans Haar halten, alternativ die Haare an der Luft trocknen lassen
  • Haare und Kopfhaut vor UV-Strahlung schützen
  • Nicht zu häufig Stylingprozeduren wie Bleichen, Glätten oder Dauerwellen anwenden – das kann die Haare strapazieren und Haare brüchiger machen. Haarausfall entsteht dabei in der Regel nicht.
  • Bürsten mit abgerundeten Borsten und Kämme mit weit auseinander stehenden Zinken verwenden

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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