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Diffuser Haarausfall – kurz zusammengefasst

  • Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
  • Häufig gibt es einen Auslöser dafür. Die möglichen Ursachen reichen von hormonellen Einflüssen über Erkrankungen und Nährstoffmangel bis hin zur Einnahme bestimmter Medikamente und psychischen Faktoren.
  • Meist setzt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem schädigenden Ereignis ein.
  • Lässt sich der Auslöser beheben, wächst das Haar in der Regel innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach.
  • Ob Haarwuchsmittel wie Minoxidil bei diffusem Haarausfall helfen, ist bisher nicht sicher belegt.
  • Belastet einen der Haarverlust, kann man ihn kosmetisch behandeln.

Was ist diffuser Haarausfall?

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen.

Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar.

Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Meist gibt es ein auslösendes Ereignis

Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.

Haare können wieder nachwachsen

Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten.

Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.

Haare gehen vermehrt in den Ruhezustand über

Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent. Das heißt: Die Haare gehen verfrüht in die Ruhephase über.

Diffuser Haarausfall bei Krebs und Vergiftung

Haarausfall tritt auch als Nebenwirkung einer Chemotherapie oder Bestrahlung auf. Solche Behandlungen schädigen gesundes Gewebe, das schnell wächst und sich erneuern kann – wie die Haare.

In der Folge der Therapie verkümmern die wachsenden Haare und fallen ein bis vier Wochen später aus. Das passiert meist sehr rasch und großflächig. In der Regel betrifft es neben dem Kopfhaar auch Augenbrauen, Wimpern und Schambehaarung.

Teilweise brechen die Haare wenige Millimeter über der Kopfhaut ab. Man nennt sie deshalb umgangssprachlich „Ausrufezeichen-Haare“.

Vergiftungen, zum Beispiel mit Schwermetallen wie Thallium oder Kadmium, können ebenfalls zu einem raschen Ausfall der Haare führen. Meist treten weitere Vergiftungssymptome auf wie Übelkeit und Erbrechen, Krämpfe oder Lähmungen.

Sobald die Therapie beendet oder die Vergiftung behandelt ist, fangen die Haare wieder an zu wachsen.

Was sind die Ursachen für diffusen Haarausfall?

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.

  • Akute Stress-Situationen. Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt. Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre. In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen. Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut. Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems. Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann es neben vielen anderen Symptomen wie trockener Haut zu stumpfem, brüchigem Haar oder Haarausfall kommen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich zusätzlich zu Symptomen wie warm-feuchter Haut mit weichem, dünnem Haar und diffusem Haarverlust zeigen.
  • fieberhafte Infektionskrankheiten. Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • chronische Erkrankungen. zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten. Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck. Bei einem Verdacht sollte man die Medikamente niemals selbstständig absetzen, sondern immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, ob es eine Alternative gibt.
  • Nährstoffmangel. Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Verlauf des diffusen Haarausfalls

Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.

Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.

Wie wird diffuser Haarausfall diagnostiziert?

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.

Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Ärztliches Gespräch

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • regelmäßig Medikamente einnimmt
  • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
  • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Körperliche Untersuchung und Blut-Tests

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.

Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Wie lässt sich diffuser Haarausfall behandeln?

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Können Mittel gegen Haarausfall oder eine Haartransplantation helfen?

Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme.

Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.

Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.

Was kann ich tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren).

Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.

Kopfbedeckung, Haarteil oder Perücke

Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.

In manchen Fällen – etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie – trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz. Fragen Sie am besten vorher nach.

Andere kosmetische Maßnahmen

Manchmal sorgt schon eine andere Frisur oder ein spezielles Hairstyling dafür, dass der Haarausfall weniger auffällt.

Es ist auch möglich, das Haar mit Farbtönen zu färben, die das ausgedünnte Haar weniger dünn erscheinen lassen.

Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit denen man die Kopfhaut behandeln und so schüttere Stellen abdecken kann.

Um für sich eine geeignete Lösung zu finden, ist eine professionelle Beratung der beste erste Schritt.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuellen Fragen beantworten.

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Quellen: