Schwellungen und Knoten an den Händen – Ursachen: Hand- und Fingergelenksarthrose

Kennzeichnend für diese Verschleißerkrankung der Gelenke, auch Polyarthrose genannt, sind knötchenartige Verdickungen vor allem an den Fingergelenken
von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 28.04.2016

Fingergelenksarthrose: Verschiedene Gelenke können vom Verschleiß betroffen sein (ein Klick auf die Lupe zeigt die ganze Grafik)

W&B/Martina Ibelherr

Arthrose der Hand- und Fingergelenke (Polyarthrose): Harte Knoten an den Fingergelenken

Symptome: An den Fingerend- oder den Fingermittelgelenken zeigen sich Verdickungen in Form oft recht harter Knötchen. Anfangs schmerzen sie nicht unbedingt, manchmal bei Wetterwechsel oder bei Bewegungen. Schmerzhaft machen sich dann Entzündungen in den betroffenen Gelenken bemerkbar. Dazu kommen Schwellungen, Rötungen und Wärmegefühl. Am Morgen sind die Finger oft steif (Morgensteife). Sie werden jedoch nach kurzer Zeit, in weniger als einer halben Stunde, wieder mobil. Manchmal lässt sich das verdickte Gelenk nicht mehr so leicht abbeugen. Die Gelenkigkeit der Finger leidet häufig erst in einem späteren Stadium.

Stärkere, brennende Schmerzen im Daumenballen, dazu Schwellungen und eingeschränkte Beweglichkeit weisen auf eine mögliche Arthrose im Sattel- oder Wurzelgelenk des Daumens hin. Verschleiß in den Handgelenksknochen bereitet Schmerzen bei bestimmten Bewegungen wie Händeschütteln oder Flaschenöffnen.

Ursache: Arthrosen sind die am weitesten verbreiteten Gelenkerkrankungen und nehmen mit dem Alter deutlich zu. In der Mehrzahl sind Hüfte oder Knie betroffen, aber auch andere Bereiche wie Hände, Füße, Ellbogen oder Schulter. Polyarthrose bedeutet, dass mehrere (altgriechisch poly) Gelenke erkrankt sind, im Handbereich sind es in erster Linie die Fingergelenke, seltener das Daumensattelgelenk oder Teile der kleinen Knochenverbindungen im Handgelenk. Bei einer Arthrose nutzt sich der Gelenkknorpel mit der Zeit ab, durch Alterserscheinungen, einseitige oder übermäßige Belastung, hormonelle Einflüsse. Eine wichtige Rolle spielt bei solchen primären Arthrosen die familiäre Veranlagung. Der Verschleiß kann auch als sekundäre Arthrose infolge einer zurückliegenden Verletzung, angeborener Fehlstellungen, zum Beispiel der Hüftgelenke, oder anderer Gelenkerkrankungen, etwa einer rheumatoiden Arthritis (siehe auch Kapitel "Entzündliches Rheuma"), eintreten.

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Fällt die Knorpelschicht als Knochenschutz im Gelenk weg, wird der Knochen direkt angegriffen und auf Dauer geschädigt, ebenso weitere Teile des Gelenks (sogenannte erosive Form der Arthrose). Es kommt zu Schmerzen, Wucherungen, Gelenkentzündungen, Gelenkergüssen und fortschreitender Bewegungseinschränkung. Die erkrankten Finger können ihren stabilen Halt an den Gelenken verlieren und sich zu einer Seite hin verbiegen. Eine Fingerpolyarthrose kann jedoch im Gegensatz zu anderen Arthroseformen auch relativ beschwerdefrei verlaufen. Die Betroffenen empfinden dann häufig die Verdickungen nur als optisch störend. Welchen Verlauf eine Arthrose an den Händen nimmt, ist individuell sehr unterschiedlich.

Diagnose: Die Verdickungen an den Fingergelenken sind den äußeren Symptomen einer Polyarthritis (siehe Kapitel "Entzündliches Rheuma") oder einer Gicht (siehe auch Kapitel "Gicht") oft sehr ähnlich, vor allem, wenn in einem fortgeschrittenen Stadium entzündliche Schwellungen dazu kommen (aktivierte Arthrose).

Knötchen an den Fingerendgelenken beider Hände verweisen auf die sogenannte Heberden-Arthrose, Verdickungen an den Fingermittelgelenken auf die ebenfalls nach ihrem Entdecker benannte Bouchard-Arthrose. Als Rhiz-Arthrose bezeichnen Mediziner den Verschleiß im Daumensattelgelenk, der dort mit Schmerzen, einem verbreiterten Knochen sowie knirschenden Geräuschen bei Bewegung einhergehen kann.

Nachdem der Rheumatologe beziehungsweise der Orthopäde sich über die Symptome informiert und die Hand begutachtet hat, liefert ihm ein Röntgenbild der Hand weiteren Aufschluss, etwa über Veränderungen, die auf abgenutzte Knorpel in den Gelenken hindeuten, oder gelenknahe Veränderungen an den Knochen.

Therapie: Zu Beginn der Erkrankung stärkt gezieltes, regelmäßiges Bewegungstraining die Muskulatur und trägt dazu bei, die Beweglichkeit zu erhalten. Wohltuend sind oft warme Handbäder und Packungen, bei Entzündungen manchmal auch Kälteanwendungen. Sinnvoll können bisweilen noch weitere Maßnahmen im Rahmen einer physikalischen Therapie sein. Mittel zum Einreiben lindern vorhandene Schmerzen.

Bei akuten Entzündungen verschreibt der Arzt eventuell auch entzündungshemmende nichtsteroidale Antirheumatika, darunter auch neuere Arzneistoffe wie die Cox-2-Hemmer. Sie alle enthalten kein Kortison. Sind die Finger verformt, helfen spezielle Bewegungstherapien und Schienen, die alltägliche Handgriffe erleichtern. Heftige Schmerzen behandelt der Arzt möglicherweise mit Spritzen, auch mit kortisonhaltigen Injektionen. Hierfür ist allerdings ein erfahrener Spezialist gefragt.

Zu weiteren Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Krankheitsbild mitunter infrage kommen, gehören spezielle Strahlentherapien, wie de Röntgenreizbestrahlung und die nuklearmedizinische Radiosynoviorthese.

Operationen, bei denen die Gelenke versteift oder künstliche Gelenke eingesetzt werden, kommen nur für sehr ausgeprägte Krankheitsbilder infrage. Je nachdem, welches Gelenk in welcher Form erkrankt ist, geht der Chirurg dabei sehr differenziert vor.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie gibt Ihnen der Ratgeber "Polyarthrose der Hand- und Fingergelenke".


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