Schwellungen und Knoten an den Händen – Hintergrund: Die Hand- und Fingergelenke

Bei jeder kleinen Handbewegung arbeiten Gelenke, Knochen, Muskeln, Bänder und Sehnen aufs Feinste abgestimmt zusammen. Was den empfindlichen Strukturen schaden kann

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 28.04.2016
Röntgenbild Hand

Sensibles Zusammenspiel: Die Hand- und Fingerknochen (ein Klick auf die Lupe links oben zeigt die ganze Grafik)


Stärken und Schwächen der Gelenke

Das Knochenskelett bildet das stabile Gerüst unseres Körpers. Gehalten wird es von Muskeln, Sehnen und Bändern, die gleichzeitig an allen Bewegungen beteiligt sind. Dreh- und Angelpunkte für unsere Beweglichkeit sind die Gelenke, vor allem diejenigen, die durch ihren Aufbau größere Aktivitäten zulassen. Die harten, steifen Knochenenden treffen in der Gelenkkapsel aufeinander. Sie sind dafür mehrheitlich so geformt, dass sie gut zusammenpassen, als Gelenkkopf und Gelenkpfanne.

Damit diese Gelenkpartner nicht hart zusammenstoßen und nicht gegeneinander reiben, sind sie mit einer glatten, dünnen Knorpelschicht umgeben. Zusätzlich gibt die Gelenkschmiere im Zwischenspalt genügend Schutz und liefert außerdem die nötigen Nährstoffe. Die Gelenkkapsel besteht aus einer Innen- und einer Außenhaut. Bestimmte Gelenke, wie das Kniegelenk, sind zusätzlich mit Schleimbeuteln und Knorpelstückchen ausgestattet, für eine noch bessere Passform und höhere Belastbarkeit. Die umgebenden Bänder festigen die Gelenkkapsel und nehmen zusammen mit den Muskeln die Bewegungen auf. Die Sehnen bilden die Verbindungen zwischen Muskeln und Knochen oder Bändern.

Die Hände stellen einen höchst komplizierten, ausgeprägt sensiblen Teil des Körpers dar. Eine Hand besteht aus 27 Knochen, die in unterschiedlichen Gelenkformen miteinander verbunden sind. Entsprechend lassen diese kleinen Gelenke unterschiedliche Bewegungsspielräume von Handgelenk und Fingern zu. Bei den Fingerknochen unterscheidet man ein Grund-, ein Mittel- und ein Endglied. Der Daumen besteht aus zwei Gliedern. In der feinen Haut und vor allem in den Fingerspitzen versammeln sich zahlreiche Nervenendigungen sowie Tastsinneszellen, Temperatur- und Schmerzfühler. Die Sehnen verlaufen, geschützt in Sehnenscheiden und -fächern, von den Hand- und Unterarmmuskeln zu den Handknochen. Sie übertragen die Muskelbewegungen auf die Finger.

Ungewohnte, anstrengende Bewegungen oder dauerhaft einseitige Griffe können den Hand- und Fingergelenken sowie ihren Helfern leicht schaden und Abnutzungserscheinungen beziehungsweise Entzündungen fördern. Auch entzündliche Prozesse im Körper, Störungen im Immunsystem oder Stoffwechselerkrankungen schlagen sich in den hochempfindlichen Handstrukturen nieder.

+Besonders anfällig für Entzündungen sind die Gelenkinnenhaut sowie die Sehnenscheiden, für Verschleiß ist es der Gelenkknorpel.