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Stuhlinkontinenz: Ursachen

Stuhlinkontinenz ist die Folge einer fehlenden Kontrolle über den Analkanal und den Analschließmuskel. Die Ursachen des Leidens sind vielfältig

aktualisiert am 08.07.2014
Toilettenpapier

Verstopfung kann auf Dauer zu einer Stuhlinkontinenz führen


Mit steigendem Alter sinkt die natürliche Fähigkeit, den Schließmuskel ausreichend gespannt zu halten. Die Muskelmasse im Beckenboden- und Analbereich nimmt ab.

Funktionsstörungen des Schließmuskels am Darmausgang (Sphincter ani) können durch Verletzungen entstehen, beispielsweise nach Geburten oder Operationen. Auch eine Enddarmentzündung, Proktitis genannt, oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn können die Funktion des Schließmuskels beeinträchtigen. Auch Tumoren des Enddarms können eine Ursache für eine Inkontinenz sein.

Ist die Nervenwahrnehmung am Darmausgang beeinträchtigt, spüren die Betroffenen den Drang zur Stuhlentleerung verspätet oder gar nicht mehr. Das kommt beispielsweise bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie nach Operationen vor. Die zentrale nervliche Steuerung der Darmentleerung kann bei Erkrankungen wie Schlaganfall, multiple Sklerose, Demenz oder einer Querschnittslähmung gestört sein.

Verstopfung kann Stuhlinkontinenz begünstigen

Darmträgheit und Verstopfung führen häufig zur Stuhlinkontinenz: Der Darm produziert mehr Flüssigkeit, die als Überlaufinkontinenz in Erscheinung tritt. Durch den festsitzenden Stuhl entsteht eine Blockade, an der nur wässriger Stuhl passieren kann. Er ist meist schwer zu kontrollieren und tritt in Folge dessen tröpfchenweise aus – was sich in ständigem Stuhlschmieren zeigt, unbemerktem Abgang kleiner Stuhlmengen nach dem Stuhlgang. Zudem pressen Menschen oft, um den Darm zu entleeren. Diese Anstrengung kann unter Umständen zu Verletzungen führen.

Eine Beckenbodenschwäche als Ursache der Inkontinenz entsteht zum Beispiel durch starkes Übergewicht sowie im Alter durch Muskel- und Bindegewebsschwäche. Auch eine Schwangerschaft kann die Beckenbodenmuskulatur belasten und die Entbindung dann zu deren Überdehnung, Schwächung und manchmal zu Rissen sowie zu Nervenschäden führen.

Eine Reihe von Medikamenten kann die Entstehung einer Stuhlinkontinenz begünstigen. Dazu gehören unter anderem Abführmittel, Antidepressiva und Parkinson-Medikamente.

Weitere häufige Ursachen der Stuhlinkontinenz sind ausgeprägte Hämorrhoiden oder ein Vorfall des Mastdarms oder des Enddarms.