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Herzklappenfehler: Diagnose

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) ist sehr gut geeignet, um einen Herzklappenfehler festzustellen und einzuschätzen

aktualisiert am 14.10.2014
Untersuchung beim Arzt

Beim Abhören mit dem Stethoskop ergeben sich oft schon deutliche Hinweise auf einen bestimmten Klappenfehler


Bei Beschwerdefreiheit wird ein Herzklappenfehler meist zufällig bei einer ärztlichen Untersuchung entdeckt. Der erfahrene Arzt kann durch Abhören (Auskultation) mit dem Stethoskop die für jeden Klappenfehler typischen Klappengeräusche unterscheiden oder zumindest eine Verdachtsdiagnose stellen.

Echokardiografie

Die endgültige Diagnose eines Herzklappenfehlers wird heute in der Regel durch die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) gestellt:

  • Bei der Aortenstenose kann eine Aussage getroffen werden über den Grad der Klappenverkalkung, die Klappenöffnungsfläche und den Druckgradienten an der Stenose.
  • Bei der Aorteninsuffizienz können mit der Echokardiografie Aussagen gemacht werden über das Aussehen der Klappe, über den Schweregrad der Undichtigkeit und die Auswirkungen der Undichtigkeit auf die Funktion und Größe der linken Herzkammer.
  • Bei der Mitralklappenstenose hat vor allem die Bestimmung des Druckgradienten an der Klappe und die Bestimmung der Klappenöffnungsfläche für die weitere Therapie entscheidende Bedeutung.
  • Bei der Mitralklappeninsuffizienz ermöglicht die Echokardiografie nicht nur eine Beurteilung des Schweregrades der Insuffizienz und der Funktion der linken Herzkammer, sondern auch eine genaue Beurteilung des Aussehens der erkrankten Klappe. So lässt sich auch einschätzen, ob sie sich für eine operative Mitralklappenrekonstruktion beziehungsweise für die Notwendigkeit eines Klappenersatzes eignet.

Ein noch genaueres Bild der Klappenmorphologie und der damit zusammenhängenden medizinischen Fragestellungen ermöglicht die transösophageale Echokardiografie ("Schluckecho"). Dabei erfolgt die Ultraschalluntersuchung des Herzens über einen dünnen, biegsamen Schlauch, der durch die Speiseröhre (transösophageal) bis in "Herznähe" geschoben wird. Als neuere Techniken kommen – vor allem vor einer Operation – die 3D-Echokardiografie und die 3D-Farbdoppleruntersuchung in Betracht.

EKG

Routinemäßig gehört zur Abklärung eines Herzklappenfehlers ein Ruhe-EKG und eventuell ein Langzeit-EKG mit wichtigen Aussagen zum Herzrhythmus. Gerade bei beschwerdefreien oder wenig symptomatischen Patienten kann eine Belastungsuntersuchung am Fahrradergometer nützlich sein, um den tatsächlichen Grad der Leistungseinschränkung sowie die Herzfrequenz und die Blutdruckreaktion bei Belastung festzustellen.

Zur Beurteilung des Schweregrades bestimmter Herzklappenfehler (insbesondere der Aortenstenose) eignet sich auch eine Echokardiografie unter Belastung (Stress-Echokardiografie).

Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs hat heute für die Diagnosestellung eines Herzklappenfehlers an Bedeutung verloren; sie kann jedoch wichtige Informationen zum Schweregrad einer Lungenstauung bei Linksherzschwäche oder zu begleitenden Lungenerkrankungen geben.

Herzkatheter

Die Herzkatheteruntersuchung liefert wichtige quantitative Daten zur hämodynamischen Auswirkung eines Herzklappenfehlers auf die Herzfunktion: Bestimmt werden die Drucke in den Herzkammern und die Druckgradienten an den Klappen sowie die Förderleistung des Herzens. Steht eine Herzklappenoperation an, so werden insbesondere bei älteren Patienten die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel auf Engstellen untersucht (Koronarangiografie).