Strafft Kiwi die Haut?

Natürlich soll nicht die Kiwi an sich unserer Haut mehr Festigkeit verleihen. Es ist das Vitamin C. Davon liefern Kiwis eine Menge. „Vitamin C ist wichtig für den Kollagenstoffwechsel“, sagt Dermatologe Sticherling. Kollagen ist das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper. Es verleiht vielen Körperteilen ihre Stabilität. Vitamin C fördert den Aufbau von Kollagen. Bestimmte Enzyme, die dem Kollagen seine feste Struktur geben, können ohne Vitamin C nicht arbeiten.

Aber bedeutet das, dass unsere Haut länger straff bleibt, wenn wir besonders viel Vitamin C zu uns nehmen? Das lässt sich so nicht sagen. Zwar liegt der Vitamin-C-Gehalt der Haut im Alter und bei exzessivem Sonnen oft niedriger. Es ist aber unklar, ob eine erhöhte Zufuhr Alterungserscheinungen wie erschlaffender Haut vorbeugen kann. Mit einer ausgewogenen Ernährung, reich an Gemüse und Obst, können gesunde Personen ihren täglichen Bedarf jedenfalls leicht decken.

Werden wir schneller braun, wenn wir viele Karotten essen?

In Karotten steckt der pflanzliche Farbstoff Betacarotin. Füh­ren wir uns den in großen Mengen zu, kann er sich in der Haut einlagern und unseren Teint verändern. „Schneller braun ­werden wir dadurch aber nicht“, sagt Hautexperte Michael Sticherling. „Wir werden unter Umständen leicht karottig. Das entspricht aber nicht der normalen Sonnenbräune.“ Außerdem seien dafür ziemlich große Mengen Karotten über einen Zeitraum von mehreren Wochen nötig. Alternativ können wir auch täglich ein Glas Karottensaft trinken, in dem das Betacarotin in einer größeren Menge enthalten ist.

In einer kleinen australischen Studie wirkte eine Gruppe hellhäutiger Männer, die Betacarotin verabreicht bekommen hatte, auf Frauen attraktiver als eine zweite Gruppe, die keines erhalten hatte. Aufgrund der niedrigen Pro­bandenzahl ist die Aussagekraft der Studie allerdings eingeschränkt. Übrigens: Auch wer viele Karotten isst oder ihren Saft trinkt, muss weiter Sonnencreme verwenden. Viel Betacarotin kann für einen Lichtschutz­faktor von etwa 2 sorgen – das ist sehr wenig.

Verursacht Milch Akne?

„Es gibt Hinweise darauf, dass in Milch Wachstumsstoffe enthalten sind, die auch die Haut betreffen“, sagt Professor Michael Sticherling, leitender Oberarzt an der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen. Diese Stoffe senden in unserem Körper Wachstumsimpulse. Milch kann zum Beispiel dafür sorgen, dass wir vermehrt den sogenannten insulinähnlichen Wachstumsfaktor 1 bilden, was bestehende Akne verschlimmern kann. „Wer an Akne leidet und exzessiv viele Milchprodukte zu sich nimmt, kann versuchen, ob es etwas nützt, sie zu reduzieren“, so Sticherling. Das sei aber im Einzelfall zu entscheiden. Einen generellen Verzicht empfiehlt er nicht.

Schöneres Haar dank Walnüssen?

Walnüsse liefern wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Eiweiß. Dass ihnen eine positive Wirkung auf die Haare nachgesagt wird, liegt aber an einem anderen Inhaltsstoff: dem Biotin. Früher wurde Biotin auch „Vitamin H“ genannt – H wie Haut. „Biotin ist wichtig für eine gesunde Struktur von Haaren und Nägeln“, erklärt Professorin ­Daisy Kopera, Dermatologin an der Medizinischen Universität Graz. Der Körper braucht das Vitamin, um das Eiweiß Keratin zu bilden – den Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln. Haarausfall kann auf einen Biotin-Mangel hindeuten, obwohl er auch zahlreiche andere Gründe haben kann.

Ein Mangel kommt in unseren Breiten außerdem so gut wie nie vor, da unsere Nahrung ausreichend Biotin liefert. Ob sich eine erhöhte Zufuhr ohne bestehenden Mangel auf Wachstum und Struktur der Haare auswirkt, dazu gibt es kaum Daten. Und: Wer genetisch bedingt dünnes Haar hat, wird daran auch mit noch so vielen Walnüssen oder gar teuren Nahrungsergänzungsmitteln nichts ändern können.

Lässt Kaffee die Haut altern?

Kaffee gehört zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. Mehr als 160 Liter trinken wir durchschnittlich im Jahr. Und das, obwohl das Getränk im Verdacht steht, die Haut vorzeitig altern zu lassen. Das enthaltene Koffein soll die Kollagenproduktion bremsen. In Zellkulturen konnte das bereits gezeigt werden. Aber bekommen Kaffeetrinkerinnen und -trinker deshalb schneller Falten und schlaffe Haut?

„Nikotin, Koffein und exzessiver UV-Genuss gehören zu den bedeutsamsten Faktoren für vorzeitige Hautalterung“, sagt Dermatologe Michael Sticherling. Er schränkt jedoch ein, dass diese Be­obachtung nicht allein auf Kaffee zu reduzieren sei. „Bei vielen gehört zum Kaffee zum Beispiel die Zigarette dazu.“ Der Lebensstil insgesamt sei ausschlaggebend. Ein normaler Konsum von zwei bis drei Tassen am Tag bereite der Haut keine Probleme, so der Experte.

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Kaffee: Gesund, oder ungesund?

Er soll den Blutdruck steigern und manchen den Schlaf rauben. Andererseits soll er das Diabetesrisiko senken und die Gefäße elastisch machen. Was von Kaffee wirklich zu halten ist

Sorgen Haferflocken für reine Haut?

Haferflocken, so liest man häufig, sollen unserer äußeren Hülle guttun. Der Grund: Sie liefern Zink. Der Mineralstoff trage zu einem reineren Hautbild bei, weil er die Talgdrüsen reguliert. Zinksalben oder -pasten werden häufig äußerlich auf Unreinheiten aufgetragen. Sie enthalten Zinkoxid, das Pickel austrocknet. Aber kann der Mineralstoff auch von innen wirken?

„Zink ist für unseren Stoffwechsel essenziell“, sagt Michael Sticherling, der Mitglied bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist. Es wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Ein Zinkmangel kann sich auch auf der Haut bemerkbar machen, ist hierzulande jedoch selten. Wird ein Zinkmangel festgestellt, kann es helfen, auf eine ausreichende Zinkzufuhr über die Ernährung zu achten. Haferflocken sind neben Hartkäse, Nüssen oder Fleisch tatsächlich eine gute Quelle. Besteht kein Mangel, nützt auch eine erhöhte Zufuhr nichts, um Hautunreinheiten zu bekämpfen. Deshalb ist es immer wichtig, auf Ursachensuche zu gehen.

Fördern Süßes und Junkfood Pickel?

Softdrinks, zuckrige Lebensmittel und Weißmehlprodukte lassen den Blutzuckerspiegel besonders schnell und stark ansteigen. Die Folge ist eine hohe Ausschüttung des Hormons Insulin. „Auf diesem Weg beeinflusst der Zucker den Hormonhaushalt. Es entstehen vermehrt Stoffe, die die Talgproduktion ankurbeln, was zu fettiger Haut und Unreinheiten führt“, erklärt Dermatologin Daisy Kopera.

Insulin fördert zudem Entzündungen der Talgdrüsen und dadurch die Entstehung von Pickeln. Eine Ernährung mit Lebensmitteln, die den Blutzucker langsam und insgesamt weniger stark ansteigen lassen, scheint diese Entzündungen zu verbessern. „Für einen gesunden Menschen gilt auch in Bezug auf die Haut die Empfehlung einer ausgewogenen Ernährung“, sagt Michael Sticherling. Viel Gemüse, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte, Obst in Maßen, ausreichend Eiweiß und gesunde pflanzliche Öle liefern ihr alles, was sie braucht.

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