Karotisstenose

Die Karotisstenose ist eine Verengung der Halsschlagader. Ursache ist meist eine "Gefäßverkalkung" (Arteriosklerose). Mehr zu Symptomen, Diagnose und Therapie

aktualisiert am 10.06.2014
Karotisstenose: Verengung der Halsschlagader

Je nach Fall gibt es bei der Karotisstenose eine Alternative zur Operation: Der Arzt dehnt die Engstelle mit einem Ballon auf (Ballondilatation) und stabilisiert sie mit einer Gefäßstütze (einem Stent)


Die Karotisstenose ist eine Verengung der Halsschlagader (Arteria carotis interna). In der Regel liegt ihr eine über Jahre fortschreitende Verkalkung der Gefäßwand (Arteriosklerose) zugrunde. Die Karotisstenose ist deshalb eine Erkrankung des höheren Lebensalters – etwa fünf Prozent der Älteren sind davon betroffen. Männer leiden etwa doppelt so oft daran wie Frauen.

Hauptrisiko bei höhergradiger Stenose ist der Schlaganfall: Das Gehirn wird dabei nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Oder es bildet sich an der Karotisstenose ein Blutgerinnsel, von dem Teile abreißen und mit dem Blutstrom in nachgeschaltete Hirngefäße gelangen und sie verschließen (Embolie).

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer Karotisstenose sind unter anderem Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Rauchen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Schweregrad der Stenose und ihre Oberflächenstruktur werden durch eine spezielle Ultraschalluntersuchung (Duplexsonografie) bestimmt. Weitere Diagnoseverfahren sind die kontrastmittelverstärkte Magnetresonanzangiografie und die CT-Angiografie. Die selektive Angiografie mit Röntgenkontrastmittel wird nur noch selten eingesetzt.

Prof. Dr. Med. Wolfram Delius

Welche Symptome können auftreten?

Verursacht eine Karotisstenose keinerlei Beschwerden oder neurologische Ausfallserscheinungen, wird sie als asymptomatische Karotisstenose bezeichnet.

Typische erste Anzeichen einer symptomatischen Karotisstenose sind Sehstörungen von wenigen Sekunden bis Minuten (Amaurosis fugax), Sprechstörungen, vorübergehende Bewegungs- oder Empfindungsstörungen.

Derartige, weniger als 24 Stunden andauernde Symptome werden als TIA bezeichnet. TIA steht für transitorische ischämische Attacken. Sie sind häufig Vorläufer eines bald nachfolgenden schweren Schlaganfalls.

Therapie der Karotisstenose

Bei höhergradiger symptomatischer Karotisstenose wird die Operation empfohlen; die Ballondilatation und das Einbringen einer Gefäßstütze (Stent) kann eine Alternative sein (siehe Grafik oben).

Bei asymptomatischen Stenosen muss nach dem individuellen Befund entschieden werden, ob eine Operation angebracht erscheint. Je nach Fall raten Ärzte manchmal auch bei höhergradigen Stenosen eher von einem Eingriff ab.

Sehr wichtig ist es, konsequent gegen die Risikofaktoren vorzugehen, um das Fortschreiten der Arteriosklerose nach Möglichkeit zu bremsen. Patienten sollten sich unter anderem mehr bewegen, Übergewicht abbauen und mit dem Rauchen aufhören. Bei Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen gilt es, diese Krankheiten zu behandeln. Darüber hinaus können Blutplättchenhemmer (Thrombozytenaggregationshemmer) zum Einsatz kommen.

Quellen:

S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose, Leitlinie 08/2012. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/004-028l_S3_Extracranielle_Carotisstenose_08_2012_01.pdf (Abgerufen am 02.04.14)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.