Blutungen außerhalb der Regel: Der Menstruationszyklus

Im monatlichen Zyklus einer Frau sind eine Reihe von Hormonen die Taktgeber. Sie können auch eine Rolle bei Zwischenblutungen spielen
von Andrea Blank-Koppenleitner , aktualisiert am 14.11.2016

Menstruation: Die Regel geht bei Frauen oft mit Stimmungsschwankungen einher

Shotshop/Danstar

Im gebärfähigen Alter haben Frauen, wenn sie nicht schwanger sind, normalerweise regelmäßig Monatsblutungen, auch Menstruation, Menses, Regel oder nur die Tage genannt. Etwa alle drei bis fünf Wochen scheidet die Gebärmutter (Uterus) einige Tage lang Blut, Schleim und Gewebereste aus, als Zeichen, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Wie stark die normale Blutung ist und wie lang sie anhält, ist individuell oft sehr unterschiedlich. Bei einigen Frauen ist der Menstruationszyklus etwas kürzer, bei anderen sind die Abstände zwischen den Blutungen länger: 27 Tage sind bei Frauen im Alter von 19 bis 45 Jahren guter Durchschnitt. Die etwas längeren Zyklen kommen in diesem Rahmen eher häufiger vor als die kürzeren. Die Regel selbst dauert durchschnittlich drei bis sieben Tage. Sie kann mit starken Schmerzen oder nur wenig Beschwerden verbunden sein. Viele Frauen erleben auch psychische Schwankungen.

Grafik: So läuft der weibliche Monatszyklus ab

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W&B/Ulrike Möhle

Normalerweise setzt die Menstruation etwa im Alter von 11 bis 14 Jahren mit der Menarche, der ersten Gebärmutterblutung, ein und endet mit der Menopause, der letzten Regelblutung. Diese findet sehr unterschiedlich ungefähr zwischen 45 und 55 Jahren in der Zeit der Wechseljahre (Klimakterium) statt.

Das Sagen über Beginn und Ende der Geschlechtsreife sowie über den Ablauf der monatlichen Blutungen haben die Geschlechtshormone. Zu Beginn des Menstruationszyklus regt das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse das Wachstum einzelner Eizellen im Eierstock an. Von diesen Eizellen erlangt nur eine die volle Reife


In der Hülle, die die Eizellen umgibt, im Follikel, werden die Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, gebildet. Unter ihrem Einfluss baut sich die Schleimhaut in der Gebärmutter auf, damit sich dort im Falle einer Befruchtung die Eizelle einnisten kann.

Eisprung geht oft mit Unterleibsschmerzen einher

Zur Befruchtung kann es nur kommen, wenn die voll ausgereifte Eizelle den Eierstock verlässt, in den Eileiter und von dort dann in die Gebärmutter gelangt. Das geschieht um die Zyklusmitte mit Hilfe des Hormons LH (luteinisierendes Hormon). Es wird von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet, sobald der Östrogenspiegel im Blut vorübergehend deutlich ansteigt, als Zeichen, dass die Eizelle soweit ist.

Den Eisprung bemerken viele Frauen durch leichte bis stärkere ziehende Unterleibsschmerzen auf einer Seite, spannende Brüste und klaren, dünnflüssigen Ausfluss. Auch die Körpertemperatur steigt an. Manchmal kann es zu leichten Zwischenblutungen kommen (Ovulationsblutungen).

Die zurückgebliebene Eihülle, der Follikel, bildet sich zum Gelbkörper um, der Progesteron (Gelbkörperhormon) und kleinere Mengen Östrogene ausschüttet. Progesteron ist ein Gestagen. Es bewirkt, dass die Gebärmutter die Eizelle aufnehmen kann, genügend Nährstoffe erhält und sich nicht wieder zusammenzieht. Wird das Ei auf dem Weg in die Gebärmutter befruchtet, verhindert das Gelbkörperhormon vorzeitige Wehen. Tritt keine Schwangerschaft ein, geht die Progesteronproduktion zurück, die neu aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird zusammen mit Blut abgestoßen, die Monatsblutung setzt ein.

Was den Zyklus beeinflusst

Ein Zyklus beginnt mit dem ersten Blutungstag. Nicht nur der Körper reagiert auf die Vorgänge während des Menstruationszyklus. Das Wechselspiel der Hormone beeinflusst auch die Psyche. Umgekehrt wirken seelische Stimmungen, Stress und Lebensweise ihrerseits auf die Hormonproduktion.

Unterschiedlichste Einflüsse können den normalen Zyklus aus dem Rhythmus bringen. Neben Zwischen- oder Zusatzblutungen können Blutungsstörungen auch die Menstruationsblutung selbst betreffen. Bei Regeltypusstörungen hält die Blutung zu lange oder zu kurz an, sie ist zu schwach oder sehr stark. Regeltempostörungen beziehen sich auf die Abstände zwischen den Blutungen. Diese treten dann zu häufig oder zu selten ein oder fallen ganz aus (Amenorrhö). Zwischen- oder Mittelblutungen gehören auch in diese Reihe. Eine anhaltende Zwischenblutung, die sich als Dauerblutung zeigt, bezeichnen Fachleute als Metrorraghie.

Hormonelle Störungen können Zwischenblutungen verursachen

Alle Unregelmäßigkeiten sollte der Frauenarzt abklären, ebenso sehr schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhö) oder Blutabgänge nach der Menopause, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Das gilt auch für Blutungen während der Schwangerschaft und damit verbundene mögliche Probleme, wie ein früher Verlust des Fötus oder eine Eileiterschwangerschaft.

Geht Blut außerhalb der Regel ab und sind Probleme, die eine eventuelle Schwangerschaft betreffen, ausgeschlossen, wird der Frauenarzt zunächst nach organischen Ursachen im Bereich von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken suchen. Lassen sich hier keine Auslöser finden, kommen hormonelle Störungen oder andere übergeordnete Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen oder psychosomatische Faktoren infrage. Mehr dazu in den folgenden Kapiteln.


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