Dieser Artikel gibt den derzeitigen Wissensstand zum angegebenen Datum wieder. Er wird regelmäßig nach den neuesten Kenntnissen aktualisiert.

Menschen mit Mundschutz auf der Straße oder im Supermarkt – das kannte man vor dem Beginn der Corona-Pandemie vor allem aus Asien.

Zwei Jahre lang war der Mund-Nasen-Schutz nun auch in Deutschland ein Begleiter im Alltag. Trotz hoher Infektionszahlen fällt die Maskenpflicht ab dem 3. April 2022 jedoch weitgehend weg. Nur im Fernverkehr mit Bussen und Bahnen, sowie im Flugverkehr ist man weiterhin verpflichtet, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Diese Regelung bleibt auf Bundesebene bestehen.

Die Pflicht für eine Mund-Nasen-Bedeckung in Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen und Krankenhäusern, ebenso wie in Rehaeinrichtungen und Pflegheimen können die Bundesländer festlegen. Auch in Asylbewerber- und Obdachlosenunterkünften und im öffentlichen Nahverkehr können die Länder Masken vorschreiben.

In sogenannten Hotspot-Regionen haben die Bundesländer die Möglichkeit die Maskenpflicht im öffentlichen Raum, also etwa in Supermärkten und Schulen, wieder einzuführen. Einzelhändler können die Maskenpflicht freiwillig beibehalten und diese per Hausrecht durchsetzen.

Im Folgenden bieten wir einen Überblick über die verschiedenen Masken und welchen Schutz sie jeweils für die Tragenden und die Menschen, denen man damit begegnet, bieten können. Zunächst einmal muss man zwischen verschiedenen Methoden unterscheiden, Mund und Nase zu bedecken.

Not macht erfinderisch: Ein selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz, wie er zu Beginn der Pandemie häufig war

Not macht erfinderisch: Ein selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz, wie er zu Beginn der Pandemie häufig war

Provisorische Mund-Nasen-Bedeckung: Schal, Tuch oder (selbst)genäht

Zu Beginn der Pandemie waren medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen Mangelware, daher wurden vor allem selbstgenähte Masken verwendet. Inzwischen werden diese ebenso wie Schals oder Tücher als Mund-Nasen-Bedeckung fast nirgends mehr anerkannt, wenn ein Schutz verlangt wird.

Das hat auch seinen Grund: Tröpfchen oder Speichelspritzer, welche alle Menschen beim Husten, Niesen oder Sprechen ausscheiden, verteilen sich so zwar etwas weniger. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass ein Tuch vor Mund und Nase einen selbst in relevantem Maß vor einer Ansteckung zum Beispiel mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 schützen kann.

Keinenfalls sollte man daher leichtsinnig werden und andere Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel den Abstand von eineinhalb bis zwei Meter zu anderen Personen oder das gründliche Händewaschen vernachlässigen!

Einige wichtige Dinge sind beim Tragen und Verwenden einer Stoff-Maske oder von Schals und Tüchern zu beachten:

  • Beim Ausziehen werden sie mit den Händen berührt. Daher nach der Abnahme sofort gründlich 30 Sekunden lang Händewaschen
  • Den Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung während des Tragens möglichst nicht korrigieren. Hierbei würden potentielle Keime an den Händen im Gesicht verteilt werden.
  • Darauf achten, dass auch die Außenseite der Mund-Nasen-Bedeckung nicht mit dem Gesicht in Kontakt kommt. Sie könnte mit Tröpfchen anderer Personen kontaminiert sein. Auch wenn man die Mund-Nasen-Bedeckung, Tuch oder Schal unter das Kinn schiebt, läuft man Gefahr, Keime zu verteilen und sich möglicherweise selbst zu infizieren.

Die Schutzwirkung der selbst gebastelteten Mund-Nasen-Bedeckungen hing am Ende auch ganz wesentlich vom dichten Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung im Gesicht ab. Wichtig: Nur eine selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckung, die bei mindestens 60 Grad gewaschen werden kann, sollte wiederverwendet werden.

Unser Video zeigt das richtige Anlegen und Abnehmen von Mund-Nasen-Bedeckungen.

Fazit: Ein Tuch oder Schal vor Mund und Nase ebenso wie eine selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckung können dazu beitragen, andere zu schützen. Allerdings gilt: Wer erkältet ist oder gar andere Symptome verspürt, die auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinweisen könnten, sollte sowieso zuhause bleiben und Abstand zu allen anderen Menschen halten.

Wichtig ist auch: Trotz Tuch oder Mund-Nasen-Bedeckung nie die anderen Schutzmaßnahmen vernachlässigen. Eineinhalb bis zwei Meter Abstand zu anderen Menschen halten, sich mit ungewaschenen Händen möglichst nicht in das Gesicht fassen und sofort nach dem Nachhausekommen, vor dem Essen, nach der Toilette und bei Bedarf auch zwischendurch gründlich und mindestens 30 Sekunden lang die Hände mit Seife waschen!

Der medizinische Mund-Nasen-Schutz ist ein Einmalprodukt

Der medizinische Mund-Nasen-Schutz ist ein Einmalprodukt

Medizinischer Mund-Nasen-Schutz, chirurgische Maske, OP-Maske

Ein Mund-Nasen-Schutz wie ihn zum Beispiel Ärzte im Operationssaal tragen, gehört zu den "medizinischen Masken" und dient vor allem dem Schutz der anderen. Er hält Tröpfchen und damit auch Viren zurück, die man beim Husten, Niesen oder Sprechen abgibt. Damit wird das Risiko, jemanden auf diese Weise anzustecken, verringert.

Auch er bietet für den Träger allenfalls einen minimalen Schutz, weil ihn selbst zum Beispiel auch keine Tröpfchen oder Spritzer von anderen direkt an Mund und Nase treffen können und er sich dort nicht hinfassen kann.

Je dichter der Mund-Nasen-Schutz anliegt, umso besser. Allerdings wird immer auch Luft seitlich oder von oben oder unten eingesogen, so dass es trotzdem zu einer Infektion mit dem Coronavirus kommen kann.

Sinnvoll kann ein Mund-Nasen-Schutz allerdings für an Covid-19 erkrankte Menschen sein, um das Risiko, andere Personen anzustecken, zu reduzieren. Zum Beispiel, wenn sich ein Kontakt mit anderen Personen im Haushalt oder beim Arztbesuch nicht komplett vermeiden lässt. Das genaue Vorgehen sollte in diesem Fall aber sowieso mit dem Arzt oder dem Gesundheitsamt abgesprochen werden.

Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz ist ein Einmalprodukt und wird nach dem Gebrauch weggeworfen. Es gibt keine sichere Methoden, ihn zu reinigen oder gar zu desinfizieren. Er schützt auch nur eine gewisse Weile, wenn er zum Beispiel feucht oder kontaminiert wurde, muss er gewechselt werden.

Fazit: Ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz dient vor allem dazu, das Risiko,  andere Menschen anzustecken zu reduzieren. Er kann etwa für Erkrankte  sinnvoll sein, wenn sich ein Kontakt beispielsweise im Haushalt oder beim Arztbesuch nicht komplett vermeiden lässt. Tragen alle Menschen im Raum einen solche OP-Maske, ergibt sich daraus aber auch eine gewisse Schutzwirkung für den Einzelnen.

FFP2-Masken bieten auch einen Eigenschutz

FFP2-Masken bieten auch einen Eigenschutz

FFP2- und FFP3-Masken

Diese Filterpartikelmasken gehören ebenfalls in die Kategorie "medizinischer Mundschutz". Pflegekräfte oder Ärztinnen tragen sie beispielsweise, wenn sie infizierte Patienten oder Patientinnen behandeln. Sie können tatsächlich einer Ansteckung des Trägers vorbeugen. Dazu müssen sie dicht um Mund und Nase abschließen. Eingeatmet wird über eine Filterschicht in der Maske, die größere Partikel wie eben die Tröpfchen, die die Viren enthalten, aus der Atemluft entfernt. Das Atmen damit ist daher nicht ganz so einfach. FFP2-Masken bieten einen ausreichende guten Schutz vor Tröpfchen und kommen daher beispielsweise in den Kliniken beim Kontakt mit COVID-19-Patienten zum Einsatz. FFP3-Masken dürfen noch weniger kleine Partikel durchlassen als FFP2-Masken. Auch diese Masken sind eigentlich Einmalprodukte.

Sonderform: FFP-Masken mit Ventil

Manchmal haben diese dicht sitzenden Masken vorn einen kleinen Plastikkasten. Dahinter verbirgt sich ein Ventil, welches das Ausatmen zwar für die tragende Person erleichtert, aber auch die Ausatemluft ungefiltert in die Umgebung lässt. Diese Masken bieten also für den Träger oder die Trägerin einen guten Schutz, für die Umgebung aber gar keinen. Besonders fahrlässig ist es, eine solche Maske zu tragen, wenn man selbst erkrankt ist. Die Keime gelangen ungefiltert nach draußen und können zu weiteren Ansteckungen führen.

Fazit: Diese Masken können tatsächlich einer Ansteckung mit dem Coronavirus vorbeugen, wenn sie richtig sitzen. Masken mit Ventil sind Sondermasken für spezielle Arbeiten und sollten aufgrund des fehlenden Fremdschutzes nicht verwendet werden, wenn nicht gesichert ist, dass die Person, die sie trägt, nicht mit SARS-CoV-2 infiziert ist.

Visier

In Krankenhäusern gehören Visiere zur persönlichen Schutzausrüstung, wenn damit gerechnet wird, dass es ordentlich spritzt. Denn so kann man verhindern, dass Sekrete oder Blut ins Gesicht und vor allem die Augen gelangen. Zu Beginn der Pandemie konnte man auch immer öfter Menschen mit Gesichtsvisieren in der Öffentlichkeit sehen. Meist bestehen die Visiere aus klarem leichten Plastik und werden über ein Stirnband am Kopf befestigt. Viele kann man nach oben klappen, oder den Winkel verstellen, so dass sie mehr oder weniger flach ein Schild vor dem Gesicht bilden. Wichtig ist aber: einen ausreichenden Schutz bieten sie nicht!

Das Robert-Koch-Institut betont, dass Gesichtsvisiere keine gleichwertige Alternative zu Mund-Nasen-Bedeckungen darstellen, da an ihren Rändern - anders als bei Mund-Nasen-Bedeckungen - viel Platz ist. Hier können Tröpfchen und somit Viren ungehindert vorbeiströmen und verbreitet werden.

Wer bsonders vorsichtig sein möchte, kann sich natürlich zusätzlich zur Mund-Nasen-Bedeckung mit einem Visier ausstatten. Mit einem Visier ist es deutlich schwieriger, sich unbewusst ins Gesicht zu fassen.

Auch für Menschen, die aus medizinschen Gründen oder aufgrund körperlichen Einschränkungen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, kann das Visier eventuell hilfreich sein. Zum einen bietet es den oben erwähnten, minimalen Eigenschutz, zum anderen signalisiert es anderen Menschen: ich versuche euch, so gut ich kann, zu schützen.

Fazit: Visiere sind ausschließlich als Ergänzung zum Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Im medizinischen Bereich finden sie in bestimmten Situationen Einsatz. Menschen mit Einschränkungen können Visiere verwenden, wenn ein Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nicht möglich ist und sie dennoch einen Beitrag zum Schutz der Allgemeinheit leisten möchten.

Hinweise für Menschen mit Behinderung

Besondere Ausnahmen von der Maskenpflicht gibt es für Menschen mit Behinderung. Allerdings variieren diese von Bundesland zu Bundesland. Eine Übersicht mit Quellenangaben der Verordnungen hat die Aktion Mensch zusammengestellt, Sie finden sie hier.

Quellen:

McIntyre, Seale, Dung et. al.: A cluster randomised trial of cloth masks compared with medical masks in healthcare workers. BMJ open 2015; 5(4). Online: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4420971/ (Abgerufen am 31.03.2022)

Davies, Thompson, Giri et. al.: Testing the efficacy of homemade masks: would they protect in an influenza pandemic? Disaster Med Public Health Prep. 2013 Aug;7(4):413-8. Online: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24229526 (Abgerufen am 31.03.2022)

Sande, Teunis, Sabel: Professional and home-made face masks reduce exposure to respiratory infections among the general population. PLoS One. 2008 Jul 9;3(7). Online: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18612429 (Abgerufen am 31.03.2022)

Hinweise des BfArM zur Verwendung von selbst hergestellten Masken (sog. "Community-Masken"), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19) Online: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html (Abgerufen am 31.03.2022)

Robert-Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19 (Online: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html abgerufen am 31.03.2022)

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