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Wichtig:

Bei einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit immer den Rettungsdienst verständigen (Notruf 112).

Ein Arzt oder eine Ärztin sollte abklären, wie es zu der schweren Unterzuckerung kam und wie sich dies in Zukunft vermeiden lässt.

Wer braucht ein Notfall-Glukagon?

Menschen mit Diabetes, die zu schweren Unterzuckerungen neigen. Es wird von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verordnet und ist in der Apotheke erhältlich. Betroffene sollten es immer dabei haben, insbesondere wenn kein Notarzt verfügbar ist, etwa auf Flugreisen.

Außer der früher notwendigen Glukagon-Spritze gibt es nun ein spezielles Glukagon-Nasenpulver, welches ähnlich wie ein Nasenspray verabreicht wird. Dies ist deutlich einfacher als die Spritze. Wer noch eine Glukagon-Spritze hat, kann aber natürlich stattdessen auch diese anwenden.

Wichtig:

Angehörige, Freunde oder Kollegen müssen wissen, wo das Notfall-Glukagon sich befindet. Wie es anzuwenden ist, erklärt auch die Anleitung im Deckel der Packung der Spritze oder der Beipackzettel. Falsch machen kann man dabei praktisch nichts.

Wie wende ich das Glukagon-Nasenpulver an?

Wichtig: Den Kolben des Nasenpulverbehälters nicht zum Testen drücken, da nur eine Dosis enthalten ist!

Wie wirkt Glukagon?

Das Hormon Glukagon ist der Gegenspieler des Insulins. Es bringt die Leber dazu, Zucker aus ihren Speichern ins Blut abzugeben. Dadurch steigt der Blutzucker normalerweise innerhalb von etwa fünf bis zehn Minuten wieder und der oder die Bewusstlose erwacht.

Was ist nach der Verabreichung wichtig?

Wenn der Betroffene wieder bei Bewusstsein ist, braucht er gleich etwas Zuckerhaltiges zu essen oder zu trinken. Zum Beispiel Saft, Cola (keine Light-Produkte!) oder Traubenzucker. Das erhöht den Blutzucker rasch, beugt einer erneuten Unterzuckerung vor und füllt die Zuckerspeicher der Leber wieder auf.

Je nach Ursache der Hypoglykämie kann es auch sinnvoll sein, zusätzlich noch etwas zu essen, das den Blutzucker langsamer steigen lässt, etwa ein belegtes Brötchen oder einen Schokoriegel.

Um rechtzeitig zu erkennen, ob sich ein weiteres Zuckertief anbahnt, sollte der Blutzucker nach dem Erwachen engmaschig kontrolliert werden, etwa alle 15 Minuten. Falls nötig: erneut Kohlenhydrate essen oder trinken. Glukagon kann kurzfristig leichte Übelkeit und Bauchweh verursachen. Das ist normal.

Wichtig zu beachten:

Wenn die Zuckerspeicher der Leber leer sind, etwa nach ausgiebigem Sport oder Alkoholgenuss, hilft das Notfall-Glukagon nicht ausreichend. Hier ist es wichtig, die Zuckerspeicher wieder aufzufüllen.

Nach einer schweren Unterzuckerung sollte man sich an seinen Arzt oder seine Ärztin wenden, gerade wenn einem selber die Ursache der Unterzuckerung nicht ganz klar ist. Im Arztgespräch wird es dann darum gehen, gemeinsam die Ursache herauszufinden und zu besprechen, wie zukünftige Unterzuckerungen vermieden werden können.

Wie lange hält das Notfall-Glukagon?

Bei Raumtemperatur (unter 25 Grad) ist die Spritze 18 Monate haltbar, das Nasenpulver zwei Jahre. Daher bitte regelmäßig kontrollieren und austauschen.

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