Eine gesunde Ernährung ist auch bei Rheuma wichtig. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Belege für eine spezielle Rheumadiät, die allen Betroffenen gleichermaßen empfohlen werden könnte. Auch können einzelne Nahrungsmittel rheumatische Krankheiten nicht stoppen. Generell besteht hier noch Forschungsbedarf. Trotzdem haben Ernährungsexpertinnen und -experten einige Tipps für Menschen mit rheumatoider Arthritis:

  • Viele Fachleute empfehlen eine Ernährung, die sich an der klassischen Mittelmeerküche orientiert: eine überwiegend pflanzlich basierte Kost, ergänzt durch fettarme Milchprodukte, vielleicht etwas Fisch. Statt tierischer Fette lieber pflanzliche Öle verwenden.
  • Reichlich Gemüse in den Speisezettel einbauen, mindestens drei Portionen täglich. Es liefert unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe. Bei Getreideprodukten lieber auf die Vollkornvariante setzen.
  • Es gibt Hinweise, dass sich Omega-3-Fettsäuren günstig auswirken könnten. Sie sind zum Beispiel in fettreichem Seefisch oder auch in pflanzlichen Ölen enthalten. Wer Fisch etwa aus ökologischen Gründen nicht essen möchte, kann mit seinem behandelnden Arzt oder der Ärztin sprechen, welche Alternativen für ihn infrage kommen.
  • Mageres Hähnchen- oder Putenfleisch (ohne Haut) darf in kleinen Portionen ein- bis zweimal wöchentlich auf den Tisch. Rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) sollte die Ausnahme bleiben. Auf verarbeitete Fleischprodukte und Wurst möglichst verzichten. Höchstens zwei bis drei Eier pro Woche genießen. Wer den Speiseplan entsprechend gestaltet, nimmt weniger entzündungsfördernde Arachidonsäure auf. Diese Fettsäure steckt vor allem in tierischen Produkten.
  • Wer sich fleischarm ernährt, sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen wie Eisen und Vitaminen, vor allem Vitamin B12, achten. Auch Eiweiß und der Knochenbaustein Kalzium sind wichtig. Letztere stecken zum Beispiel in Milch und Milchprodukten. Diese sollten daher täglich auf dem Speiseplan stehen, am besten in der fettarmen Variante.
  • Statt Butter oder Schmalz pflanzliche Öle bevorzugen. Doch nicht alle haben eine gleich günstige Fettzusammensetzung. Gut geeignet sind zum Beispiel Rapsöl, Leinöl oder Olivenöl.
  • Auch Nüsse und Samen enthalten günstige Fettsäuren, je nach Sorte ist die Zusammensetzung aber unterschiedlich. Sie schmecken pur, im Salat oder im Müsli - liefern allerdings auch viele Kalorien.
  • Oft profitieren Betroffene, wenn sie Übergewicht ohne Radikaldiäten, sondern allmählich auf gesunde Weise abbauen. Das individuell passende Maß an Bewegung und ausgewogene, ballaststoffreiche, sättigende Rezepte helfen dabei. Falls Sie Unterstützung bei der Gewichtsabnahme benötigen, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt oder der Hausärztin beraten. Untergewicht sollte man ebenfalls vermeiden. Auch hier gegebenenfalls Rat in der ärztlichen Praxis suchen.
  • Ausreichend trinken, etwa 1,5 Liter pro Tag - falls Sie nicht unter Erkrankungen leiden, bei denen Sie sich an eine bestimmte Trinkmenge halten sollen. Am besten Wasser. Bei alkoholischen oder gesüßten Getränken zurückhaltend sein.

Wichtig zu wissen: Die richtige Ernährung kann die Rheuma-Therapie ergänzen, aber in der Regel nicht ersetzen. Zudem zählen zum Oberbegriff Rheuma ganz unterschiedliche Krankheiten, die eine individuell angepasste Therapie erfordern. Was Betroffene im Speziellen bei ihrer Ernährung beachten sollten, sprechen sie deshalb am besten mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt ab.

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Quellen:

  • RMD Open: Effects of diet on the outcomes of rheumatic and musculoskeletal diseases (RMDs): systematic review and meta-analyses informing the 2021 EULAR recommendations for lifestyle improvements in people with RMDs. https://rmdopen.bmj.com/... (Abgerufen am 22.11.2022)
  • Post TW, ed. UpToDate. Waltham, MA: UpToDate Inc.: Panush R S, MD, MACP, MACR et al: Complementary and alternative therapies for rheumatic disorders. https://www.uptodate.com/... (Abgerufen am 22.11.2022)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) : Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. https://www.dge.de/... (Abgerufen am 22.11.2022)
  • Pharmazeutische Zeitung: Hüttmann D: Ernährung hat kaum Einfluss auf Verlauf von Rheuma. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/... (Abgerufen am 22.11.2022)
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.: Ernährung und Rheuma. https://www.rheuma-liga.de/... (Abgerufen am 22.11.2022)
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.: Zehn Tipps für die Ernährung bei Rheuma. https://www.rheuma-liga.de/... (Abgerufen am 22.11.2022)
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