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Egal, ob sich das erste Kind ankündigt oder die Familie noch weiterwachsen soll: Schwangere haben oft einen vollen Terminkalender. Die Zeit ist knapp – umso besser, wenn man dann beim Essen zubereiten ein paar Minuten sparen kann. Für mehrere Tage Vorkochen kann dabei helfen. Zumal viele auch darauf achten, dass möglichst keine Lebensmittel im Müll landen. Doch müssen Schwangere beim Aufbewahren und Aufwärmen von Speisen etwas beachten?

Die richtige Hygiene in der Küche

Jeder weiß: Wenn Lebensmittel mit Bakterien, Viren oder Parasiten verunreinigt sind, können sie krank machen. Je weniger frisch das Essen ist, umso höher die Gefahr. Während der Schwangerschaft verändert sich nun das Immunsystem. Für die körper­eigene Abwehr kann es schwieriger sein, solche Infektionen zu bekämpfen. „Lebensmittelinfektionen sind in der Schwangerschaft zwar selten, die Folgen für das Kind können aber schwerwiegend sein, bis hin zu Früh- und Totgeburten“, sagt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks „Gesund ins Leben“ des Bundeszentrums für Ernährung in Bonn. Vergiftungen mit Listerien, E.coli-Bakterien, Salmonellen oder Toxoplas­mose-Erregern könne man aber leicht vorbeugen. „Pflanzliches waschen – Tierisches gut durcherhitzen“, rät sie.

Erhitzen tötet Keime ab

Gerade beim Wiedererwärmen gibt es zusätzlich ein paar Dinge zu beachten. „Generell lassen sich fertig zubereitete Speisen bis zu drei Tage problemlos im oberen oder mittleren Fach des Kühlschranks lagern“, sagt Astrid Donalies von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Die Aufnahme von Keimen über die Reste könne durchs Erhitzen auf Temperaturen von 70 bis 100 Grad vermieden werden.

Nachteil des Reste-Essens: Der Gehalt mancher Nährstoffe sinkt. „Vor allem Vitamin C, zum Beispiel aus Obst und Gemüse, geht über die Zeit durch den Kontakt mit Sauerstoff verloren“, sagt Expertin Donalies. Darüber hinaus sind einige Vitamine hitzeempfindlich – etwa die in Blattgemüse enthaltene Folsäure, die für Schwangere und Stillende besonders wertvoll ist. „Je länger die Erhitzung dauert, desto größer die Verluste“, sagt Donalies. Um hier Zeit zu sparen, könne Vorgekochtes schon beim Einfrieren oder Abkühlen por­tionsweise abgepackt werden.

Bei kalten Speisen fällt das Erhitzen zur Abtötung von Keimen weg. Hier müssen Schwangere vorsichtiger sein. So sind etwa Salate oder belegte Brote, die eine Weile nicht gekühlt waren, keine gute Idee. Rohes Gemüse kann mit Erregern belastet sein, die sich im Lauf der Zeit vermehren – das gilt besonders für Sprossen oder Keimlinge. Die sollten Schwangere übrigens grundsätzlich meiden. Auch selbst gemachte Dressings bleiben unterschiedlich lange genießbar: Sind sie etwa mit frisch gepresstem Saft hergestellt, verzehren Sie sie besser am selben Tag. Solche aus Essig und Öl halten sich für zwei oder drei Tage im Kühlschrank.

Desserts kühl lagern

Und was ist mit Desserts und Kuchen? Auch da kommt es auf die Zutaten an: Kuchen, die ganz durchgebacken und im Kühlschrank aufbewahrt wurden, können Schwangere am nächsten Tag noch essen. Anders ist es bei Torten mit frischem Obst und cremigen oder sahnigen Füllungen, bei Smoothies und Obstsalaten: All das nur am Herstellungstag verzehren. Auch gefülltes Gebäck, Puddings und Quarkspeisen entweder gleich nach der Zubereitung essen oder kühlen, bis es so weit ist.

Grundsätzlich, aber insbesondere im Hinblick auf Vorgekochtes, empfiehlt Ernährungswissenschaftlerin Flothkötter allen Schwangeren, schon bei der Zubereitung in der Küche besonders sauber zu arbeiten. „Die Hände vor und nach dem Essen immer gut waschen – vor allem, nachdem rohe Lebensmittel angefasst wurden“, sagt sie. Schneidebretter gleich nach dem Verwenden mit Spülmittel heiß ab­spülen. Folgende Lebensmittel immer gut durcherhitzen: Fleisch, Fisch oder ­Eier für mindestens zwei Minuten auf 70 Grad Kerntemperatur.

Gekochtes, das aufbewahrt werden soll, gehört so schnell wie möglich abgedeckt in den Kühlschrank oder die Kühltruhe bei unter sieben Grad. Grundsätzlich meiden: Kartoffelsalate mit selbst gemachter Mayon­naise, die rohe Eier enthält. Auch Spiegel- oder Rührei, das nicht ganz fest ist, ist für Schwangere ­tabu. Das­selbe gilt für sämt­liche Rohmilchprodukte.

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Quellen:

  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt. Online: https://www.bfr.bund.de/... (Abgerufen am 30.01.2023)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährug (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Folat. Online: https://www.dge.de/... (Abgerufen am 30.01.2023)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) : Fragen und Antworten zu Folat und Folsäure. https://mobil.bfr.bund.de/... (Abgerufen am 30.01.2023)
  • U.S. Food and Drug Administration (FDA): FOOD SAFETY For Pregnant Women, Their Unborn Babies, and Children Under Five. Online: https://www.fda.gov/... (Abgerufen am 30.01.2023)
  • aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. : Listeriose und Toxoplasmose Sicher essen in der Schwangerschaft. Online: https://bvlk.de/... (Abgerufen am 30.01.2023)