Tripper (Gonorrhö, Gonorrhoe)

Tripper (medizinisch: Gonorrhö) ist eine verbreitete Geschlechtskrankheit. Ursache sind Bakterien, die beim Sex übertragen werden. Beschwerden wie Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen deuten auf die Infektion hin. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika
aktualisiert am 04.01.2017

Mit Tripper kann man sich bei ungeschütztem Sex anstecken

Thinkstock/Polka Dot Images

Was ist Tripper?

Tripper lautet die umgangssprachliche Bezeichnung für die Infektionskrankheit Gonorrhö (auch Gonorrhoe geschrieben). Die Gonorrhö zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Auslöser sind bestimmte Bakterien, sogenannte Gonokokken. Sie befallen hauptsächlich Schleimhäute der Harnwege und Geschlechtsorgane, aber auch die Augenbindehaut, den Darm oder den Rachen.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Die Krankheitserreger werden hauptsächlich bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr weitergegeben. Nicht in jedem Fall verursacht die Gonokokken-Infektion Beschwerden. Viele Betroffene stecken ihre Sexualpartner daher unwissentlich an. Ist eine Schwangere an Gonorrhö erkrankt, kann sich ihr Baby bei der Geburt infizieren. Genaueres zu den Ansteckungswegen lesen Sie im Kapitel "Ursachen und Ansteckung".

Welche Symptome verursacht Tripper beim Mann?

Die ersten Beschwerden tauchen bei Männern meistens einige Tage bis eine Woche nach der Infektion auf. Sie bemerken einen eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre, insbesondere am Morgen (sogenannter Bonjour-Tropfen). Außerdem spüren sie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Nicht immer äußert sich Krankheit auf diese Weise. Die Infektion zeigt sich manchmal auch an Augen, Gelenken oder der Haut. Mehr Informationen zu möglichen Anzeichen der Gonorrhö finden Sie im Kapitel "Symptome".

Welche Symptome bemerken Frauen?

Bei Frauen stellen sich die Symptome oft etwas später ein und sind anfangs milder ausgeprägt. Deshalb wird die Infektion bei ihnen zu Beginn leicht übersehen. Brennen beim Wasserlassen kommt auch bei Frauen vor. Außerdem leiden sie an Scheidenausfluss. Genaueres erfahren Sie im entsprechenden Kapitel.

Frau Angela Unholzer

Beratende Expertin: Dr. med. Angela Unholzer, Hautfachärztin

W&B/Privat

Welche Komplikationen gibt es?

Im ungünstigen Fall breitet sich die Entzündung aus – bei Frauen vom Gebärmutterhals auf Gebärmutter, Eileiter und Bauchfell. Bei Männern von der Harnröhre auf Nebenhoden und Prostata. Eine mögliche Folge ist Unfruchtbarkeit (Sterilität).

Seltene, aber gefürchtete Komplikationen bei Mann und Frau sind beispielsweise die Blutvergiftung durch Gonokokken, eine Hirnhautentzündung sowie eine Herzinnenhautentzündung (Endokarditis).

Infektionen während der Schwangerschaft gefährden das Ungeborene, denn sie können Fehlgeburten auslösen. Während der Geburt besteht ein Infektionsrisiko für das Baby.

Wie sieht die Therapie bei Tripper aus?

Der Arzt vermutet eine Gonorrhö eventuell schon aufgrund der geschilderten Symptome. Um den Verdacht zu erhärten, entnimmt er Sekretproben von den erkranken Stellen (meistens Harnröhre und Gebärmutterhals). Unter dem Mikroskop können in diesen Abstrichen bereits Gonokokken sichtbar sein. Lassen sich im Labor Erreger aus Sekretproben anzüchten oder Teile des Erbguts des Erregers nachweisen, bestätigt das die Diagnose.

Die Gonorrhö wird mit bestimmten Antibiotika behandelt. Da der Erreger gegenüber mehreren Antibiotika unempfindlich (resistent) geworden ist, wird heute grundsätzlich eine Kombinaton aus zwei verschiedenen Medikamenten empfohlen. Wird diese Behandlung frühzeitig begonnen und korrekt durchgeführt, heilt die Infektion üblicherweise problemlos aus. Wichtig ist, dass sich auch der Partner einer Behandlung unterzieht. Genaueres zu Diagnose und Therapie lesen Sie in den gleichlautenden Kapiteln.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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