Hundebandwurm- / Fuchsbandwurm-Erkrankung (Echinococcus-Infektionen)

Fuchsbandwurm und Hundebandwurm können auch den Menschen befallen. Die entsprechenden Krankheitsbilder bezeichnen Ärzte und Wissenschaftler als alveoläre und zystische Echinokokkose
aktualisiert am 18.12.2017

Füchse können Krankheiten übertragen

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Hundebandwurm/Fuchsbandwurm - kurz zusammengefasst

Hunde- und Fuchsandwurm-Erkrankungen werden oft zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums entdeckt. Nur in wenigen Fällen zeigen sich beim Menschen Symptome. Die Ansteckung mit dem Parasiten erfolgt über die Aufnahme von Eiern aus der Umwelt. Die Larven bilden je nach Erkrankung blasenartige Strukturen. Bei der Fuchsbandwurm-Erkrankung ist in 98 Prozent der Fälle die Leber betroffen. Bei Hundebandwurm zeigen neben der in etwa 60 Prozent der Fälle betroffenen Leber in etwa 40 Prozent der Fälle die Lunge und manchmal auch andere Organe typische Befallserscheinungen. Während Hundebandwurm-Erkrankungen häufig spontan ausheilen, ist dies bei der Fuchsbandwurm-Erkrankung wesentlich seltener der Fall. Sie kann ohne eine Therapie mit Medikamenten sogar tödlich verlaufen.

Was ist eine Echinokokkose?

Hundebandwurm und Fuchsbandwurm können auch beim Menschen Krankheiten hervorrufen. Diese nennen Ärzte und Wissenschaftler Echinococcus-Infektionen (Echinokokkosen). Die Erkrankung, die durch eine Infektion mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) hervorgerufen wird, heißt in der Fachsprache zystische Echinokokkose, während die Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) die alveoläre Echinokokkose verursacht. Beide Erkrankungen werden durch das Larven-Stadium der Parasiten verursacht.

Bei der Hunde- und Fuchsbandwurm-Erkrankung handelt es sich um zwei verschiedene Leiden, welche häufig miteinander verwechselt und vermischt werden, jedoch unterschiedliche Therapieansätze und -strategien erfordern.

Die Hundebandwurm-Erkrankung verhält sich meist gutartig, während sich die Fuchsbandwurm-Erkrankung mitunter ähnlich einer bösartigen Erkrankung verhält. Beide Erkrankungen sind seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001 nichtnahmentlich an das Robert Koch-Institut zu melden. 2016 wurden so 37 Fuchsbandwurm- und 117 Hundebandwurm-Erkrankungen erfasst. Im Gegensatz zur in Deutschland erworbenen Fuchsbandwurm-Erkrankung stecken sich die meisten Hundebandwurm-Patienten im Ausland an.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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