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Tripper: Ursachen und Ansteckung

Tripper ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die Erreger werden in den meisten Fällen beim Geschlechtsverkehr übertragen

von Dr. Irmela Manus (Redaktion), aktualisiert am 24.01.2017
Gonokokken

Tripper wird durch Gonokokken verursacht: Das Bakterium Neisseria gonorrhoeae unter dem Mikroskop


Tripper (Gonorrhö) ist weltweit verbreitet. Die Krankheit wird durch bestimmte Bakterien ausgelöst. Sie heißen Gonokokken – oder medizinisch genauer: Neisseriae gonorrhoeae. Die Krankheitserreger befallen die Schleimhäute von Harnröhre und Gebärmutterhals sowie – abhängig von der Sexualpraktik – auch die Schleimhaut in Enddarm, Mund und Rachen. Dort lösen sie eine eitrige Entzündung aus. Auch die Augenbindehaut kann betroffen sein, wenn die Bakterien zum Beispiel durch Augenreiben dorthin gelangen.

Die Ansteckung passiert vor allem bei ungeschütztem Verkehr mit einem Erkrankten. Beim Sex werden die Bakterien durch den direkten Kontakt zu den Schleimhäuten weitergegeben. Die Gonorrhoe zählt, wie die Syphilis und der Genitalherpes, zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (sexually transmitted diseases, STD). Außerhalb des Körpers gehen die Gonokokken schnell zugrunde. Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, sich über verunreinigte Gegenstände anzustecken. Ein solches Infektionsrisiko kann aber nicht völlig ausgeschlossen werden.

Einen guten Schutz vor einer Infektion bieten Kondome. Besonders gefährdet sind daher Menschen, die nicht mit Kondomen verhüten, sowie Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.

Tripper in der Schwangerschaft

Erkrankt eine Schwangere an Gonorrhö, kann das für ihr Baby problematisch werden: Die Entzündung in der Genitalregion erhöht vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel das Risiko einer Fehlgeburt. Zudem kann sich das Baby während der Geburt bei der Mutter anstecken, wenn es mit dem infektiösen Sekret aus dem Gebärmutterhals in Kontakt kommt. Ohne geeignete Therapie erkranken Neugeborene dann oft an einer schweren, eitrigen Entzündung der Augenbindehaut (Gonokokken-Konjunktivitis). Unbehandelt führt sie schlimmstenfalls innerhalb weniger Tage zur Erblindung.

Bis zum Jahr 1992 war in Deutschland die sogenannte Credé-Prophylaxe mit Silbernitrat gesetzlich vorgeschrieben: Unmittelbar nach der Geburt wurden allen Kindern einige Tropfen Silbernitrat-Lösung in den Augenbindehautsack getröpfelt, um eine mögliche Ansteckung mit Gonokokken von der Mutter zu verhindern. Dieses Gesetz ist seit 1992 nicht mehr gültig; die Prophylaxe wird in einigen Geburtskliniken aber immer noch angewandt. Heute kommen statt Silbernitrat meist antibiotikahaltige Augentropfen oder PVP-Jod-Lösungen zum Einsatz. Diese Mittel wirken zusätzlich gegen die noch häufigeren Chlamydien. Im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge können alle Schwangeren im Vorfeld auf Gonokokken sowie auf Chlamydien untersucht werden.