{{suggest}}


Tripper: Symptome

Tripper macht sich meistens mit Ausfluss sowie Brennen beim Wasserlassen bemerkbar. Die Krankheit kann aber auch andere Symptome verursachen – oder völlig unbemerkt bleiben

von Dr. Irmela Manus (Redaktion), aktualisiert am 24.01.2017

Nach der Ansteckung dauert es üblicherweise ein bis drei, manchmal auch bis zu zehn Tage, bis sich erste Symptome zeigen. Einige betroffene Männer und ein großer Teil der Frauen spüren allerdings überhaupt keine oder nur sehr milde Beschwerden, so dass sie die Infektion möglicherweise gar nicht bemerken. Trotzdem können sie die Krankheit weitergeben. Bleibt eine Infektion länger unbehandelt, drohen Komplikationen.

Welche Beschwerden spüren Männer?

Beim Mann führt die Gonorrhoe meistens zu einer akuten Harnröhrenentzündung. Sie äußert sich mit eitrigem, gelb-grünlichem Ausfluss aus der Harnröhre. Als "Bonjour-Tröpfchen" bezeichnen Mediziner das vor morgendlichem Wasserlassen austretende Sekrettröpfchen bei Gonorrhö. Die Harnröhrenöffnung kann gerötet und geschwollen sein. Außerdem treten Schmerzen beim Wasserlassen auf, die mitunter so stark sind, dass sie von einigen Betroffenen "wie Glassplitter" in der Harnröhre beschrieben werden. Breitet sich die Infektion weiter aus (siehe Stichwort Komplikationen, weiter unten), kommen eventuell Unterbauchschmerzen sowie Schmerzen und Schwellungen der Hoden dazu.

Wie macht sich Tripper bei Frauen bemerkbar?

Bei Frauen verläuft die Gonorrhoe in der Frühphase oft milder oder bleibt zunächst unbemerkt. Ein "leichter Ausfluss" aus der Scheide und wird mitunter als normal angesehen und nicht weiter beachtet. Auch bei Frauen kann die Gonokokken-Infektion eine Harnröhrenentzündung mit Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen verursachen, wesentlich häufiger jedoch eine Gebärmutterhalsentzündung. Im Falle von Komplikationen wie einer Eileiterentzündung können sich heftige Unterbauchschmerzen und Fieber einstellen.

Kommt es zu einer Entzündung der Bartholin-Drüsen am Scheideneingang (Bartholinitis), treten meist stärkere Beschwerden und Schmerzen im Scheidenbereich auf, insbesondere im Sitzen. Eine reine Scheidenentzündung kommt bei geschlechtsreifen Frauen normalerweise aber nicht vor; Gonokokken können nur die Scheidenschleimhaut von Mädchen vor der ersten Regelblutung befallen.

Welche weiteren Symptome deuten auf Tripper hin?

Die Gonokokken besiedeln Schleimhäute – je nach Übertragungsweg und Sexualpraktik können das auch die Schleimhäute des Enddarms oder des Mund- und Rachenraum sein: Infektionen im Rachenbereich werden leicht übersehen, denn die Betroffenen spüren meist wenig davon – zum Beispiel nur leichte Halsschmerzen. Geraten die Gonokokken beim Analverkehr mit der Darmschleimhaut in Kontakt, so führt das zu einer Enddarmentzündung. Sie kann sich durch Schmerzen und Brennen beim Stuhlgang sowie Schleimbeimengungen im Stuhl bemerkbar machen.

Die Bakterien können außerdem in die Augenbindehaut gelangen – wenn sich Erkrankte mit verunreinigten Händen die Augen reiben. Neugeborene infizieren sich manchmal während der Geburt bei ihrer erkrankten Mutter (siehe Kapitel "Ursachen und Ansteckung"). Es entsteht dann eine starke Bindehautentzündung (Gonokokken-Konjunktivitis). Dabei bildet sich eitriges Sekret in den Augen. Die Bindehaut kann rötlich erscheinen, weil sie stärker durchblutet wird als üblich.

Wird die Gonorrhö nicht frühzeitig behandelt, greift sie womöglich auf benachbarte Organe und Gewebe über. Dann drohen Komplikationen.

Komplikationen der Gonorrhö beim Mann können sein:

  • Unfruchtbarkeit (Sterilität) infolge des entzündungsbedingten Verschlusses der Nebenhodenkanälchen

Mögliche Komplikationen der Gonorrhö bei der Frau sind:

  • Gebärmutterentzündung
  • Bauchfellentzündung
  • Unfruchtbarkeit (Sterilität) durch Verwachsungen und Verklebungen der Eileiter

Breiten sich die Bakterien über den Blutweg im ganzen Körper aus, kann Tripper Gelenkentzündungen mit Gelenkschmerzen, wiederkehrende Fieberschübe und Hautveränderungen hervorrufen. Letztere zeigen sich oft als blutgefüllten Bläschen, dunkelrote und / oder eitrige Knötchen, vor allem an den Fingern, oder ähneln kleinen wunden Stellen.

Zum Glück eher selten führt eine Gonorrhö zu einer schweren Blutvergiftung (Gonokokken-Sepsis). Dies ist vor allem bei einer Abwehrschwäche der Fall, zum Beispiel bei gleichzeitiger AIDS-Erkrankung.

Weitere gefährliche Komplikationen sind eine Hirnhautentzündung (Gonokokken-Meningitis) und eine Herzinnenhautentzündung (Gonokokken-Endokarditis).