Diabetes Ratgeber

Welche Wirkstoffe können für die Nieren problematisch sein?  

Vor allem Ibuprofen, Diclo­fenac, Acetylsalicylsäure (ASS) und Naproxen. Verwendet werden diese frei verkäuflichen Medikamente z. B. bei Migräne, Gelenk- und Kopfschmerzen.

Was bewirken diese Schmerz­mittel in der Niere?

Sie verringern unter anderem die Nierendurchblutung und damit die Harnbildung. Außerdem können sie den Blutdruck erhöhen und die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln abschwächen. Das kann etwa bei ACE-Hemmern und Sartanen der Fall sein.

Zu welchen Vorsichts­maßnahmen raten Sie?

Nehmen Sie Schmerzmittel möglichst kurz und in der niedrigsten notwendigen Dosierung ein. In der Apotheke berät man Sie dazu gerne, auch zu möglichen Wechselwirkungen. Hilfreich ist ein Medikationsplan, auf dem alle Medikamente vermerkt sind, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie. Der Apotheker ergänzt den vom Arzt erstellten Medikationsplan gern um diese Präparate.

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Was empfehlen Sie ­Menschen mit chronischen Schmerzen, etwa durch einen Nervenschaden?

Bitte sprechen Sie die Schmerztherapie immer mit dem Arzt ab. Manche Wirkstoffe eignen sich bei Nervenschmerzen weniger gut. Hier hilft auch eine höhere Dosis nicht, sie kann die Nieren noch mehr schädigen. Bei schwer behandelbaren Schmerzen kann ein Schmerztherapeut helfen.

Was ist noch wichtig?

Achten Sie darauf, genug zu trinken. Empfohlen werden 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Gut eignen sich Wasser und un­gesüßte Tees. Bei einem fortgeschrittenen Nierenschaden sagt Ihnen der Arzt, wie viel Sie trinken dürfen.

Herzpatienten müssen oft dauerhaft Acetylsalicylsäure einnehmen. Ist das auch bei Nierenschäden möglich?

Zur Vorbeugung eines Herzinfarkts wird Acetylsalicylsäure in niedriger Dosis gegeben. Das ist unter sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung auch bei eingeschränkter Nierenfunktion möglich. Der Arzt sollte diese regelmäßig kontrollieren. Als Schmerzmittel ist ASS höher dosiert und vor allem bei einem fortgeschrittenen Nierenschaden problematisch.

Was wären mögliche Alternativen?

Bestehen keine Leberprobleme, eignet sich Paracetamol — zeitlich begrenzt und in möglichst niedriger Dosierung. Der Wirkstoff lindert die Schmerzen, etwa im Rücken, aber nicht immer ausreichend. Dann sollten Sie den Arzt fragen. Das gilt auch, wenn die Ursache der Schmerzen unklar ist, wenn sie sich verändern oder wenn weitere Symptome auftreten.

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Unsere Expertin:

Ursula Funke ist Apothekerin und Präsidentin der Landesapothekerkammer in Hessen.

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