Achillessehnenverletzung - kurz zusammengefasst

Eine schmerzende Achillessehne ist häufig auf eine Reizung oder Entzündung der Sehne oder des umgebenden Gleitgewebes zurückzuführen. Krankheiten wie Gicht, Diabetes oder Arthrose können diese begünstigen. Auch spezielle Antibiotika oder Kortison können der Sehne schaden.

Durch Schonung, Ruhigstellung und entzündungshemmende Medikamente kann die akute Sehnenreizung behandelt werden. Allerdings kann gerade eine vorgeschädigte (belastete) Sehne reißen. Je nach Stellung der Sehnenenden zueinander muss entweder operiert werden oder eine Ruhigstellung mit Hilfe von Orthesen oder Gips erfolgen. Anschließend wird das Bein noch für mehrere Wochen mit speziellen Orthesen versorgt.

Überblick: Was sind Achillessehnenverletzungen?

Die Achillessehne (Tendo calcaneus) ist die stärkste Sehne des  menschlichen Körpers, sie hält etwa das 25-fache des Körpergewichts aus. Die Sehne verbindet den Fersenknochen –  das sogenannte  Fersenbein –  mit der Wadenmuskulatur. Sie ermöglicht es uns zum  Beispiel, auf den Zehenspitzen zu stehen und uns beim Laufen und beim  Springen abzustoßen.

Die häufigsten Achillessehnenverletzungen sind Reizungen und  Entzündungen des umgebenden Gleitgewebes, kleine Verschleißdefekte in der Sehne oder komplette  Risse der Sehne (medizinisch: Achillessehnenruptur).

Ein Riss entsteht selten durch Gewalteinwirkung von außen. Viel   häufiger liegt die Ursache in einer chronischen, starken Überbelastung,   beispielsweise beim Sport oder bei harter körperlicher Arbeit.   Unterschieden werden die teilweise und die folgenschwerere komplette   Ruptur der Achillessehne. Kompletter Riss bedeutet, dass die Sehne   vollständig durchtrennt ist.

Nach einem Achillessehnenriss ist das betroffene obere Sprunggelenk   nur noch sehr eingeschränkt funktionstüchtig. Wenn überhaupt, ist es nur   unter starken Schmerzen möglich, den Fuß aufzusetzen und zu belasten.   Es gelingt nicht mehr, auf den Zehenspitzen zu stehen.

Eine gesunde Sehne reißt fast nie. Meistens ist das Sehnengewebe   bereits vorgeschädigt: durch eine anhaltende Reizung oder Entzündung   durch Mikrotraumen (Kleinstrisse), welche die Widerstandsfähigkeit des   Sehnengewebes herabgesetzt haben. Das kann sich im Vorfeld des Risses   durch wiederkehrende Schmerzen (eine Achillodynie) bemerkbar machen.

Vom Wadenmuskel zieht sie bis in das Fersenbein: die Achillessehne

Vom Wadenmuskel zieht sie bis in das Fersenbein: die Achillessehne

Ursachen

Die häufigste Ursache für einen Achillessehnenriss ist  nicht etwa die Gewalteinwirkung von außen, sondern eine plötzliche,   starke Belastung bei vorgeschädigter Sehne – zum Beispiel durch   Bewegungen, die das Sprunggelenk besonders beanspruchen.

Solche Bewegungen kommen vor allem bei Sportarten vor, die schnelle   Sprints, jähe Stopps und Richtungswechsel erfordern, wie

  • Tennis
  • Fußball
  • Handball
  • Baketball
  • Squash

Risse entstehen aber auch bei völlig untrainierten Personen,   die ihre Sehnen plötzlich überfordern – die zum Beispiel bei "gelb" noch   schnell über die Straße rennen wollen.

Sehnenschaden erhöht das Risiko für einen Riss

Risse an völlig gesunden Achillessehnen sind extrem selten. Ist die   Sehne ohne jeden Vorschaden, bricht bei einem entsprechenden Unfall noch   eher ein Teil des Fersenbeins am Sehnenansatz aus, als dass die Sehne   selbst zerreißt. Aber kaum eine Achillessehne ist ohne Vorschaden. Oft sind diese durch anhaltende Reizungen und   Entzündungen überbelastet und schlecht durchblutet.

Manche Krankheiten können solche Reizungen im Bereich der Achillessehne fördern, zum Beispiel

Bei einer speziellen Gruppe der Antibiotika, den Fluorchinolonen, wurde  nachgewiesen, dass sie die Sehnen schädigen können und somit einen Riss  begünstigen.

Weitere Risikofaktoren

Daneben gibt es weitere Faktoren, die das Risiko einer   Achillessehnenruptur erhöhen:

  • Fußfehlstellungen
  • ungeeignete Schuhe   (speziell mit hochgeführten drückenden Fersenkappen)
  • verkürzte   Wadenmuskeln
  • mangelhaftes Aufwärmen vor dem Sport
  • wiederholte Überlastung beim Sport
  • generell höheres Lebensalter

Ein zurückliegender Teilriss erhöht die Wahrscheinlichkeit einer   weiteren Ruptur. Ein hohes Risiko gehen auch völlig Untrainierte ein,   die sich plötzlich mit einer Sportart befassen, bei der sie sich abrupt   abstoßen müssen (zum Beispiel Hoch- oder Weitsprung).

Wie ein Schlag auf die Ferse kann sich ein Riß der Achillessehne anfühlen.

Wie ein Schlag auf die Ferse kann sich ein Riß der Achillessehne anfühlen.

Symptome

Symptome der Sehnenreizung

Bei einer chronischen Achillessehnenreizung oder -entzündung kommt       es wiederholt zu Schmerzen, wenn die Wadenmuskeln angespannt oder       gedehnt werden, oder wenn das Fußgelenk längere Zeit belastet wird. 

Typischerweise bereitet es auch starke Beschwerden, morgens aus dem   Bett aufzustehen und barfuß die ersten Schritte zu tun. Der Grund ist,   dass die Füße in der Nacht überwiegend in einer  Spitzfußstellung gehalten werden –  also Fußspitzen nach "unten"  gestreckt, Fersen angezogen. Beim ersten  morgendlichen Auftreten wird  die Achillessehne aufgrund der verkürzten Wadenmuskulatur dann besonders   angespannt. Dieser morgendlichen Schmerzen nach dem Aufstehen beim  "Warmlaufen" sind charakteristisch für eine Achillessehnenreizung.

Häufig ist die gereizte Achillessehne etwa fünf Zentimeter oberhalb   des Fersenbeins spindelförmig verdickt zu tasten. Bei Druck auf die   entsprechende verdickte Stelle des Umgebungsgleitgewebes verstärken sich   die Beschwerden. Bei einer hochakuten Entzündung kann beim Bewegen des   Fußes eventuell ein raues Reibungsgeräusch zu hören sein.

Bei wiederkehrenden Schmerzen im Bereich der Achillessehne sollte ein   Arzt, üblicherweise ein Orthopäde oder Unfallchirurg, aufgesucht  werden. Bei Verdacht auf  einen Riss ist sofort ärztlicher Rat nötig.

Symptome des Achillessehnenrisses

Der Achillessehnenriss wird oft von einem deutlich vernehmbaren, peitschenartigen Geräusch  begleitet. Er tritt fast immer bei einer sogenannten  Schnellkraftbelastung (Sprint oder Sprung) auf. Die verletzte Person  spürt beim Riss der Sehne oft einen schmerzhaften Stich oder Schlag im  Bereich der Wade oder der Ferse. Beim Fußball glaubt der Verletzte dann  oft, ein Gegner habe ihm in die Ferse getreten.

Als Folge des Risses kann die Fußspitze nicht mehr gesenkt (nach  "unten" gebeugt) werden. Aufstehen oder Gehen sind zwar gelegentlich  noch möglich, bereiten aber heftige Schmerzen. Das Stehen auf den Zehenballen gelingt nicht mehr, der Fuß kann nicht mehr abgerollt werden.

Diagnose

Anamnese:

Der Arzt erkundigt sich nach aktuellen und früheren Beschwerden im  Bereich der Achillessehne. Er möchte zum Beispiel wissen, welche  Aktionen die aktuellen Schmerzen ausgelöst haben, er fragt nach begleitenden Krankheiten, nach Sport-, Berufs- und Bewegungsgewohnheiten.

Körperliche Untersuchung:

Dann prüft der Arzt wie der Patient  geht, ob er auf den Zehenspitzen gehen und auf einem Bein stehen kann.  Das betroffene Sprunggelenk wird auf Funktion und Schmerzempfindlichkeit  beurteilt. Außerdem tastet der Arzt den Bereich um die Sehne ab. Einige  Zentimeter über der Ferse ist bei einem Riss eine Delle feststellbar.

Der "Wadenkneiftest" nach Thompson: Drückt der Arzt die  Wadenmuskulatur zusammen, bewegt sich der Fuß normalerweise reflexartig  in eine Spitzfußhaltung – also Fußspitze nach "unten". Funktioniert das nicht mehr eindeutig, ist der "Wadenkneiftest"  positiv, also auffällig. Dann liegt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Achillessehnenriss vor.

Weitere Untersuchungen:

Zur Diagnosesicherung wird eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) durchgeführt. Dabei sind die Strukturen der Achillessehne zu  erkennen. Beim Riss sind die Enden der Sehne  und die Lücke dazwischen gut darstellbar.

Eine selten notwendige Zusatzuntersuchung ist die Magnetresonanztomographie (MRT) zu Diagnosesicherung. Hiermit lässt sich aber zum Beispiel klären, ob kleine  Gewebeanteile im Inneren der Sehne abgestorben sind, die für den Riss ursächlich waren. Bei einer direkten  Verletzung, beispielsweise durch einen Stoß, kann auch eine Röntgen-Untersuchung der angrenzenden Knochen erforderlich sein.

Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Verletzung der Achillessehe

Physiotherapie ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei Verletzung der Achillessehe

Was hilft bei einer Achillessehnenreizung?

Bei einer Achillessehnenreizung empfiehlt der Arzt üblicherweise,   das Sprunggelenk in leichter Spitzfußstellung zu schonen – also   Fußspitze nach "unten" gestreckt und Ferse erhöht. Hierbei helfen zum Beispiel entlastende und stützende Bandagen sowie erhöhte Schuhabsätze - hierbei ist es wichtig, dass die Absätze beidseitig getragen werden, auch wenn nur eine Seite betroffen ist. Dieser Rat sollte   auch beherzigt werden. Denn eine Reizung neigt dazu, chronisch zu werden   und erhöht das Risiko für einen Riss. Die Spitzfußstellung nimmt   Spannung von der strapazierten Sehne und der Wadenmuskulatur. Bis die Schmerzen abklingen, sollten Erkrankte auf Sportarten verzichten, die die Achillessehne und die Wadenmuskulatur stark belasten.

Unterstützend kann die schmerzende Stelle in den ersten Tagen gekühlt   oder mit durchblutungsfördernden Salben eingerieben werden.   Schmerzmittel wie Diclofenac oder Ibuprofen können deutliche Linderung verschaffen. Es muss dabei aber auf mögliche Nebenwirkungen im Magen-Darm – und Herz-Kreislaufbereich geachtet werden.

Der Arzt kann in den Bereich um die entzündete Stelle ein Gemisch aus   entzündungshemmendem Kortison und einem örtlich wirksamen   Betäubungsmittel spritzen und damit in der Regel schnell und wirksam   helfen. Auch andere Substanzen wie Hyaluronsäure kommen hierbei zum Einsatz. Diese Infiltration muss aber unbedingt fachgerecht erfolgen. Wird die Mischung nicht in das umgebende Gewebe, sondern die Sehne direkt gespritzt, so erhöht sich das Risiko eines Risses enorm. Zu häufige   Gaben oder Injektionen in die Sehne können das Risiko für einen Riss ebenfalls erhöhen.

Sehne gerissen: was tun?

Erste Hilfe bei Verdacht auf Achillessehnenriss

Bei Verdacht auf einen Achillessehnenriss sollte möglichst rasch ärztliche Hilfe, am besten in der Orthopädie oder Unfallchirurgie, gesucht werden.  Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird das Bein entlastet und hochgelagert. Die  schmerzende Stelle kann vorsichtig gekühlt werden. Achtung: Eis nicht  direkt auf die Haut legen, sonst drohen Erfrierungen!

Prinzipiell gibt es zwei Behandlungsmethoden, die konservative beziehungsweise die operative Versorgung.

Konservative Therapie

Bei einer sogenannten konservativen Therapie des Achillessehnenrisses  wird auf eine Operation verzichtet. Wenn sich die Sehnenenden bei der  sonographischen Kontrolle bei gestrecktem Fuß aneinander legen, kann  durchaus eine konservative Therpie erfolgen. Vorerkrankungen, welche einen chirurgischen Eingriff sehr risikoreich  machen würden sowie ein hohes Alter können die Entscheidung für eine konservative Versorgung beeinflussen.

Es wird zunächst eine Orthese oder ein Unterschenkelgips in Spitzfußstellung für zwei  Wochen getragen, anschließend erfolgt die Versorgung mittels Stiefel- oder Schuhorthesen für sechs Wochen. Während dieser Zeit erfolgt eine stufenweise  Verringerung der Spitzfußstellung nach ärztlicher Vorgabe. In der Zeit, in  der das Bein nur teilbelastet werden kann, sollte eine  Thromboseprophylaxe erfolgen. Auch Physiotherapie und physikalische Anwendungen kommen dann zum Einsatz.

Die konservative Therapie ist meist etwas langwieriger gegenüber der  operativen Versorgung, denn die Sehne braucht Zeit und Ruhe, um heilen  zu können. Nicht selten verlängert sich dabei die Sehne. Kleinste Bewegungen, die sich auch   in ruhig gestellter  Form nicht vermeiden lassen, und die Narbe selbst   führen dazu. Dann   fehlt die Spannung.

In so  einem Fall kann man konservativ nicht mehr viel machen. Die Betroffenen bleiben   auf Dauer  eingeschränkt. Ist die Sehne erst einmal zu lang, lässt  sich  die Kraft  aus den Wadenmuskeln nicht mehr übertragen. Schnelles Laufen oder  gar  Springen  sind passé. Auch normales Gehen kann Probleme bereiten, so dass es zu Humpeln oder Hinken kommt. Eine Verkürzung der Sehne kann dann nur noch durch eine Operation erreicht werden.

Operation eines Achillessehnenrisses

Sind bei einem Riss sonographisch die beiden Sehenenden weit   voneinander entfernt, ist eine Operation das Verfahren der Wahl   (Achillessehnen-Rekonstruktion). Die Sehne und die Funktion des   Fußgelenks können nur durch eine möglichst schnelle Versorgung  wieder   vollständig hergestellt werden. Ohne rechtzeitige Therapie kann es unter   Umständen zu einer Rückbildung (Atrophie) der Wadenmuskulatur kommen.   Bei der Achillessehnen-Rekonstruktion näht man die Sehnenenden wieder zusammen. Bei schlechter Sehnenqualität erfolgen spezielle   Nahttechniken. Es kann auch körpereigenes Sehnenmaterial mit   eingearbeitet werden. Am häufigsten ist mittlerweile die minimal-invasive OP-Methode (Bildergalerie unten): Mittels mehrerer kleiner Schnitte, erfolgt die Naht der  Sehne mit speziellen Instrumenten unter der Haut. Der Vorteil hierbei: Es  treten weniger Wundheilungsstörungen auf.

Achillessehnen-OP mit kleinen Schnitten

Nach der Operation

Nach der Operation erfolgt die Versorgung mit einer Orthese oder in einem Unterschenkelgehgips  in Spitzfußstellung für vier bis sechs Wochen.  Nach  einem Schema wird diese Spitzfußstellung stufenweise verringert,  bis  sich der Fuß wieder in normaler Position befindet. Während der Fuß   nur  teilbelastet werden kann sollte eine Thromboseprophylaxe erfolgen.

Im Anschluss hilft eine Physiotherapie, den verkürzten Wadenmuskel    und die eingesteiften Gelenke des Beines wieder in Gang zu bekommen. Hierbei ist es wichtig, die Anweisungen von Operateurin oder Operateur zu befolgen. Sie können am besten einschätzen, wieviel Belastung der frisch vernähten Sehne zuzumuten ist. Auch Lymphdrainagen gegen Schwellungen und Krankengymnastik  stehen so lange  auf dem    Programm, bis der Fuß voll belastet werden  kann. Dann folgt eine     Schulung, um wieder richtig gehen zu lernen. All  das braucht Zeit. Ob  Patienten nach einem  Achillessehnenriss wieder genauso Fußball    oder  Squash spielen können wie  vorher, hängt sehr davon ab, wie sich    die  Rehaphase gestaltet und wie  gewissenhaft und intensiv sie Muskeln     und Standfestigkeit trainieren.  Denn das Training endet längst nicht     dann, wenn der verletzte Fuß im  Alltag wieder einigermaßen belastbar     ist.

Mit  rund zehn Wochen Physiotherapie sollten Betroffene mindestens  rechnen.  Heilt die Sehne gut, kann man    nach drei bis vier Monaten  gemäßigt Sport  treiben. Nach einem Jahr    schließlich sollten die  Patienten mit dem  operierten Bein wieder auf    Zehenspitzen stehen und  auf und ab wippen  können. Das ist der letzte    Test. Gelingt er, können  sie wieder auf den  Platz. Und das ohne    Bedenken. Nach  einer verheilten Achillessehnenruptur könne alle   Belastungen wieder wie  zuvor ausgeübt werden. Eine weitere Schonung aus   Angst vor einem  erneuten Riss ist nicht sinnvoll.

Wichtig bei der Physiotherapie

Begrenztes Zeitfenster: Um Ihr früheres Trainingsniveau wiederzuerlangen, haben Sie nach der Operation etwa ein Jahr Zeit. Was Sie bis dahin nicht geschafft haben, lässt sich später kaum noch erreichen.

Also gehen Sie nach der Operation konsequent zur Physiotherapie. Lassen Sie sich dort auch beraten, wie sinnvolles regelmäßiges Training aussieht, selbst wenn Sie bereits wieder normal gehen können.

Risiken der Operation

Es können aber auch Probleme auftreten: Die Sehne  liegt direkt unter  der Haut, nur von wenig   weichem Gewebe umhüllt, und  ist schlecht  durchblutet. Da passiert es   leicht, dass die Wunde nicht  gut heilt.  Das kann größere Eingriffe zur   Folge haben, bei denen man  Haut aus  anderen Körperteilen verpflanzen   muss.

Bei der minimal-invasiven Methode, auch  perkutane Technik genannt,    besteht ein anderes, gar nicht so seltenes  Risiko. Der Suralis-Nerv,    der direkt neben der Sehne verläuft, wird in  rund 5 von 100 Fällen    verletzt. Die Folgen:  Nervenschmerzen an der  betroffenen Stelle oder   ein Taubheitsgefühl,  falls der Nerv zerstört  wurde.

Wenn der Sehnenriss bereits einige  Wochen alt ist oder die    Stumpfenden auseinandergerutscht sind, lässt  sich eine offene Operation    kaum umgehen. So sieht man die Sehne am  besten.  Schließlich ist  eine  Sehne eine ziemlich  faserige Angelegenheit.

Welches Therapieverfahren im Einzelfall das geeignetere ist, und    welche   Komplikationen und Nachteile die jeweilige Behandlungsmethode    mit sich   bringen kann, sollte individuell in einer Fachpraxis oder   spezialisiertem Zentrum besprochen werden. Auch werden Faktoren wie ein   hohes   Alter,  Begleiterkrankungen und die individuelle sportliche   Anforderung   der  Betroffenen bei der Wahl der Therapie berücksichtigt.

Tipps für die optimale operative Behandlung

Ist Ihre Achillessehne gerissen, lassen Sie sich wenn möglich in einem Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie behandeln, in dem solche Operationen häufig gemacht werden.

Die Klinik oder das Zentrum, in dem Sie versorgt werden, sollte ein Konzept für die Nachbehandlung anbieten. Das ist wichtig. Ein gelungener Eingriff ist nur der erste Schritt. Ob die Sehne hinterher wieder so belastbar ist wie vorher, hängt dagegen sehr davon ab, wie die Rehaphase gestaltet wird.

Wer nach der Operation eine Gehhilfe benötigt, kann einen Fuß-Entlastungsrollator benutzen. Vor allem Patienten, die zusätzlich Probleme mit Handgelenken oder Schulter haben, hilft der elektrisch betriebene Wagen, weil sie mit ihm die betroffenen Stellen weniger belasten als mit Unterarmgehstützen.

Achillessehnenriss: Wie kann man das Risiko senken?

Den normalen Verschleiß- und Abnutzungsprozessen der Achillessehne   lässt sich nicht vorbeugen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, das   allgemeine Verletzungsrisiko zu senken:

  • nicht überlasten, nach Sport oder Anstrengungen für Erholungsphasen sorgen
  • regelmäßiger, moderater Sport ist günstiger als seltene Spitzenleistungen
  • vor dem Training immer die Muskeln gut aufwärmen
  • beim Sport die Belastung nur allmählich steigern
  • auf gute, individuell passende Schuhe achten
Dr. med. Martin Talke

Dr. med. Martin Talke

Beratender Experte

Dr. med. Martin Talke ist Facharzt für Orthopädie und     Unfallchirurgie,  Rheumatologie mit Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und     Physikalische  Therapie. Von 1980 bis 2012 war er in eigener   orthopädischer   Praxis in  Berlin tätig. Seit 2013 arbeitet er in einem  Medizinischen Versorgungszentrum in Berlin.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie: Achillessehnenruptur (=Achillessehnenriss). Online: http://www.dgu-online.de/index.php?id=280 (Abgerufen am 19.02.2018)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

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