Speichelsteine sind eine der häufigsten Ursachen für eine entzündete Speicheldrüse. Sie entstehen meist in der linken und rechten Speicheldrüse des Unterkiefers. Aber auch in der Ohrspeicheldrüse und der Unterzungendrüse können sich Steine bilden.

Sie setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen des Speichels zusammen, etwa aus Calciumphosphat, Eiweißen oder Kohlenhydraten. Die Steine können einen Durchmesser von etwa einem Millimeter bis zu einigen Zentimetern haben.

Rund 83 Prozent der Speichelsteine entstehen im Unterkiefer. Aber auch in der Ohr- und Unterzungenspeicheldrüse kommen sie vor

Rund 83 Prozent der Speichelsteine entstehen im Unterkiefer. Aber auch in der Ohr- und Unterzungenspeicheldrüse kommen sie vor

Speichelsteine werden nicht immer bemerkt

Doch nicht alle Patientinnen und Patienten haben Beschwerden und bemerken deshalb oft gar nicht, dass sie einen Speichelstein haben. „Oft handelt es sich um einen Zufallsbefund, der zum Beispiel beim Röntgen entdeckt wird“, sagt Dr. Christoph Sproll, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf.

In vielen Fällen treten erst dann Beschwerden auf, wenn die Steine die Speicheldrüsengänge verstopfen und der Speichelfluss gestört wird. Vor allem beim Essen treten Schmerzen auf, weil dabei der Speichelfluss angeregt wird. „Nach dem Essen klingen meist auch die Symptome wieder ab“, sagt Sproll.

Auch Schwellungen am Unterkiefer oder vor dem Ohr sind möglich. Fiebrige Reaktionen deuten häufig auf eine entzündete Speicheldrüse hin, die sogenannte Sialadenitis. Mumps geht zum Beispiel oft mit einer entzündeten Ohrspeicheldrüse einher.

Das kann zur Bildung von Speichelsteinen führen

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Entstehung von Speichelsteinen begünstigen können: Trinkt man zu wenig, kann der Speichel verdicken. Gleichzeitig verringert sich die Speichelproduktion, wodurch die Speicheldrüsen nicht mehr richtig durchgespült werden und sich harte Ablagerungen bilden können. Auch manche Medikamente, etwa gegen Depressionen oder häufigen Harndrang, können die Speichelbildung beeinträchtigen und dadurch Steine begünstigen.

„Die Speicheldrüsen können sich nach einem Eingriff gut regenerieren“: Dr. Christoph Sproll

„Die Speicheldrüsen können sich nach einem Eingriff gut regenerieren“: Dr. Christoph Sproll

Dr. Sproll, wann muss man Speichelsteine behandeln?

Wir behandeln Speichelsteine in der Regel nur dann, wenn sie Beschwerden verursachen. Kleinere Steine kann man zum Beispiel mithilfe einer kleinen Sonde he­rausholen oder mittels Laser von innen zerkleinern. Andere lassen sich etwa über einen kleinen Schnitt in den Speichelgang entfernen. Eine komplette Entfernung der Speicheldrüse ist mittlerweile nur noch selten nötig.

Kann es sein, dass sich trotz Behandlung immer wieder Steine bilden?

Das ist unterschiedlich. Manche Patientinnen und Patienten haben nur einmal einen Speichelstein, der Beschwerden verursacht. Man kann eigentlich kaum vorbeugen. Aber es ist auf jeden Fall von Vorteil, nicht zu rauchen und ausreichend zu trinken, damit der Speichel nicht zäh wird.

Kann die Speicheldrüse durch den Eingriff Schaden nehmen?

Die Speicheldrüsen können sich meist schnell erholen und wieder normal funktionieren, nachdem der Stein entfernt wurde. Bei einer entzündeten Drüse wird außerdem ein Antibiotikum verabreicht, um die Entzündung zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Fazit

Nicht alle Speichelsteine verursachen Beschwerden. Eine Behandlung ist meist nur dann nötig, wenn die Steine die Speicheldrüsen verstopfen und zu Schmerzen oder anderen Symptomen führen. Die Therapie hängt von der Lage und Größe des Steines ab. Wichtig: ausreichend trinken. Das kann Steinen vorbeugen.

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