Behauptung: Die Impfstoffe wurden zu schnell entwickelt, daher sind sie unsicher

Fakt: die organisatorischen Prozesse der Impfstoffzulassung wurden stark beschleunigt, einzelne Phasen der Studien erfolgten zum Beispiel parallel, statt nacheinander. Die Pandemie erlaubte es zudem, die notwendige Teilnehmerzahl sehr schnell zu rekrutieren und so die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung zu testen - was in normalen Zeiten mit niedrigem Ansteckungsrisiko viel länger gedauert hätte. So konnten die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung ohne Abstriche nachgewiesen werden.

Behauptung: Auch Geimpfte stecken sich an - manche müssen sogar auf die Intensivstation

Fakt: Keine Impfung bietet hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung oder Erkrankung. Allerdings erkranken gegen Corona Geimpfte in der Regel deutlich milder. Schwere Verläufe enden bei ihnen deutlich seltener tödlich. Insgesamt werden deutlich mehr Ungeimpfte wegen schwerer Covid-Verläufe in Kliniken eingewiesen als Geimpfte. Wer geimpft ist, hat ein deutlich niedrigeres Risiko, wegen Covid ins Krankenhaus zu müssen!

Behauptung: Wenn ich geimpft bin, kann ich trotzdem andere anstecken

Fakt: Die Impfung verhindert vor allem die Erkrankung - weniger die Infektion. Allerdings sind Geimpfte für andere Menschen deutlich weniger ansteckend (unter anderem weil sie seltener husten und niesen). Daher ist die Impfung das wirksamste Instrument, um die Pandemie zu stoppen. Vor allem trägt jeder Geimpfte dazu bei, besonders gefährdete Menschen (etwa Senioren mit schwachem Immunsystem) vor einer schweren Covid-Erkrankung zu schützen.

Behauptung: mRNA-Impfstoffe verändern unser Erbgut

Fakt: Die mRNA (messenger RNA) verändert das Erbgut nicht. Zum einen gelangt sie gar nicht in den Zellkern, wo sich unser Erbgut (DNA) befindet. Zum anderen fehlen ihr wichtige Eiweiße, die sie dafür als Werkzeug bräuchte. Außerdem wird die mRNA innerhalb von Stunden abgebaut. Es gibt zwar bestimmte Viren (sogenannte Retroviren), die das Erbgut verändern können - das Coronavirus zählt jedoch nicht dazu.

Behauptung: mRNA-Impfstoffe können zu Krebs führen

Fakt: Dass Corona-Impfstoffe das Krebsrisiko beeinflussen, ist rein spekulativ und nicht durch Fakten begründbar. Allgemein spielen für das Krebsrisiko neben einer erblichen Veranlagung sogenannte Karzinogene (etwa im Zigarettenrauch) eine wichtige Rolle - wobei es nur selten möglich ist, eine Krebserkrankung auf einzelne Ursachen zurückzuführen. Der wirksamste Schutz vor Krebs ist eine gesunde Lebensweise. Dazu gehören der Verzicht auf Rauchen, sparsamer Umgang mit Alkohol, viel Bewegung und eine gesunde Ernährung. Außerdem sollten die regelmäßigen Früherkennungs-Untersuchungen wahrgenommen werden.

Behauptung: Die Impfung hat ernste Nebenwirkungen - etwa Thrombosen

Fakt: Jede wirksame Therapie (oder Impfung) kann Nebenwirkungen haben. Auch bei den Corona-Impfungen traten vereinzelt Komplikationen auf - etwa Blutgerinnsel (Thrombosen) oder Herzmuskelentzündungen. Diese Nebenwirkungen waren sehr selten und führten dazu, dass manchen Menschen mit erhöhtem Risiko von bestimmten Impfstoffen abgeraten wurde beziehungsweise dass zusätzliche Vorsichtsmassnahmen ergriffen wurden. Fest steht, dass das Risiko, bei einer Covid-Erkrankung schwere Komplikationen zu entwickeln - darunter ebenfalls Thrombosen und Herzmuskelentzündungen -, deutlich höher ist.

Behauptung: Die Impfung macht unfruchtbar

Fakt: Diese Sorge entstammt der Beobachtung, dass Oberflächen-Eiweiße des Coronavirus eine gewisse Ähnlichkeit mit Eiweißen auf der Plazenta (Mutterkuchen) haben. Daraus wurde abgeleitet, dass die Impfung womöglich nicht nur das Coronavirus bekämpft, sondern auch die Bildung einer Plazenta verhindert. Tatsache ist, dass die Ähnlichkeit der Eiweiße dafür viel zu gering ist. Außerdem müsste dann auch die Infektion mit dem Coronavirus, die ja wie die Impfung zur Bildung von Antikörpern führt, vermehrt Fehlgeburten oder Komplikationen verursachen. Dies ist nicht der Fall. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich nicht zuletzt deshalb impfen lassen, weil das Risiko für einen schweren Covid-Verlauf in der Schwangerschaft erhöht ist.

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