Unauffällig, kein Beschlagen, klare Sicht: Kontaktlinsen sind als Alternative zur Brille beliebt. Doch wer sie benutzt, sollte ein paar Regeln befolgen. Darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. in einer Pressemitteilung hin.

Dr. Oliver Hoppe vom Ressort Kontaktlinsen rät dringend zu sorgfältiger Hygiene und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt. Der Hintergrund: Wer Kontaktlinsen falsch anwende, erhöhe sein Risiko für Infektionen der Hornhaut mit Bakterien, Pilzen oder Akanthamöben. Die könnten auch bleibenden Schädigungen verursachen. Schlimmstenfalls könne eine Hornhauttransplantation notwendig werden oder drohe gar der Verlust des Sehens.

Was tun, damit kein Erreger ins Auge gerät?

Folgende Hygieneregeln helfen laut dem Berufsverband der Augenärzte, rote Augen, Schmerzen oder sogar bleibende Schäden zu vermeiden:

• Bevor man die Kontaktlinsen anfasst: gründlich die Hände waschen.

• Für jeden Kontaktlinsentyp, ob formstabil oder weich, gibt es passende Hygienesysteme. Deren Gebrauchsanweisung in Ruhe genau lesen und befolgen. Wichtig: Die Hygienesysteme für formstabile Linsen sind nicht für weiche Kontaktlinsen geeignet und umgekehrt. Dasselbe gilt für Aufbewahrungslösungen: Nur jene verwenden, die für den eigenen Linsentyp geeignet sind.

• Auf keinen Fall Hygienesysteme mischen.

• Zum Abspülen der Linsen vor dem Einsetzen ins Auge eine sterile Kochsalzlösung verwenden - kein Leitungswasser! Darin können Akanthamöben enthalten sein.

• Den Kontaktlinsenbehälter regelmäßig desinfizieren und zudem alle drei bis sechs Monate austauschen.

• Gereizten Augen eine Pause von den Linsen gönnen. Bei hartnäckigen Beschwerden eine Augenarztpraxis aufsuchen.

Meist gelangen die Erreger laut Experten zusammen mit der Kontaktlinse auf das Auge. Die Linse schützt sie fortan davor, von den Augenliedern weggewischt oder von der Tränenflüssigkeit weggeschwemmt zu werden. Sie können ungestört ins Hornhautgewebe eindringen.

Die Folge: Zwei bis vier von 10.000 Kontaktlinsenträgern erleiden jährlich eine mikrobielle Hornhautentzündung (Keratitis), bei einem von knapp 20.000 entstehen dadurch bleibende Schäden. Vor allem Träger flexibler (weicher) Kontaktlinsen sind bei mangelhafter Hygiene gefährdet, betont Hoppe. Sehr selten, aber doch mit zunehmender Tendenz werde eine durch Akanthamöben verursachte Keratitis beobachtet.

Eine Akanthamöbenkeratitis kann zu Hornhautgeschwüren und zu Sehverlust führen. Akanthamöben kommen im Trinkwasser vor und können ins Auge gelangen, wenn man beispielsweise die Kontaktlinsen im Auge lässt, während man duscht, schwimmt oder wenn man die Kontaktlinsen mit Leitungswasser reinigt statt mit den empfohlenen Reinigungslösungen. Daher: Beim Schwimmen, Baden und Duschen Kontaktlinsen am besten vorher entfernen.

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