Baby und Familie

Zwischendurch abkühlen

Pralle Sonne? „In der Regel spürt man als Schwangere schnell, dass Mittagssonne und Hitze den Kreislauf belasten. Dann lieber im Halbschatten bleiben oder drinnen. Dort ist es kühler und die Ozonbelastung geringer“, erklärt Dr. ­Maike Manz, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe am Klinikum Darmstadt.

Lassen Sie es insgesamt ruhiger angehen. Davon profitiert auch Ihr Baby. Kühlen Sie sich öfter mal ab. Hilfreich: eine lauwarme Dusche, feuchte Tücher auf Nacken und Stirn, ein kühles Fußbad oder kühles Wasser über die Unterarme laufen lassen.

Die empfindliche Haut schützen

Meiden Sie lange Sonnenaufenthalte und verwenden Sie Creme oder Lotion mit ­einem Lichtschutzfaktor von mindestens 50 sowie einem Filter, der sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen abhält. Entsprechende Angaben finden sich auf dem Produkt.

Ein Hut hilft, Gesicht, Dekolleté und Nacken zu beschatten. Das bewahrt Sie nicht nur vor einem Sonnenbrand, sondern trägt auch dazu bei, dunkle Pigmentflecken zu vermeiden. Sie können sich aufgrund des veränderten Hormonspiegels während der Schwangerschaft bilden. Manchmal gehen die Flecken nach der Entbindung von allein wieder zurück. Wer zusätzlich etwas tun möchte, klärt vor­her mit Arzt oder Ärztin, welche Inhaltsstoffe in Bleichmitteln oder Peelings un­bedenklich sind.

Stiche abwehren

Eine wirksame Abwehr von Mücken und anderen Plagegeistern bieten spezielle Sprays. Für Schwangere gibt es dabei aber einiges zu beachten: Repellents mit dem Wirkstoff Diethyl­toluamid (DEET) scheiden wegen der Risiken für das Ungeborene aus.

Auch ätherische Öle sind keine Alternative. Denn für Schwangere kommen nur Produkte infrage, die sich auch für Babys eignen. Die erhältlichen Öle sind jedoch laut Manz erst für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Geeignet sind Mittel mit dem Wirkstoff Icaridin in 10- oder 20-prozentiger Konzentration. Beim Kauf unbedingt darauf achten!

Der Müdigkeit davonlaufen

„Auf Sport und Bewegung müssen Schwangere nicht verzichten. Machen Sie, was Ihnen guttut, außer Arzt, Ärztin oder Hebamme haben Gründe, Ihnen abzuraten“, er­klärt Maike Manz. Moderate Bewegung, vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, bringt den ­Kreislauf in Schwung, pustet Müdigkeit und Schlappheit ­hinweg.

Trinken Sie unterwegs und legen Sie hin und wieder ein Päuschen ein. Ein Besuch im Freibad ist ideal, so die Frauenärztin und Geburtshelferin: „Beim Schwimmen sind Bänder und Gelenke entlastet, das Wasser gibt Auf­trieb und sein Gegendruck massiert das Gewebe leicht.“ ­Schwimmen hilft zudem, Flüssigkeit aus dem Gewebe zu schleusen.

Erfrischendes trinken

Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Zwei bis drei Liter am Tag dürfen es im Sommer ruhig sein, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen. Außerdem hält es die Verdauung in Schwung.

Bevorzugen Sie zuckerarme oder -freie Getränke wie Früchte- und Kräutertees. Gut sei auch Infused Water, so Ärztin Manz. Für das Trendgetränk wird Wasser mit einer Lieblingszutat, etwa ­einem Zweig Bio-Minze, Zitronen­melisse oder Basilikum, Zitronenscheiben oder klein geschnittenen Gurken, aroma­tisiert. Auf pure Fruchtsäfte, Limos oder fertigen Eistee lieber verzichten. Sie enthalten zu viel (Frucht-)Zucker.

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Leicht und sicher essen

Ideal ist eine abwechslungsreiche, protein- und ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn. Kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten entlasten den Kreislauf. „Sie liegen goldrichtig, wenn Sie sich wie bei Auslandsreisen an die Regel halten: Wasch es, koch es oder lass es bleiben“, sagt Medizinerin Manz.

Sprich: Rohes wie etwa rohes Ei, Fleisch und Fisch – also auch Sushi – ist tabu. Wer sich wegen Hygiene und Zutaten bei Eis nicht ganz sicher ist, kauft am besten abgepacktes Speiseeis aus dem Supermarkt. Wasserhaltiges Obst wie Melone ist ein prima Snack. Und ganz klar: Alkohol ist tabu.­

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Schwere Beine entlasten

Viele Schwangere haben öfter geschwol­lene Hände, Füße und Beine. Schuld daran sind hormonell bedingte Wassereinlagerungen. Besonders unangenehm, wenn dann die Schuhe kneifen. „Tun Sie sich etwas Gutes und legen Sie sich ein Paar bequemere zu“, rät die Ärztin.

Kleine Gymnastik-Übungen helfen, den Abtransport des Wassers aus dem Gewebe anzukurbeln. Etwa so: Mit ange­winkelten Knien auf den Rücken legen, die Füße in der Luft kreisen lassen, fünfmal nach links, fünfmal nach rechts. Dann Füße im Wechsel zu sich ziehen, also beugen, und wieder strecken: ­10-mal insgesamt.

Oder: Legen Sie sich auf den Rücken, mit dem Po dicht an der Wand, und legen Sie die Beine dort senkrecht ab. So kann das Blut ablaufen, die Beinvenen werden entlastet. 30 bis 60 Sekunden lang so bleiben – außer Sie fühlen sich unwohl dabei, dann sofort beenden!

Schwangere, die zu Krampfadern neigen oder ständig schwere Beine haben, können Kompressionsstrümpfe verordnet bekommen, die in der Apotheke angepasst werden.

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