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Was wirklich gegen trockene Augen hilft

Trockene Augen brennen, jucken und schmerzen. Welche Behandlungen helfen können

von Dr. Reinhard Door, aktualisiert am 18.02.2019
Mann reibt sich Auge

Reiben nützt nicht viel. Doch bei trockenen Augen verspricht eine gezielte Behandlung Linderung


Wer es nicht selbst erlebt, versteht das Leiden wahrscheinlich kaum. Es hört sich auch so banal an: trockenes Auge. "Es eine reine Befindlichkeitsstörung zu nennen, verharmlost das Problem zu sehr", sagt Professor Claus Cursiefen, Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Universitätsklinik Köln. "Aber zum Glück hat das trockene Auge nur äußerst selten schwere Folgen."

In bestimmten Fällen sollte man zum Arzt: Unter anderem, wenn das Auge rot wird, schmerzt oder an Sehschärfe verliert. Die Beschwerden lassen sich in der Regel leicht lindern – auch deshalb, weil Mediziner die Ursachen immer besser verstehen. So haben sie zum Beispiel erkannt, dass meist nicht die Tränendrüsen versagen, sondern die Zusammensetzung der Flüssigkeit nicht stimmt (siehe Grafik).

Defekter Tränenflim

Bei der Mehrzahl der Patienten ist die schützende Fettschicht der Tränen zu dünn oder löchrig. Das fördert die Verdunstung des Tränenfilms, er reißt rascher auf. Die sogenannten Meibom-Drüsen bilden das Fett und scheiden es an den Lidrändern aus. Sie können sich entzünden, zu viel oder zu wenig Fett oder eine falsche Mischung produzieren. Dann verstopft das Sekret oft die Ausführgänge.

Therapie der Meibom-Drüsen

Der Fokus der Behandlung liegt deshalb auf dem Lidrand. Feuchtwarme Kompressen helfen, das Sekret aufzuweichen, eine Lidrandmassage unterstützt die Drüsen. Die Technik lässt man sich am besten beim Augenarzt zeigen.

Zudem gibt es in der Apotheke spezielle Tropfen und Gele, die Fettanteile enthalten und so die Tränenschicht stabilisieren. Verursachen Erreger die Entzündung der Drüsen, wird der Arzt Antibiotika verordnen. In hartnäckigen Fällen kann er die Ausführgänge mit Mini-Sonden weiten.

Hilft die Behandlung der Meibom-Drüsen nicht, bilden Augentropfen die Basistherapie. Sie sollten bei regelmäßiger Anwendung kein Konservierungsmittel enthalten. Bezahlen muss der Patient die Tropfen selbst. Dabei gilt: ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Im Allgemeinen beginnt man mit dünnflüssigen Lösungen. Reichen sie nicht aus oder muss man zu oft nachtropfen, kann ein Umstieg auf dickflüssigere Präparate helfen.

Diese können allerdings die klare Sicht beeinträchtigen. Manche Patienten träufeln deshalb tagsüber die Tropfen ins Auge und geben nachts ein spezielles Gel oder eine Salbe in den Bindehautsack. Andere dagegen bevorzugen ein Spray, das auf die geschlossenen Lider gesprüht wird und – Färbetests beweisen es – über die Lidränder tatsächlich ins Auge gelangt.

Therapie der entzündeten Augenoberfläche

Neue Erkenntnisse belegen, dass eine entzündete Tränendrüse oder eine entzündete Augenoberfläche ein wichtiger Faktor bei der Entstehung und Verschlechterung eines trockenen Auges darstellt. "Da gibt es viele Gemeinsamkeiten mit einer Autoimmunerkrankung, einem Angriff des Abwehrsystems auf körpereigene Strukturen", erklärt Professorin Elisabeth Messmer, Oberärztin an der Universitäts-Augenklinik München.

Als Therapie sind antientzündliche Ciclosporin-A-Augentropfen für das trockene Auge mit Oberflächenstörung zugelassen. Entzündungshemmende Kortison-Augentropfen eignen sich für einen Kurzzeiteinsatz. Sie erhöhen jedoch das Risiko für einen grauen Star (Katarakt) und einen grünen Star (Glaukom) und dürfen daher nicht für eine Langzeittherapie verwendet werden.


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