Kloßgefühl im Hals: Was steckt dahinter?

Viele kennen das Gefühl, als säße Ihnen ein Kloß im Rachen oder als sei der Hals wie zugeschnürt. Welche Ursachen infrage kommen und was Sie dagegen tun können

von Ute Essig, 18.11.2016

Einen Kloß im Hals zu spüren ist unangenehm und macht Angst


Es fühlt sich an, als sitze ein Frosch im Hals. Es drückt, es spannt, es nervt. Das Engegefühl kann sehr unangenehm sein – vor allem, wenn es längere Zeit anhält. "Das Gefühl, einen Fremdkörper im Hals zu haben, ist ein sehr häufiges Problem, mit dem Patienten zu mir in die Praxis kommen", sagt Dr. Jochen Huverstuhl, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in München.

Um eine ernsthafte körperliche Erkrankung wie zum Beispiel einen Hals- oder Kehlkopftumor als Ursache auszuschließen, untersucht Huverstuhl seine Patienten gründlich. Er schaut sich Nase, Hals und Rachen genau an. Spiegelt Nase und Kehlkopf. Und wendet Ultraschall an, um mögliche Veränderungen an Schilddrüse oder Lymphknoten aufzuspüren. "So sehen wir jede Schwellung, jede Zyste, jeden Tumor."

Die häufigsten Ursachen: Reflux, trockene Schleimhäute und Stress

Die gute Nachricht: Bei 99 Prozent aller Patienten mit dem sogenannten Globusgefühl entdeckt der Experte nichts dergleichen. "Die meisten sind gesund." Woher aber kommen die lästigen Beschwerden dann? Überwiegend sind drei Faktoren dafür verantwortlich: entweder der Rückfluss von Magensäure (Reflux), die aus dem Oberbauch in den Rachenraum aufsteigt und dort die Schleimhäute reizt. "Diese Irritation kann sich als Fremdkörpergefühl äußern", sagt Huverstuhl.

Außerdem kommen zu trockene Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum als Ursache infrage. Sie erzeugen ein Spannungsgefühl, das ebenfalls wie ein Fremdkörper wahrgenommen wird. Und schließlich kann Stress zu einer Verspannung der Hals- und Schluckmuskulatur führen.

Was hilft gegen das Kloßgefühl im Hals?

Löst ein Reflux das Kloßgefühl im Hals aus, schaffen sogenannte Protonenpumpenhemmer Abhilfe. Bei trockenen Schleimhäuten rät HNO-Experte Huverstuhl: "Viel trinken, Bonbons lutschen und eventuell auch einen Luftbefeuchter verwenden."

Mit Entspannungstraining können Betroffene Verspannungen entgegenwirken und so damit verbundene Symptome wie das Kloßgefühl lindern. Auch Atemübungen sind hilfreich. Die Atempädagogin und Physiotherapeutin Rega Rutte aus Kelheim rät: "Man sollte dabei versuchen, die Wahrnehmung vom Hals weg auf eine andere Körperstelle zu lenken. Also den Atem zum Beispiel im Rücken oder im Bauch zu spüren."

Warnsignale: Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt gehen

  • einseitiges Druckgefühl

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