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Nierenversagen: Symptome

Nicht immer sind die Symptome sofort eindeutig. Bei akutem Nierenversagen kommt meistens die Harnproduktion zum Erliegen. Der Betroffene kann nur wenig oder keinen Urin mehr lassen

aktualisiert am 09.07.2014
Urin Test

Wenn die Nieren versagen, kommt meist die Urinproduktion zum Erliegen


Ein akutes Nierenversagen verursacht oft innerhalb kurzer Zeit Symptome:

  • Die Harnproduktion nimmt meistens ab, kommt eventuell ganz zum Erliegen. Manchmal scheidet die Niere jedoch weiterhin Harn aus.
  • Harnpflichtige Stoffe bleiben im Körper zurück – erkennbar an steigenden Blutwerten von Kreatinin und Harnstoff.
  • Es kommt zu Zeichen der Überwässerung des Körpers wie Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge (Lungenödem) oder in den Beinen.
  • Störungen im Salzhaushalt (Elektrolytstörungen) sind möglich, zum Beispiel hohe Kalium-Werte im Blut. Eine Übersäuerung (Azidose) stellt sich ein. Beides kann unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Unter ausreichender Behandlung können sich die Nieren nach und nach wieder erholen, sodass die Urinproduktion wieder einsetzt und sich auch die anderen Funktionen (wie die Regulierung des Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalts) wieder normalisieren. Bis sich die Nierenfunktion komplett erholt hat, vegehen oft Wochen bis Monate.

Symptome bei chonischer Niereninsuffizienz

Eine chronische Niereninsuffizienz (CNI) entwickelt sich allmählich. Sie kann anfangs unbemerkt bleiben oder unspezifische Symptome verursachen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Der Blutdruck kann ansteigen. Manchmal fallen Flüssigkeitseinlagerungen auf, zum Beispiel an den Beinen oder in Lunge. Letzteres kann Kurzatmigkeit verursachen. Eventuell können die Nieren den Urin nicht mehr richtig konzentrieren. Dann kann die Harnmenge zunächst sogar zunehmen – was Betroffene gar nicht an eine Nierenschwäche denken lässt. Der Urin ist dann meist hell und wenig gefärbt – wenig konzentriert. 

Ärzte teilen die CNI nach dem Funktionszustand der Nieren in Stadien ein. Dazu nutzen sie verschiedene Messgrößen wie Eiweißausscheidung im Urin oder Blutwerte mit der daraus geschätzten sogenannten glomerulären Filtrationsrate (GFR). Sie bezeichnet die Menge an Blut, die von der Niere pro Minute von Kreatinin befreit wird. Die GFR wird in Milliliter pro Minute (ml/min) angegeben. Normal ist eine GFR größer als 90 ml/min.

Eine unbehandelte Niereschwäche kann zahlreiche Auswirkungen auf den ganzen Organismus haben. Denn die Niere erfüllt wichtige Aufgaben, produziert unter anderem auch Hormone (siehe Überblick). Mögliche Folgen einer Niereninsuffizienz sind: Blutarmut, Bluthochdruck, Knochenbeschwerden, Gefühlsstörungen durch Nervenschäden (Polyneuropathie), Störungen der Geschlechtsorgane mit ausbleibender Menstruation (Amenorrhoe) oder Impotenz, Gerinnungsstörungen mit Ausbildung von blauen Flecken. Im Verlauf kommen auch Kopfschmerzen oder Juckreiz vor.

Ohne Therapie droht schließlich eine Harnvergiftung (Urämie) – ein lebensbedrohlicher Zustand mit Überwässerung verschiedener Organe, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Allgemeinsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Veränderung des Bewusstseins bis hin zum Koma.

Ein Überleben ohne den Einsatz von Nierenersatzverfahren ist mittelfristig nicht möglich. Dieses schwerste Stadium der Niereninsuffizienz ist irreversibel (chronisches Nierenversagen).