Akute Mittelohrentzündung: Symptome

Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr, Hörminderung und Fieber sind typische Beschwerden einer akuten Mittelohrentzündung
aktualisiert am 13.03.2013

Mittelohrentzündung: Hier spielt sie sich ab. Das Mittelohr liegt zwischen Gehörgang und Innenohr. Die Ohrtrompete (Tube) verbindet Mittelohr und Nasenrachenraum (Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken!)

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Eine akute Mittelohrentzündung macht sich durch stechende und zum Teil auch pulsierende, zumeist recht heftige Ohrenschmerzen bemerkbar, die innerhalb von Stunden zunehmen. Hinzu kommen ein Druck- und Völlegefühl im Ohr, eine Hörminderung und möglicherweise auch Ohrgeräusche (Tinnitus) sowie Schwindelgefühle. Selten ist das Gleichgewicht gestört. Der Allgemeinzustand ist geschwächt, das Fieber kann bei Kindern nachts mitunter auf mehr als 39 Grad ansteigen. Kleinkinder zeigen auch uncharakteristische Begleitsymptome wie Bauchschmerzen.

Mittelohr-Erguss: Die sogenannte Ohrtrompete (Eustach'sche Röhre oder Tube) verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum. Sie ermöglicht normalerweise einen Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung. Bei einer Entzündung schwillt die Tube jedoch oft zu, so dass ihre Funktion gestört ist. Es entsteht eine Belüftungsstörung des Mittelohrs mit einem Unterdruck im Mittelohr. Die Mittelohrschleimhaut produziert zunächst ein wässriges (seröses) Sekret, Fachärzte sprechen dann vom Stadium der serösen Otitis media. Manchmal kommt es außerdem zu Blutungen der Mittelohrschleimhaut. Bleibt die Belüftung weiterhin eingeschränkt, können sich zusätzlich Bakterien in der Tube und im Mittelohr ausbreiten. Dann sondert die Schleimhaut ein zähes (muköses), eitriges Sekret ab. So eine eitrige Otitis media kann auch entstehen, wenn Bakterien aus der entzündeten Nasenschleimhaut oder Nasen-Rachen-Schleimhaut über die Tube in das Mittelohr wandern.

Riss im Trommelfell mit Ohrenlaufen: Wenn die entzündete Mittelohrschleimhaut sehr viel Sekret produziert und dieses bei einer zugeschwollenen Tube nicht in den Nasenrachen ablaufen kann, staut es sich hinter dem Trommelfell. Dann kann das Trommelfell spontan reißen (Trommelfell-Ruptur). Der hohe Druck ist wieder entlastet, die Ohrenschmerzen lassen sofort nach, und das eitrige Sekret kann nach außen in den Gehörgang ablaufen. Mitunter ist das Sekret auch mit etwas Blut vermischt. Bei  fachgerechter Behandlung (siehe Kapitel Therapie) klingt die Entzündung allmählich ab, die Sekretion lässt nach und das kleine Loch im Trommelfell wächst üblicherweise von allein wieder zu.

Sonderformen: Eine akute Mittelohrentzündung entsteht manchmal im Rahmen bestimmter Infektionen, die ihrerseits Symptome hervorrufen. Beispiel: Scharlach-Otitis media, Masern-Otitis media.


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