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Syphilis: Therapie

Das Antibiotikum Penicillin ist die Therapie der Wahl bei Syphilis

aktualisiert am 26.06.2017
Sprechstunde beim Arzt

Der Arzt verschreibt bei einer Syphilis üblicherweise das Antibiotikum Penicillin


Syphilis lässt sich erfolgreich mit Penicillin behandeln, einem der ältesten bekannten Antibiotika. Obwohl der Wirkstoff bereits seit vielen Jahrzehnten verschrieben wird, hat er seine Schlagkraft gegenüber dem Syphilis-Erreger noch nicht verloren. Treponema pallidum reagiert noch immer empfindlich auf das Antibiotikum. Besteht eine Allergie gegen Penicillin, kann der Arzt auf andere Antibiotika zurückgreifen.

Das Penicillin wird meistens in den Gesäßmuskel gespritzt oder als Infusion verschrieben. Das Antibiotikum bremst die Vermehrung der Bakterien. Dosierung und die Dauer der Therapie richten sich nach dem Krankheitsstadium und der Krankheitsaktivität. Hier unterscheiden Ärzte ein Frühstadium (bis zu einem Jahr nach der Infektion): Hier ist eine einmalige Injektion von je 1,2 Mio i.E. je Seite ausreichend. Bei allen Infektionen, die länger als ein Jahr zurückliegen (Spätstadium), sollte eine Neurosyphilis ausgeschlossen werden (siehe Kapitel Symptome). Die Penicillininjektionen müssen nach 8 und 15 Tagen wiederholt werden. Beim Tertiärstadium oder der Neurosyphilis ist eine intensivere Behandlung (meist im Krankenhaus) mit höheren Dosen und über 21 Tage erforderlich.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

In seltenen Fällen bereitet der rasche Zerfall der Syphilis-Erreger unter der Penicillin-Behandlung Probleme. Es kommt dann zu einer schweren Allgemeinreaktion. Diese sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion äußert sich mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Blutdruckabfall. Der Arzt kann sie mit Kortison behandeln. Gegebenenfalls kann man auch schon vorbeugend Kortison geben.

Syphilis? Partner informieren

Wer an Syphilis erkrankt ist, läuft Gefahr, seinen Geschlechtspartner anzustecken. Dieses Risiko sollte nach Möglichkeit minimiert werden, bis die Therapie nachweislich greift (zum Beispiel durch den Gebrauch von Kondomen). Ein gemeinsamer Gebrauch von Zahnbürsten und Rasierern sollte vermieden werden. Betroffene sollten außerdem alle Partner der letzten 90 Tage vor Krankheitsbeginn informieren, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben könnten und eine Therapie brauchen. Liegt die Infektion schon länger zurück, können sogar alle Partner der vergangenen Jahre betroffen sein.