Gehirnabszess: Symptome

Anfangs überwiegen Beschwerden, die nicht spezifisch für einen Hirnabszess sprechen. Später können sogenannte Hirndruck-Symptome auftreten
29.05.2013

Müde und unkonzentriert? Halten solche Beschwerden an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen

Thinkstock/Hemera

Die Symptome, die zunächst auf einen Abszess im Gehirn hinweisen, sind eher unspezifisch: Je nachdem, welche Hirnareale betroffen sind, können Krampfanfälle (epileptische Anfälle) oder Empfindungsstörungen auftreten. Auch über Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwäche berichten Patienten. Im Verlauf können weitere neurologische Beschwerden hinzukommen, wie halbseitige Lähmungen. Mediziner sprechen dabei von sogenannten "neurologischen Herdsymptomen".

Erst später, wenn der Abszess größer ist und mehr Raum beansprucht, kommt es vielfach zu Kopfschmerzen, die auch länger anhalten und zunehmen. Dazu treten oft Übelkeit und Erbrechen auf. Diese Beschwerden gelten als sogenannte "Hirndrucksymptome".

Anzeichen, die deutlicher für eine Entzündung im Gehirn sprechen, sind zum Beispiel Fieber oder ein steifer Nacken. Fieber tritt bei zirka 50 Prozent der Betriffenen auf.

Ein Eiterherd im Gehirn kann lebensgefährlich werden. Besonders dann, wenn sich die Entzündung ausbreitet oder die Abszesskapsel auf andere Hirnregionen drückt. Sehr selten kann sich zudem der Raum zwischen der harten Hirnhaut und der Knochenhaut des Schädels entzünden. Dann liegt ein epidurales Empyem oder epiduraler Abszess vor, der lebensbedrohlich sein kann.

Wichtig: Ein Hirnabszess wird häufig durch einen Entzündungsherd außerhalb des Gehirns ausgelöst. Kommt es beispielsweise in Folge einer Nasennebenhöhlen-, einer  Mittelohrentzündung oder einer entzündeten Zahnwurzel zu obigen Symptomen, sollten Betroffene dies unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Dies gilt umso mehr für Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr.


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