Bänderriss am Sprunggelenk: Ursachen und Vorbeugung

Zum Bänderriss am oberen Sprunggelenk kommt es oft beim Sport – vor allem beim Laufen und Springen. Aber auch im Alltag ist man schnell einmal mit dem Fuß umgeknickt

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 15.03.2017
Frau beim Seilspringen, Frau die mit High-Heels umknickt

Beim Sport – aber auch im Alltag – kann man sich leicht einen Bänderriss am Knöchel zuziehen. Das Laufen auf hohen Absätzen ist zum Beispiel ein Risiko


Ursache des Bänderrisses am Sprunggelenk ist eine akute Überlastung. Der typische Verletzungsmechanismus: Der Fuß knickt nach innen um – das strapaziert das Außenband.

Außenband gerissen – warum passiert das so häufig?

Wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt merkt man, dass der Fuß dazu neigt, nach innen zu knicken. Das hängt mit dem Verlauf der Achillessehne zusammen und ist normal. Spannt man die Wadenmuskeln an, wird diese Bewegung verstärkt. Gegenspieler sind die Schienbeinmuskeln: Sie ziehen den Fuß nach oben und außen.

Achillessehne

Besteht nun ein Ungleichgewicht zugunsten der Wadenmuskeln, überwiegt die Fußstellung nach innen – der Fuß knickt leichter um.

Gründe für ein solches Ungleichgewicht sind schlecht gedehnte und verkürzte Wadenmuskeln und schwache Schienbeinmuskeln. Auch Schuhe mit hohen Absätzen begünstigen das Umknicken.

Passiert das Umknicken aus einem Sprung heraus – zum Beispiel beim Fußball oder Basketball – wird das Außenband überdehnt, gezerrt oder es reißt. Der vordere Anteil des Außenbandes ist am häufigsten betroffen. Eine isolierte Verletzung der hinteren Anteile gibt es kaum.

Der Innenbandriss kommt seltener vor

Knickt der Fuß nach außen um, wird das Innenband überdehnt oder es reißt. Die sogenannte Syndesmose verbindet das Schienbein mit dem Wadenbein. Sie kann zum Beispiel zerreißen, wenn man einen kräftigen Tritt von vorne auf das Sprunggelenk bekommt. Diese Verletzungen kommen aber vergleichsweise selten vor. Daher beziehen sich die weiteren Ausführungen vor allem auf Verletzungen des Außenbandes.

Wie kann man sich vor einem Bänderriss schützen?

Der wirksamste Schutz vor Bandverletzungen am Sprunggelenk ist ein gutes Training der Schienbeinmuskulatur. Sorgfältiges Aufwärmen vor dem Sport dehnt die Wadenmuskulatur und verringert die Verletzungsgefahr. Einen gewissen Schutz bieten auch spezielle Sportschuhe. Wer bereits einen Bänderriss hatte, kann beim Training zur Vorbeugung stützende Bandagen tragen.

Bewährt hat sich auch ein spezielles sensomotorisches Training unter Anleitung eines Physiotherapeuten. Bei so einer Übungsbehandlung muss der Patient verschiedene Übungen gleichzeitig ausführen (zum Beispiel: einen Ball auffangen, während er auf einem Balanceboard balanciert). Sie hilft mit, wichtige Bewegungsmuster zu automatisieren und macht so das Gelenk stabiler.