„Aber das gibt es doch in der Apotheke.“ Hinter diesem Satz steckt die Erwartung, dass alle Medikamente, die in Apotheken verkauft werden dürfen, auch wirken. Tatsächlich aber ist die Wirkung vieler bekannter Arzneimittel nach heutigen wissenschaftlichen Standards nicht nachgewiesen. Dazu gehören zum Beispiel homöopathische Globuli, Bachblüten, Schüßler-Salze. „Homöopathische und anthroposophische Mittel erhalten den Zugang zum Arzneimittelmarkt, ohne dass sie – wie andere Medikamente – einen strengen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis beibringen müssen. Diese Sonderregelung im Arzneimittelgesetz gehört abgeschafft“, fordert HNO-Arzt Dr. Christian Lübbers in der aktuellen Apotheken Umschau.

Apotheken beraten über Wirksamkeit

Die bei vielen Menschen beliebten Globuli enthalten nicht einmal messbaren Wirkstoff. Für die Weilheimer Apothekerin Iris Hundertmark war das 2018 der Grund, diese Mittel überhaupt nicht mehr im Sortiment zu führen. Im Kundengespräch legt sie viel Wert auf Beratung. Sie weist auch auf eventuell fragliche Mittel hin und bietet Alternativen an. „Es ist meine Aufgabe als Apothekerin, meine Kunden durch den Dschungel der unübersichtlichen und vielversprechenden Arzneimittel zu führen. Was wirkt? Was kann weg?“. Oft ist es ein Spagat zwischen Kundenwunsch und Wirknachweis. In der aktuellen Apotheken Umschau erklärt sie, wie sie damit umgeht.

Wirksamkeit traditioneller Arzneimittel oft nicht ausreichend geprüft

Auch viele traditionelle pflanzliche Mittel, die etwa bei Erkältungen genommen werden, haben nicht das heute übliche aufwändige Zulassungsverfahren durchlaufen. Sie zählen wie homöopathische und anthroposophische Mittel zu den sogenannten „besonderen Therapierichtungen und traditionellen Arzneimitteln“. Nach diesem Stichwort können Sie Ihren Apotheker fragen, wenn Sie wissen wollen, wie gut die Wirkung eines Medikaments überprüft ist. Darüber hinaus werden oft auch Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika – ohne jeglichen wissenschaftlichen Nachweis - Gesundheitseffekte zugeschrieben.

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