Melisse – kurz erklärt

Die Melisse (Melissa officinalis) heißt wegen des charakteristischen Duftes auch Zitronenmelisse. Für den Duft ist das ätherische Öl verantwortlich. Es wirkt beruhigend und angstlösend, kann aber auch Verdauungsbeschwerden lindern. In Form spezieller Zubereitungen kann die Melisse gegen die ersten Anzeichen eines Lippenherpes helfen.

Welche Inhaltsstoffe kommen in der Melisse vor?

Melissenblätter enthalten ätherisches Öl, das sich unter anderem aus den Substanzen Citral, Geranial, Neral und Citronellal zusammensetzt. Diese Stoffe sind für den zitronenartigen Geruch verantwortlich. Daneben kommen beta-Caryophyllen und sogenannte Lamiaceengerbstoffe wie Rosmarinsäure und Kaffeesäure vor.

Gegen was hilft Melisse?

  • Psyche und Schlaf

Arzneilich wirksam ist das ätherische Öl, welches im Körper gleich mehrere Effekte entfaltet. Erstens wirkt es – besonders auf nervöse und ängstliche Menschen – leicht beruhigend und angstlösend. Dadurch kann Melisse auch beim Einschlafen helfen.

Wer Zubereitungen aus Melissenblättern bei Schlafstörungen oder Nervosität einnehmen möchte, kann die Heilpflanze mit Hopfen, Baldrian, Passionsblume oder Lavendel kombinieren. Diese Kräuter zeigen ähnliche Wirkungen, haben jedoch unterschiedliche Angriffspunkte im Körper. Eine Kombination kann daher sinnvoll sein. Ziehen Sie jedoch bei anhaltenden Schlafstörungen den Arzt oder die Ärztin zurate.

  • Verdauungsprobleme

Zweitens kann es die Muskulatur im Darm entspannen und damit Blähungen und Völlegefühl lindern.

  • Lippenherpes

Drittens haben Experimente im Labor gezeigt, dass Zitronenmelisse Herpes-simplex-Viren bekämpft. Cremes, die hochdosierte Zubereitungen aus dem Heilkraut enthalten, können bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes helfen.

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Wie Sie die Heilung eines Herpesbläschens fördern können, zeigt auch unser Video

Wichtige Hinweise

Melissenöl wird kaum eingesetzt, weil es wegen des geringen Gehalts der Pflanze an ätherischem Öl unglaublich teuer ist. Im Handel gibt es Melissengeist und Melissenbäder, die meist mit dem ähnlich duftenden Zitronenengras hergestellt werden. Wenden Sie ätherische Öle nicht unverdünnt an, da sie Haut und Schleimhaut reizen.

Wichtig: Lassen Sie sich zu Dosierung, Anwendung und unerwünschten Effekten der Heilpflanze in der Apotheke beraten.

Quellen:

Wichtl M: Teedrogen und Phytopharmaka. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2016

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