Woher kommt die Warnung vor Ibuprofen?

Die Warnung vor Ibuprofen wurde über die sozialen Medien verbreitet. Angeblich hätten Zellkultur-Studien der Universität Wien schädliche Effekte von Ibuprofen auf infizierte kultivierte Zellen im Reagenzglas gezeigt. Es gab sofort nach Auftauchen der Fake-News ein Dementi der Universität Wien. Entsprechende Studien hat es nie gegeben.

Spekuliert wurde in einem Artikel im Fachblatt "The Lancet" darüber, ob Ibuprofen möglicherweise Werte eines Enzyms erhöht, über das das Virus an seine Zielzellen im Körper binden kann und so vielleicht zu schwereren Verläufen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus führen könnte. Allerdings handelte es sich hierbei lediglich um eine Vermutung, die nicht belegt ist.

Welche Hinweise gibt es tatsächlich?

Professor Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, sagte in seinem NDR-Podcast am 16.März: "Es gibt keine Daten dazu. Andere Coronaviren kennt man, da gibt es keinen Hinweis, dass Ibuprofen eine Infektion verschlechtern würde. Ich glaube, das wüsste man mittlerweile, wenn es so wäre, denn es ist ein sehr breit verfügbares Medikament und es sind doch auch breit vorhandene Erkältungsviren in der Bevölkerung."

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt Entwarnung: "Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab" teilte sie laut der Deutschen Presse-Agentur mit. Über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus gebe es keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten.

Was also tun?

Schmerzmittel sollte man nur einnehmen, wenn sie wirklich notwendig sind. Der Arzt oder Apotheker kann dazu beraten, welches bei den jeweiligen Symptomen und individuellen Kontraindikationen am besten passt.

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Was soll ich tun, wenn ich Fieber bekomme?

Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie sich momentan folgendermaßen verhalten: Wer aufgrund von Erkältungssymptomen befürchtet, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, sollte zunächst zum Telefon greifen – und zum Beispiel seine Hausarztpraxis anrufen, um die Beschwerden zu schildern. Zudem ist der Patientenservice des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter der Nummer 116117 rund um die Uhr zu erreichen. Wichtig: Keinesfalls sollten Sie direkt und ohne telefonische Rücksprache das Wartezimmer einer Arztpraxis aufsuchen und damit unter Umständen riskieren, andere Menschen anzustecken.

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Also nicht gleich das Fieber mit Medikamenten senken?

Fieber ist eine wichtige Selbsthilfe-Maßnahme des Körpers, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Es sollte nur gesenkt werden, wenn es eine zu starke Belastung des Organismus darstellt. Wann das der Fall ist, hängt vom Alter und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie vorliegenden Grunderkrankungen ab. Daher klären Sie die Frage, ob Fieber gesenkt werden soll am besten im telefonischen Gespräch mit dem Hausarzt. Er kann Sie auch dazu beraten, wie Sie das am besten tun.

Noch ein Hinweis:

Wenn das Fieber durch Medikamente verschwindet, heißt das aber nicht, dass die Krankheit vorbei ist. Sie sind nach wie vor infiziert und können auch nach wie vor andere Menschen anstecken. Daher müssen sie die notwendigen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung einhalten.

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