Endlich Sommer – und man kriegt wieder etwas gesunde Bräune ins Gesicht. Herrlich, oder?

Sie sind aber nicht gerade auf dem neuesten Stand. Eine dunkle Haut mag für Menschen gesund sein, die damit geboren wurden. Wird die Haut durch die Sonne braun, bedeutet das immer, dass es gefährlich wird.

Kontaktieren Sie unsere Kolumnistin Sonja Gibis bei Fragen unter sonja.gibis@wubv.de

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Aber die Sonne ist doch gesund. Die Menschen brauchen sie, damit sich in ihrer Haut Vitamin D bildet. Ich habe darüber schon selbst geschrieben.

Schon richtig. Dazu reicht aber eine kleine Dosis, im Sommer so zehn Minuten täglich. Und Sie wissen ja: Wo Licht ist, ist immer auch Schatten. Unsichtbar, aber gefährlich am Sonnenlicht sind vor allem die ultravioletten Strahlen. Sie können die Haut verbrennen, langfristig sogar zu Krebs führen. Wenn der Körper Gefahr wittert, bildet die Haut schützende dunkle Farbstoffe. So käseweiß, wie Sie aussehen, würde ich Ihnen vom Sonnenbaden aber generell abraten.

Aber sind Sie nicht dafür da, dass ich in der Sonne sicher bin?

Ich sehe schon: Sie gehören wohl zu denen, die denken: Sunblocker drauf – und sie können in der Sonne brutzeln, so lange sie wollen. Oder dass man nach zweimal cremen doppelt so lange geschützt ist.

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Bitte, können Sie mich aufklären, wie ich es richtig mache?

Erst mal den richtigen Lichtschutzfaktor wählen. Mindestens 30, am besten 50. Dann: nicht zu wenig Sonnenschutzmittel auftragen. Wenn Sie nicht bald aussehen wollen wie eine Dörrpflaume, sollten Sie zudem darauf achten, dass das Mittel auch vor UV-A-Strahlen schützt. Die lassen die Haut früher altern. Insgesamt würde ich Ihnen zu gesunder Blässe raten. Vor gut 100 Jahren hätte sich ohnehin noch niemand freiwillig von der Sonne rösten lassen.

Dann galt Bräune nicht zu allen Zeiten als chic?

Natürlich nicht. Gebräunte Haut hatten früher nur Menschen, die unter offenem Himmel schuften mussten. Bauern zum Beispiel und Seeleute. Ungebräunte Haut bedeutete dagegen: Schau, ich muss nicht hart arbeiten und kann im Schatten bleiben.

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Wann änderte sich das?

Als es plötzlich die Sonne war, die sich nicht alle leisten konnten. Die Menschen arbeiteten immer öfter in dunklen Büroräumen oder in Industriegebäuden. Nur wer Zeit und Geld hatte, um ans Meer zu fahren oder zumindest im Sommer faul in der Sonne zu liegen, war braun. Die ersten Sonnencremes kamen in den 1930er-Jahren auf den Markt. 1946 kam es dann zu einem Skandal, der für unsere Karriere förderlich war.

Ein Skandal? Jetzt bin ich als Journalistin aber gespannt.

Der erste Bikini wurde vorgestellt. Menschen zeigten beim Baden immer mehr Haut. Und jetzt brauchte man uns, um nicht puterrot zu werden. Sommersprossigen Menschen wie Ihnen würde ich aber zusätzlich zu einem anderen Sonnenschutz raten: viel Schatten und in der Sonne lange Kleidung.

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Quellen:

  • Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und Deutschen Krebshilfe (DKH): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs, Kurzversion.. Leitlinie: 2021. https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/... (Abgerufen am 15.06.2022)