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Kurz gesagt:

Das Hormon Aldosteron steuert den Flüssigkeitshaushalt und somit auch den Blutdruck des Körpers. Durch seine Wirkung wird Natrium in der Niere zurückgehalten und Kalium mit dem Urin ausgeschieden. Die Aldosteronwirkung kann durch Medikamente blockiert werden. Daher erhalten einige Patienten mit hohem Blutdruck so- genannte "Aldosteron-Antagonisten" wie zum Beispiel Spironoloacton oder Eplerenon.

Was ist Aldosteron?

Das Hormon Aldosteron ist ein wichtiger Baustein des Mineralstoffwechsels. Es wird in der Nebennierenrinde produziert und bewirkt, dass die Niere Natrium zurückhält und Kalium vermehrt ausscheidet. Dadurch erhöht sich das Flüssigkeitsvolumen in den Gefäßen, wodurch auch der Blutdruck steigt.

Aldosteron steht am Ende einer korrigierenden Reaktionskette, die bei niedrigem Blutdruck oder niedrigem Flüssigkeitsvolumen im Körper ausgelöst wird. Dabei schüttet die Niere zunächst Renin aus, wodurch wiederum das Hormon Angiotensin gebildet wird, das schließlich die Aldosteronbildung in der Nebenniere anregt. Daher spricht man auch vom "Renin-Angiotensin-Aldosteron-System". Manche Menschen, die an hohem Blutdruck leiden, erhalten Blutdruckmittel (Antihypertensiva, Antihypertonika), die in dieses System eingreifen. Auch Aldosteron kann durch Medikamente, sogenannte "Aldosteron-Antagonisten", blockiert werden. Bekannte Wirkstoffe sind zum Beispiel Spironolacton und Eplerenon.

Welcher Wert ist normal?

Der Aldosteronwert im Blutserum verändert sich rasch und ständig: Schon im Liegen lassen sich andere Werte feststellen als im Sitzen, da sich Blutvolumen und Blutdruck anders verteilen. Aldosteron wird in der Leber abgebaut und mit dem Harn ausgeschieden. Es ist sehr kurzlebig: Bereits nach 20 Minuten ist die Hälfte des zuvor vorhandenen Aldosterons wieder abgebaut (= "Halbwertszeit"). Die Aldosteronkonzentration im Serum hängt außerdem stark vom Salzgehalt der Nahrung ab.

Aufgrund dieser raschen Veränderungen misst der Arzt oft nicht nur den Aldosteronwert im Serum, sondern gelegentlich auch die Aldosteronmenge, die sich innerhalb von 24 Stunden im Urin ansammelt. Durch die Messung im 24-Stunden-Urin zeigt sich ein Tagesmittelwert, wodurch kurzfristige Schwankungen während des Tages ausgeglichen werden. Es ist auch möglich, die Aldosteronkonzentration des Serums in Bezug zur Reninkonzentration zu setzen – das Untersuchungsergebnis wird als "Aldosteron-Renin-Quotient" bezeichnet. Dieser Wert liefert dem Arzt zum Beispiel Hinweise auf Funktionsstörungen der Nebennierenrinde.

Normalwerte:

Aldosteron im Blutserum (bei normaler, gleichbleibender Salzaufnahme mit der Nahrung):

im Liegen:    10 – 160 ng/l im Stehen:    40 – 310 ng/l Kinder: 1 - 29 Tage:    70 – 920 ng/l 1 - 23 Monate:     60 – 550 ng/l 2 - 13 Jahre:     30 – 270 ng/l Urin:        6 – 30 μg/24 h

Aldosteron-Renin-Quotient: Normalwert = unter 50 (Referenzbereiche von Renin: im Liegen 1,7 – 23,9 ng/l im Stehen 2,6 – 27,7 ng/l)

Wann steigt der Wert?

Der Aldosteronwert steigt bei verschiedenen Erkrankungen an. Hierzu gehört der Hyperaldosteronismus (hyper = "erhöht, zu viel").

Beim "primären Hyperaldosteronismus" (Conn-Syndrom) produziert die Nebenniere von sich aus zu viel Aldosteron. Der Aldosteron-Renin-Quotient liegt hier bei über 50.

Beim "sekundären Hyperaldosteronismus" liegt die Störung außerhalb der Nebenniere, und zwar oft in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Hierbei produziert die Hypophyse zu viel "adrenocorticotropes Hormon" (ACTH), welches die Nebenniere zur Bildung von Aldosteron anregt. Weil durch die ACTH-Wirkung auch verstärkt Renin gebildet wird, findet sich hier ein "normaler" Aldosteron-Renin-Quotient von maximal 50.

Kennzeichen der vermehrten Aldosteronproduktion sind ein Bluthochdruck (Hypertonie) sowie erhöhte Natriumwerte und erniedrigte Kaliumwerte im Blut.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Die Aldosteronkonzentration im Blut beziehungsweise im Urin ist zum Beispiel dann erniedrigt, wenn die Nebennierenrinde zu wenig Aldosteron produziert. Das kann der Fall sein, wenn die Nebenniere aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr funktioniert. Eine zu niedrige Aldosteronkonzentration wird als "Hypoaldosteronismus" bezeichnet (hypo = "unter, zu wenig"). Wenn die Ursache der Störung direkt in der Nebenniere liegt, spricht man von einer "primären Nebenniereninsuffizienz" – diese Erkrankung wird auch als "Morbus Addison" bezeichnet. Produziert die Nebenniere zu wenig Aldosteron, weil zum Beispiel die Hirnanhangsdrüse zu wenig ACTH bildet, dann bezeichnet man dies als "sekundäre Nebenniereninsuffizienz".                       

Aldosteron reguliert auch die Ausscheidung von Natrium und damit den Salzhaushalt

Aldosteron reguliert auch die Ausscheidung von Natrium und damit den Salzhaushalt

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.