Malaria: Diagnose

Malaria ist durch Blutuntersuchungen nachweisbar. Auch die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung sind für Diagnose und Therapie wichtig

aktualisiert am 31.01.2018
Krankenschwester bei der Blutabnahme

Blutabnahme beim Arzt: Blutuntersuchungen helfen, den Verdacht auf Malaria zu bestätigen


Fieber nach einem Tropenurlaub? Dann heißt es: Keine Zeit verlieren, sondern unverzüglich einen Arzt aufsuchen! Eine Malaria-Erkrankung kann ohne Therapie rasch lebensgefährlich werden.

Bei Verdacht auf Malaria erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden des Patienten (siehe Kapitel Symptome). Außerdem fragt er nach Aufenthalten in tropischen Ländern (Reiseanamnese). Sollte der Arzt zunächst nicht daran denken, sollte ihn der Patient unbedingt informieren, dass er sich kürzlich in den Tropen – und somit auch in Malaria-Gebieten – aufgehalten hat.

Meist treten die ersten Beschwerden einige Wochen nach einer solchen Auslands-Reise auf. Manchmal liegen jedoch auch viele Monate zwischen dem Tropenurlaub und den ersten Symptomen. Zu einer Malaria-Infektion kann es in seltenen Fällen auch ohne Auslandsaufenthalt kommen (Beispiel Flughafen-Malaria, siehe Kapitel Ursachen).

Aufschlussreich bei Malaria: Die Blutuntersuchung

Ziel der Malaria-Diagnostik ist der Nachweis der Krankheitserreger, der Plasmodien (siehe Kapitel Ursachen). Der Arzt entnimmt dazu eine Blutprobe und untersucht sie entweder selbst  – oder er schickt sie zur Diagnostik an ein tropenmedizinisches Institut.

In einem sogenannten Blutausstrich werden die Blutzellen angefärbt. Unter dem Mikroskop sind die Malaria-Erreger innerhalb der roten Blutkörperchen zu erkennen. Teilweise sind auch weitere Blutzellen verändert (Malaria-Pigment in Granulozyten). Weil bei der Malaria oft nur wenige Plasmodien im Blut zu finden sind, muss die Blutprobe vor der Diagnostik auf einem Objektträger angereichert werden. Dieses Untersuchungsverfahren heißt "Dicker Tropfen".

Auch wenn keine Plasmodien im Blut nachweisbar sind, kann trotzdem eine Malaria vorliegen. Dann können erneute Blutproben zu einem späteren Zeitpunkt Klarheit bringen. Wenn feststeht, um welche Plasmodien-Art es sich handelt, wird die Behandlung genau auf die Art der Malaria abgestimmt (siehe Kapitel Therapie).

Es gibt Schnelltests auf Malaria. Leider haben sie den Nachteil, dass sie manchmal ein unauffälliges Ergebnis liefern, obwohl eine Infektion vorliegt. Für eine "Selbstdiagnose" eignen sie sich daher kaum. Ärzte können sie aber eventuell zusätzlich nutzen, um rascher zu einer Diagnose zu gelangen.

Weitere Untersuchungen bei Verdacht auf Malaria

Um die Schwere der Malaria-Erkrankung abzuschätzen, ist eine gründliche körperliche Untersuchung wichtig. So werden Fieber, Blutdruck und Puls gemessen und die Atemfrequenz ermittelt. Auch prüft der Arzt den Bewusstseinszustand des Betroffenen. Manchmal sind Milz und Leber vergrößert tastbar.

Bei einer Elektrokardiografie (EKG) werden die Herzströme abgeleitet und die Funktion des Herzens geprüft. Weitere Blut-Untersuchungen zeigen an, wie stark der Stoffwechsel und die Organe durch die Malaria verändert sind. So kann die Zahl der Blutplättchen verringert sein (Thrombozytopenie). In schweren Fällen ist die Blutgerinnung gestört.

Es besteht eine Meldpflicht für Malaria – das bedeutet: Das Labor, das den Malaria-Erreger nachweist, muss die Krankheit ohne Angabe des Patientennamens an das Robert Koch-Institut (RKI) melden.