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Impfung gegen FSME: Wer, wie oft und wann?

Eine Impfung kann dazu beitragen, sich vor der von Zecken übertragenen Krankheit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zu schützen. Wer sich impfen lassen sollte, wie der Zeitplan aussieht und welche Nebenwirkungen auftreten können

von Dr. Katharina Kremser, 27.03.2019

Wer sollte sich impfen lassen?

Alle Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten viel im Freien aufhalten. Einen Überblick über die Risikogebiete in Deutschland liefert die unten stehende Karte. Wer ein Reise plant und Informationen zu Risikogebieten im Ausland sucht, findet diese zum Beispiel auf der Internetseite des Auswärtigen Amts (unter https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/reise-und-sicherheitshinweise - www.apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für Inhalte externer Internetseiten).

Welche Impfungen gibt es und wie oft muss geimpft werden?

Bei der FSME-Impfung findet ein Totimpfstoff Verwendung. Das bedeutet, dass abgetötete Viren oder aber nur Teile des Virus verabreicht werden. Es gibt Impfstoffe von verschiedenen Herstellern, das genaue Impfschema hängt vom jeweiligen Impfstoff ab.

Üblicherweise sind drei Impfungen für den vollständigen Aufbau des Impfschutzes notwendig. Die zweite Impfung erfolgt ein bis drei Monate nach der ersten, die dritte dann im Verlauf eines Jahres nach der zweiten. Die genauen Termine hängen vom verwendeten Impfstoff ab. In dringenden Fällen, zum Beispiel vor Auslandsreisen, ist eine Schnellimmunisierung möglich. Ihr Arzt kann Sie dazu beraten.

Nach der Grundimmunisierung sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig.

Wie gut schützt die Impfung? 

99 von 100 Personen, die eine vollständige Grundimmunisierung gegen FSME erhalten haben, sind laut Robert Koch-Institut anschließend gegen die Krankheit geschützt.

Ist ein Wechsel zwischen den Impfstoffen möglich?

Ja, es kann zwischen den Impfstoffen verschiedener Hersteller gewechselt werden. Wenn möglich, sollte aber zumindest die Grundimmunisierung durchgehend mit einem Impfstoff erfolgen.

Ab welchem Alter kann man gegen FSME impfen?

Es gibt spezielle Impfstoffe für Kinder, die ab einem Jahr zugelassen sind. Sollen Kinder geimpft werden, lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten. Entscheidend ist immer, ob sich ein Kind in Risikogebieten viel im Freien aufhält. Da Kinder in der Regel viel draußen sind, sind sie besonders gefährdet für Zecken-Stiche. Andererseits verlaufen FSME-Infektionen bei Kindern oft milder und mit weniger Folgeschäden als bei Erwachsenen. Bei Kindern unter drei Jahren treten nach der Impfung zudem häufiger Nebenwirkungen wie Fieber auf. Ist ein Kind jünger als drei Jahre sollten die Eltern gemeinsam mit dem Kinderarzt also besonders gut abwägen, ob die Impfung bereits sinnvoll ist oder noch Zeit hat, bis das Kind größer ist.

Kann man auch in der Schwangerschaft impfen?

Da es sich bei der FSME-Impfung um einen Totimpfstoff handelt, kann auch in der Schwangerschaft und Stillzeit geimpft werden, wenn es nötig ist. Trotzdem sollte gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft auf nicht unbedingt erforderliche Impfungen verzichtet werden. Schwangere Frauen, die sich gegen FSME impfen lassen wollen, sollten sich also vom Arzt beraten lassen.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

"Vor allem nach der ersten Impfung können grippeähnliche Symptome wie Unwohlsein, Kopfschmerzen und leicht erhöhte Körpertemperatur auftreten, was als Hinweis für die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Impfstoff zu werten ist," stellt Professor Reinhard Kaiser, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Helios Klinikum Pforzheim fest. Diese Nebenwirkungen treten üblicherweise innerhalb von vier Tagen nach der Impfung auf. Auch weitere Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sind möglich. An der Stelle, an der geimpft wurde, können zum Beispiel Schmerzen und eine Rötung vorkommen. "Insgesamt gilt die Impfung aber als sehr gut verträglich," so Kaiser.

Was kostet die Impfung gegen FSME?

Eine Impfung kostet um die 50 Euro. In vielen Fällen werden die Kosten jedoch von den gesetzlichen Krankenkassen oder anderen Leistungsträgern übernommen.

Dies gilt zum Beispiel bei Personen,

  • die in FSME-Riskogebieten leben und sich dort viel im Freien aufhalten
  • die durch ihren Beruf ein erhöhtes FSME-Risiko haben (zum Beispiel Forstarbeiter oder Landwirte in Risikogebieten)

Wer eine FSME Impfung aufgrund einer Urlaubsreise in ein Risikogebiet benötigt, sollte sich bei seiner Krankenkassen erkundigen. Manche übernehmen die Impfkosten, obwohl sie nicht dazu verpflichtet sind.

Wie lange darf man nach der Impfung keinen Sport treiben?

"Nach der ersten Impfung würde ich eine Trainingspause von ein bis zwei Tagen empfehlen," meint Kaiser. "Sofern keine Nebenwirkungen bestehen, gibt es aber sonst keinen Einwand gegen Sport nach der Impfung."

Wie oft muss man die Impfung auffrischen?

Auffrischungen sind alle drei bis fünf Jahre fällig, die genauen Termine hängen vom verwendeten Impfstoff und dem Alter der Person ab. Lassen Sie sich am besten den nächsten Auffrischungstermin gleich mit Bleistift vom Arzt im Impfpass vermerken!

Auffrischung vergessen – was tun?

Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen, kann die vergessene Auffrischungsimpfung üblicherweise einfach nachgeholt werden.

Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin. Online: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/34_18.pdf?__blob=publicationFile (abgerufen am 22.03.2019)

Robert Koch-Institut: Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung. Online: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/FSME-Impfung/FSME-Impfung.html (abgerufen am 22.03.2019)

Paul-Ehrlich-Institut: FSME Impfstoffe. Online: https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoff-impfstoffe-fuer-den-menschen/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis/fsme-fruehsommer-meningoenzephalitis-node.html (abgerufen am 22.03.2019)

Kinder- und Jugendärzte im Netz: FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) - Vorsorge & Impfschutz. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/fsme-fruehsommer-meningo-enzephalitis/vorsorge-impfschutz/ (abgerufen am 22.03.2019)