Vergiftungen/Giftnotruf

Was Sie bei Vergiftungen tun können

aktualisiert am 18.10.2018
Bunte Kapseln, Tabletten, Medikament

Arzneien nie in Reichweite von Kindern, sondern in der verschlossenen Hausapotheke aufbewahren


Vergiftungen

Verständigen Sie beim Verdacht auf eine Vergiftung sofort den Rettungsdienst (112)! Genaue Informationen erhalten Sie zudem bei einem der deutschen Giftnotrufe. Schildern Sie, was passiert ist. Sie bekommen sofort Anweisungen, was Sie tun müssen.

Das will der Giftnotruf zum Beispiel wissen:

  • Wer ist betroffen? Kind? Erwachsener?
  • Wie alt ist der Betroffene?
  • Wie viel wiegt er (ungefähr)?
  • Wann wurde das Gift vermutlich eingenommen?
  • Was wurde eingenommen? Gefragt wird zum Beispiel nach der Bezeichnung des Mittels, Hersteller, Dosis, Name der Pflanze.
  • Wie viel wurde eingenommen?
  • Wie geht es dem Patienten? (Muss er beispielsweise husten oder erbrechen, ist er benommen?)
  • Ihre Telefonnummer für einen eventuellen Rückruf.

Falls Sie aufgefordert werden, mit dem Patienten ins Krankenhaus zu fahren, nehmen Sie das Gift nach Möglichkeit mit (zum Beispiel die Schachtel, den Behälter, Pflanzenblätter oder ähnliches).

Was Sie noch tun können:

Ist der Patient bewusstlos, atmet aber noch, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie die Atmung.

Sollte die Atmung aussetzen, müssen Sie bis zum Eintreffen des Notarztes mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

Wichtig:

  • Auf keinen Fall sollten Sie den Patienten eigenmächtig zum Erbrechen bringen. Wenn er eine ätzende Substanz eingenommen hat, kann die Speiseröhre geschädigt werden. Außerdem könnte Erbrochenes in Luftröhre und Lunge geraten.
  • Auch Kohlepräparate sollten Sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder dem Giftnotruf geben. Eventuell ist bei einer Vergiftung eine endoskopische Untersuchung erforderlich. Hat der Patient Kohle genommen, ist diese Untersuchung womöglich stark erschwert.
  • Keine Milch trinken lassen. Milch beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme aus dem Darm.
  • Zum Eigenschutz sind manchmal Handschuhe und Atemschutzmaske erforderlich (z.B. bei Vergiftungen mit bestimmten Insektiziden).

Vor allem Kinder probieren gerne alles aus, was sie erreichen können. Nicht selten vergiften sie sich so zum Beispiel mit Haushaltsreinigern, Pflanzen oder Medikamenten. Vorsichtsmaßnahmen verhindern Schlimmes. Dazu gehören folgende Tipps:

  • Gefährliche Substanzen nie in Reichweite von Kindern aufbewahren
  • Arzneimittel immer in verschlossener Hausapotheke lagern
  • Niemals mögliche Giftsubstanzen in der Nähe von Lebensmitteln platzieren.

Giftnotruf

Berlin
Giftnotruf der Charité - Universitätsmedizin Berlin
Telefon: 030 / 19240

Bonn
Informationszentrale gegen Vergiftungen Nordrhein-Westfalen / Giftzentrale Bonn
Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228 / 19240

Erfurt
Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Telefon: 0361 / 730730

Freiburg
Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 / 19240

Göttingen
Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein
Telefon: 0551 / 19240

Homburg/Saar
Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen
Universitätsklinikum des Saarlandes und Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Telefon: 06841 / 19240

Mainz
Giftinformationszentrum der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen
Klinische Toxikologie, Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131 / 19240

München
Giftnotruf MünchenAbteilung für Klinische Toxikologie
Klinikum rechts der Isar - Technische Universität München
Telefon: 089 / 19240

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