Knochenkrebs (Osteosarkom)

Beim Osteosarkom handelt es sich um einen bösartigen Knochentumor. Diese Form von Knochenkrebs tritt vorwiegend bei Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen auf und betrifft vor allem die langen Röhrenknochen
aktualisiert am 08.08.2013

Die Knochen geben dem Körper Halt. Durch ein Osteosarkom verändert sich ihre Struktur

istock/Linda Marie B.

Was ist ein Osteosarkom?

Osteosarkome sind eine seltene Form von Knochenkrebs, sie sind jedoch die häufigsten bösartigen Knochentumoren im Kindes- und Jugendalter. Sie gehören zu den primären Knochentumoren, da sie sich direkt aus im Knochen vorkommenden Zellen entwickeln. Die Tumorzellen bilden in unkontrollierter Weise Knochengrundsubstanz. Gesundes Knochengewebe wird vom Tumor zerstört (Osteolyse).

Verschiedene Zellarten können in der bösartigen Geschwulst vermehrt vorliegen: knochenbildende Zellen (Osteoblasten), knorpelbildende Zellen (Chondroblasten) oder spindelförmige Stützgewebszellen (Fibroblasten). In 80 bis 90 Prozent der Fälle liegen sogenannte konventionelle Osteosarkome vor. Sie lassen sich entsprechend der betroffenen Zellart (siehe oben) in chondroblastische, fibroblastische und osteoblastische Osteosarkome unterteilen.

Ein solcher Tumor kann zwar prinzipiell an jedem Knochen auftreten, am häufigsten betroffen sind jedoch die gelenknahen Abschnitte der langen Röhrenknochen. Zum Beispiel die Oberschenkel-Knochen oberhalb des Kniegelenks. Etwas seltener entwickeln sich Osteosarkome im Bereich von Schienbein- und Oberarm-Knochen.

Diese Knochenkrebsart tritt, wie gesagt, selten auf: Etwa zwei bis drei Personen pro eine Million Einwohner erkranken jährlich daran. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Beim männlichen Geschlecht kommt diese Tumorart öfter vor. Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren sind etwa zwei Prozent der Krebserkrankungen Osteosarkome.

Knochenkrebs (Osteosarkom): Ursachen ungeklärt

Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt, wobei neben anderen Faktoren eine genetische Veranlagung wohl eine Rolle spielt. Zu den Symptomen, die ein Osteosarkom verursacht, zählen Schmerzen im Bereich des Tumors – also zum Beispiel im Oberschenkel. Manchmal schwillt die Stelle auch an, besonders wenn der Tumor nahe am Gelenk auftritt.

Da die Knochenstruktur durch diesen Krebs stark verändert wird, kann es zu spontanen Knochenbrüchen an der betroffenen Gliedmaße kommen. Diese entstehen ohne adäquate Gewalteinwirkung, also beispielsweise ohne dass der Betroffene stürzt. Allgemeine Krankheitssymptome treten meist erst auf, wenn der Tumor in andere Organe gestreut (metastasiert) hat.

Röntgen-Untersuchungen, Magnet-Resonanz-Tomografie oder Computertomografie sind für die Diagnose von Osteosarkomen von großer Bedeutung. Zusätzlich wird eine Probe des Tumorgewebes entnommen (Biopsie), um die Art des Tumors genau zu ermitteln. Bestimmte Blutwerte können im Zusammenhang mit Osteosarkomen verändert sein.

Die Therapie richtet sich nach der Art und Ausdehnung der Erkrankung. In der Regel behandeln spezialisierte Ärzte die Knochenkrebsart durch eine Kombination aus Chemotherapie und Operation. Insgesamt haben sich die Überlebenschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom)

Krebs: Welche Tumorarten es gibt

Das Wort "Krebs" steht für eine ganze Reihe unterschiedlicher Krankheiten. Hier finden Sie eine Übersicht »

Gut zu wissen

Osteoklasten und Osteoblasten bauen den Knochen um

Knochen: Eine Dauerbaustelle im Körper

Das Skelett gibt unserem Organismus Halt, schützt die Organe, ist Blutbildungsstätte und Kalziumspeicher »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages